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28/2018

Festgottesdienst in der Unterkirche Bad Frankenhausennach oben

Abschluss des Jubiläumsjahres "200 Jahre Sole-Heilbad Bad Frankenhausen"

Ein erfolgreiches Wochenende zeigt, wie es gehen kann!

Das Regionalmuseum Bad Frankenhausen und die Evangelisch-lutherische Kirchgemeinde arbeiten schon seit vielen Jahren freundschaftlich zusammen und stimmen ihre Veranstaltungen früh genug aufeinander ab. So auch zum Wochenende rund um das Salz. Neben einem ausverkauften Konzert “Irische Folkmusik“ und den 7 Kurzvorträgen rund um das Salz am Sonnabendnachmittag wurde am Sonntag zu einem besonderen Gottesdienst in die Unterkirche eingeladen, Thema: „ Ihr seid das Salz der Erde“. Das ist aber nicht nur der einzige Hinweis in der Bibel bzgl. Salz und salzen.

Damit dies auch etwas anschaulich wurde, haben sich die Salzsieder von Bad Frankenhausen in diesen besonderen Gottesdienst eingebracht. Musikalisch beteiligten sich der Posaunenchor Oldisleben unter Leitung von Kantorin Schildmann.

2018-10-14 SalzGD Bad Frankenhausen

Pfarrerin Seifert nahm das sehr bekannte Zitat aus der Bergpredigt „Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt!“ als Thema ihrer Predigt:

