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20.01.2024

Wort zum Wochenende

Ist Ihnen kürzlich etwas richtig gut gelungen? Ja? Und haben Sie sich dann auch in Ihrem Erfolg gesonnt? Nein? Sollten Sie aber!

Oft sehe ich nämlich in der Hauptsache, was mir nicht gelungen ist, was ich wieder nicht erledigt habe, wo noch dringender Handlungsbedarf ist.
Die großen und kleinen Erfolge hingegen geraten im Tagesgeschäft ins Hintertreffen. Ein kleiner Erfolg ist zum Beispiel schon, wenn Sie sich trotz Ihrer Angst vor dem Zahnarzt zur jährlichen Kontrolle begeben haben. Oder Sie haben endlich jemanden angerufen, bei dem Sie sich schon seit ewigen Zeiten dringend hätten melden müssen…Oder die Steuererklärung gemacht… Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen. Wenn mir als Kantorin ein Konzert gelungen ist, bekomme ich dazu oft ein gutes Feedback. Kann ich dann das Lob aber auch annehmen? Nicht immer. Mitunter ärgere ich mich über kleine Fehler, die meiner Meinung nach eigentlich vermeidbar gewesen wären.  Dabei ist es so wichtig, zu sehen, was einem gelungen ist.

Dazu fällt mir eine Geschichte aus meiner Kindheit ein: Ich habe als Kind im Kinderchor meiner Heimatgemeinde mitgesungen. Besonders beliebt bei uns Kindern, aber auch bei den Zuhörern war das Singspiel „Die Heinzelmännchen“. Bekanntermaßen kommen die Heinzelmännchen nachts zu verschiedenen Leuten (im Singspiel zum Schneider – der war ich immer, zum Bäcker, zum Schreiner usw.) und erledigen alles, was der jeweilige Handwerker am Tage nicht mehr geschafft hat. Nach getaner Arbeit stellen sie sich auf, und einer sagt: „Schaut das Werk noch einmal an! Wer hat seine Freude dran?“ Daraufhin alle: „Ah, Oh!“.  Diese kleine Szene ist in meiner Familie übrigens zum geflügelten Wort geworden.

Auch in der Bibel finden wir dazu eine Parallele: In der Schöpfungsgeschichte heißt es: „Gott betrachtete alles, was er geschaffen hatte, und er hatte Freude daran: Alles war sehr gut.“ (Gen 1, 31)

Genau das ist es! Anschauen, was gut gelungen ist und sich dann auch daran freuen.

Also: Freuen wir uns an unseren kleinen und größeren Erfolgen, gemäß dem Motto: „Schaut das Werk noch einmal an! Wer hat seine Freude dran?“

 

Laura Schildmann, Kantorin in Bad Frankenhausen

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