Liebe Gemeinde,
„Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt!“ Als Jesus diese Worte predigt auf dem Berg Tabgha in der Nähe des Sees Genezareth, sind 5000 Menschen gekommen, um zu hören, was er zu sagen hat. Diese Predigt geht als Bergpredigt in die biblische Geschichte ein und sie steht an zentraler Stelle im Evangelium. Und mittendrin also das Wort Jesu: „Ihr seid das Salz der Erde!“ Was hat Jesus bewogen, gerade das Bild vom Salz zu verwenden, um etwas über die Bedeutung seiner Gemeinde, über unsere Bedeutung in unserer Welt zu sagen. Was ist wesentlich am Salz? Was zeichnet das Salz in besonderer Weise aus?
Ich will beginnen mit einer persönlichen Erinnerung. Und zwar an den 15.November 2011.
An diesem Tag kamen mein Mann und ich mit unseren Umzug – LKWs hier in Bad Frankenhausen an, um von nun an den Dienst im Pfarramt und das wohnen im Pfarrhaus Jungfernstieg 7 zu beginnen. Es war früher Vormittag. Aber anders als heute war dieser Morgen nebelig und frostig. Die Fahrt nach hier war eine echte Anstrengung gewesen, denn es hatte sich über Nacht eine gefährliche Glätte auf den Straßen gebildet. Wir waren an mehreren Autos vorbeigekommen, die in den Graben gerutscht waren. Die Anspannung der Fahrt und die Kälte steckten uns in allen Gliedern. Und nun standen wir also vor unserer neuen Bleibe. Doch schon bald öffnete sich die Haustür und eine kleine Delegation der Kirchgemeinde empfing uns und überreichte uns als erstes „Brot und Salz“ zum Einzug. Es gab dann auch noch ein kräftiges Frühstück und heißen Kaffee. Doch dieses erste – das Brot und Salz – das ist mir in einer besonderen Erinnerung geblieben. Natürlich war es nicht von ungefähr, dass wir auf diese Weise willkommen geheißen wurden. Brot und Salz zum Einzug, Brot und Salz zur Hochzeit, Brot und Salz zur Eröffnung eines Geschäftes – es hat eine lange Tradition, einen neuen Anfang mit diesen beiden wichtigen Lebensmitteln zu feiern.  Wobei das Salz lange Zeit das kostbarere von beiden war. Und sogar mit Gold aufgewogen wurde.
Davon kann auch unsere Stadt einiges erzählen.
Vielleicht nicht von Goldschätzen, aber auf jeden Fall vom Schatz des Salzes, der ein Segen für Frankenhausen war und ist. Dieser Schatz hat seit der Entdeckung der Solequellen und seit der Gewinnung des weißen Goldes vielen Menschen hier Arbeit und Brot gegeben. Er hat sogar für einen gewissen Wohlstand gesorgt und auf jeden Fall für ein Ansehen. Nicht ohne Grund wurde die Oberkirche mit dem schönen Namen „Unserer lieben Frauen am Berge“ als Kirche der Pfännerschaft von Frankenhausen als eine prächtige Kirche gebaut. Und sie hatte einen extra hohen Turm, der weithin sichtbar sein sollte. Seine Höhe war allerdings schon bald auch sein Problem, als die Neigung begann. Doch so wie es jetzt aussieht, hat ja alles durchaus seinen Sinn. Und der Oberkirchturm sorgt auch weiterhin für Aufmerksamkeit über unsere Stadt hinaus.
Als mein Mann und ich an jenem 15.November vor 7 Jahren hier ankamen, da wußten wir nur
wenig über die Bedeutung, die das Salz und die Sole für Bad Frankenhausen haben. Da haben wir inzwischen vieles dazugelernt. Den Brauch eines Empfangs mit Brot und Salz allerdings, den kannten wir. Und dennoch waren wir ganz gerührt. Denn wir erlebten an diesem frostigen Morgen auf diese Weise ein „Willkommen“ auf zweierlei Art. Es war ein Willkommen mit Kaffee und belegten Broten als Speise für unseren Bauch und es war ein Willkommen mit Brot und Salz als Speise für unsere Seele. So wurde uns trotz des Nebels und der Kälte draußen ganz warm ums Herz. Und das ist sehr viel. Wenn einem trotz Nebel und Kälte ganz warm ums Herz wird. Und damit sind wir bei einer der vielen guten Eigenschaften, die das Salz hat: Salz kann Frost und Eis auftauen und zum Schmelzen bringen.
Eine Handvoll Salz auf eine vereiste Treppe gestreut und schon bald ist die Glätte aufgetaut und man kann die Stufen ohne Gefahr gehen. Das ist vielleicht nicht DIE Eigenschaft, die einem beim „Salz“ zuerst einfällt. Zuerst denkt man eher an das „Salz in der Suppe“, das Speisen schmackhaft macht. Doch diese Eigenschaft des Salzes - Frost und Eis aufzutauen und zum Schmelzen zu bringen - die ist mir doch eine sehr wichtige und sehr wertvolle. Und da denke ich gar nicht in erster Linie an die Streufahrzeuge des Winterdienstes. Obwohl ich auch die Erleichterung kenne, wenn solch ein Fahrzeug auf winterlich glatten Straßen vor einem auftaucht und man aufatmen kann – denn jetzt wird die Fahrt leichter und die Gefahr wird kleiner. Das Eis wird schmelzen und der Weg wird frei sein. Bei frostigen Verhältnissen auf den Straßen zeigt das Salz sehr schnell seine Wirkung. Viel schwieriger ist das mit frostigen Verhältnissen zwischen uns Menschen. Wenn es heißt: „Da herrscht eine Eiseskälte zwischen denen beiden …“ Oder auch: „von dem geht eine Kälte aus, die mich frieren läßt …“ In solchen Verhältnissen geht man auf Abstand. Da möchte man am liebsten fliehen. Da sehnt man sich nach einer Wärme, die das Eis zum schmelzen bringt und die Menschen wieder zueinander finden läßt. Und leider kennen wir solche frostigen Verhältnisse nicht nur aus dem persönlichen Zusammenleben. Wir nehmen sie wahr auch in unserer Gesellschaft. Hier im Moment sogar besonders. Wenn wir erleben, wie eiskalt auf Menschen eingeprügelt wird mit Worten. Mit Worten, die voller Hass und Verachtung sind, und wie es dann nicht mehr weit ist, auch einzuprügeln mit Fäusten. Oder wie das Schicksal von Menschen, die die Hilfe und Unterstützung der Gesellschaft brauchen, einen großen Teil unserer Gesellschaft kalt läßt. Und auch - wie sich frostiges Schweigen breit macht zwischen denen, die um des Friedens willen miteinander reden müßten. Diese Kälte ist bedrückend. Und vor allem – sie läßt sich nicht so einfach auftauen durch eine warme Heizung.
Man kann ja nicht behaupten, dass es uns in unserem Land an Material zum Heizen fehlt. Die wirtschaftlichen Prognosen sind gut. Es wird sogar von Wachstum gesprochen. Und doch ist an vielen Stellen eine tiefe Frostigkeit im Umgang miteinander zu spüren und man zeigt sich gegenseitig die kalte Schulter. Eine beheizte Stube, eine beheizte Werkhalle, ein beheiztes Parlament sind angenehm zum Leben. Aber sie reichen eben nicht aus, um auch die Herzen zu erwärmen. Dafür braucht es noch einmal eine besondere Kraft. Dafür braucht es eine Kraft, die kalte und frostige Herzen auftauen kann. Die die vereisten Wege zwischen Menschen frei macht und die dafür sorgt, dass Menschen wieder aufeinander zugehen und miteinander reden und sich gegenseitig wahrnehmen. Es braucht eine Kraft, wie sie das Salz hat. Ich freue mich deshalb über die klaren Worte Jesu. Wenn er uns mit den Worten der Bergpredigt sagt: „Ihr seid das Salz der Erde! Ihr, liebe Christen, seid für unsere Erde und für unsere Menschen so wichtig und so wertvoll, wie es das Salz ist. Ihr tragt eine Kraft in euch, die in unserer Welt dringend gebraucht wird. Das ist die Kraft von Glaube und Zuversicht und Barmherzigkeit. Es ist eine Kraft, die kalte Herzen auftaut und frostige Verhältnisse ebenso.“
Ich sehe auch, wie sich Viele um solche Kraft bemühen. Wie sie sich bemühen, der Kälte und dem Egoismus, die sich an vielen Stellen in unserem Zusammenleben immer wieder breit machen, etwas entgegen zu setzen. Wie sie sich mühen um Aufmerksamkeit und einen Blick füreinander. Wie sie etwas von ihrer Zeit geben, um ehrenamtlich für andere etwas zu tun.
Oder wie sie sich zu Wort melden, um denen eine Sprache zu geben, die sich nicht selbst zu Wort melden können Das ist sehr viel. Doch manches Mal kommt dieses Bemühen auch an seine Grenzen. Da kann ich mich noch so anstrengen – da bin ich mit MEINER Kraft am Ende. Und ich habe das Gefühl – gegen so viel Kälte und Ignoranz ist kein Kraut gewachsen.
Und darum freue ich mich heute ebenso über die Ermutigung und Verheißung in den Worten
Jesu. Denn das finde ich schon spannend: dass Jesus nicht sagt: Ihr SOLLT das Salz der Erde sein. Oder: Ihr müßt euch Mühe geben, damit ihr so wichtig WERDET wie das Salz.
Nein – Jesus sagt: Ihr SEID es! Ich traue euch das zu, dass Ihr mit euren Worten und mit euren Taten etwas bewirkt im Zusammenleben der Menschen, so wie das Salz immer eine Wirkung hat. Ich traue euch das zu.
Am Anfang steht diese große Zusage. Und deshalb, liebe Gemeinde, dürfen wir uns das auch selbst zutrauen. Nicht klagen: „wir sind nur wenige“ und „was kann ich mit meiner kleinen Kraft schon Großes tun“. Sondern Mut haben! Einander Salz und Brot zum Leben reichen.
Füreinander und vor allem: Gott zur Ehre ! Amen.“

2018-10-14 SalzGD Bad Frankenhausen 2

Nach der Predigt traten die Salzsieder in Aktion. Salzsieder Volker Runknagel erläuterte in einem kurzweiligen Vortrag den Werdegang der Salzgewinnung, die in unserer Gegend schon vor 3000 Jahren in der Bronzezeit begann, ihren Höhepunkt im Mittelalter erreichte (Frankenhausen lag an der Salzstraße, die sich quer durch Deutschland zog) und im 19. jahrhundert zum Sole-Heilbad führte. Es ist für Kurgäste, Touristen, aber auch Einheimische ein Gewinn, dass es seit 20 Jahren diese Einrichtung der Salzsieder im Kurparkgelände gibt.
Am Gottesdienstende erhielt jeder Teilnehmer ein Kärtchen mit zwei verschiedenen „Salzsprüchen“. Es handelte sich um eine Auswahl von 8 Zitaten aus dem alten und neuen Testament – nicht nur mit geistlichen, sondern auch mit ganz praktischen Ratschlägen, z. B. „es ist leichter, Sand, Salz und Eisen zu tragen, als einen unverständigen Menschen zu ertragen“(Sirach 22,18) oder „Ißt man denn Fades, ohne es zu salzen, oder hat Eiweiß Wohlgeschmack?“(Hiob 6,6).

Nach dem Gottesdienst traf man sich im Gemeindesaal zu Solei und Fettbemme, aber auch Kaffee und Kuchen und zu vielerlei Gesprächen.

Damit ging ein von erfolgreicher Gemeinsamkeit getragenes Wochenende zu Ende – auch das erfolgreiche  Jubiläumsjahr „200 Jahre Sole-Heilbad Bad Frankenhausen“ ist in wenigen Wochen Geschichte.

Peter Zimmer, Bad Frankenhausen


Der Konvent auf Reisennach oben

Konvent 17.10.2018 2

„Das Gute liegt so nah“ ist eine stehende Redewendung und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verkündigungsdienst des Kirchenkreises Bad Frankenhausen-Sondershausen konnten sich beim Konvent am 17. Oktober den Wahrheitsgehalt dieses Spruches vor Augen führen (lassen). Denn der Konvent traf sich im KiEZ Feuerkuppe bei Sondershausen, der Einrichtung eines gemeinnützigen Vereins, der ein ehemaliges Pionierlager übernahm und stetig aus- und sehenswert umbaute. Inzwischen sind es pro Jahr 67.000 Übernachtungen, die das knapp 50-köpfige Team bewältigt und das mit einer „ansteckenden Fröhlichkeit“. Die Geschäftsführerin Ines Seichter ließ es sich nicht nehmen, die Konventualen selbst durch das weitläufige Gelände mit Freibad, Fußballplatz, diversen und auch thematischen Gruppenräumen, die Bungalows (Sommer- und z.T. auch Winter geeignet), die Mensa, Indoor-Spielräume, den Kletterschornstein u.v.a.m. zu zeigen und viele Fragen der Konventualen zu beantworten.

Konvent 17.10.2018

Sicher hat der eine oder die andere überlegt, ob dieser Ort nicht eine Möglichkeit für Gemeindebegegnungen oder Konfirmandenrüstzeiten bietet und die Zeit wird zeigen, ob auch Übernachtungen aus dem Kirchenkreis im KiEZ Feuerkuppe zu verzeichnen sind.

Hintergrund: Der Konventsvorbereitungskreis hat sich vorgenommen, die Konvente immer mal wieder außerhalb der dienstlichen Zusammenhänge stattfinden zu lassen. So trafen er sich schon bei verschiedenen diakonischen Trägern und in der Panzerverwertungsanlage Rockensußra, um Projekte und Träger des öffentlichen Lebens außerhalb von Kirche kennen und schätzen zu lernen.


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