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04.01.2024

Lichtblick

Von den Sternen gelockt … ?!?

Um Weihnachten und den Jahreswechsel haben Sterne Hochkonjunktur. Überall werden sie erwähnt. An vielen Stellen kann man Angebote zur Jahresdeutung der Sterne finden. Überall prangen sie an Häusern, Fenstern, Gartenzäunen. Und sie leuchten so wunderschön, machen die Dunkelheit etwas heller. Die Sternensinger sind gerade unterwegs gewesen oder sind es am Wochenende, denn am 6. Januar ist Epiphanias (Erscheinung). Die Weisen oder Sterndeuter oder Könige sind im Stall an der Krippe angekommen. In einigen Ländern gibt es daher auch erst jetzt Geschenke!  

Dem Stern sind sie bis zum Ziel gefolgt. Kann man den Sternen aber trauen? Ich finde, das kommt ganz darauf an, wie man diese Frage verstehen will. Über viele Jahrhunderte hinweg haben sich Seefahrer nur nach den Sternen gerichtet und den Weg gefunden. Sie mußten sich auf die Sterne verlassen. Dabei haben sie große Entdeckungen gemacht, die die Welt verändert haben. Etwas anders sehe ich das, wenn man davon ausgeht, daß die Sterne den Charakter oder den Lebensweg eines Menschen bestimmen und beeinflussen oder gar den Ablauf von zukünftigen Ereignissen voraussagen. Aber ganz grundsätzlich ist das wohl eine Glaubensfrage.

Spannend finde ich dabei, daß viele mit Glauben eigentlich nichts zu tun haben wollen, aber doch an die Macht und den Einfluß der Sterne glauben. Dabei kann und will ich nicht verleugnen, daß auch die biblische Geschichte von einem Stern berichtet. Aber eben von EINEM. Liest man genauer nach, dann findet sich schon in der Schöpfungsgeschichte, daß die Sterne am Himmel quasi als Lampen dort hängen und eben gerade keine Schicksalsgötter, sondern geschaffene Objekte sind.

Umso erstaunlicher ist es, daß ein Bericht um Sterndeuterei und Astrologen eine Schlüsselstelle im Neuen Testament beschreibt.  In der Weihnachtsgeschichte sehen die Menschen diesen Stern zum ersten Mal. Sie erkennen: er kündet von der Geburt Jesu. In einem fernen Land machen sich die Sterndeuter oder Weisen oder Könige auf den Weg und folgen genau diesem Stern. Sie haben in den alten Schriften gelesen, daß dieser besondere Stern auf die Geburt des neuen Königs hinweist.

Bis heute gibt es lange Diskussionen und Berechnungen, wie es zu dieser Sternerscheinung gekommen ist. Ein Komet? Eine Supernova? Eine besondere Stellung von verschiedenen Planeten zueinander? Eine Glaubensfrage!?!

Zurück zu den Sterndeutern, Weisen, Königen. Sie gehen das Wagnis ein und folgen dem Stern, der sie zum neuen König bringen wird. Davon sind sie am Ende aller Zweifel und Überlegungen überzeugt. Daran glauben sie. Doch die Geschichte berichtet auch, daß sie, genau als sie dorthin kommen, wo die Sterne am Himmel sie hingeführt haben, die Orientierung verlieren. Wo genau sollen sie den neuen König suchen? Das verraten ihnen die Sterne nicht. Haben sie doch den einen Stern aus den Augen verloren? Vertrauen sie doch lieber nicht so ganz, denn was nicht sein kann, das nicht sein darf? Wo gehört denn nach allgemeingültiger Meinung und Erwartung ein König hin? So fragen sie - logischer Weise- im Palast nach dem neuen König und lösen eine verhängnisvolle Kette von Ereignissen aus.  Herodes erfährt erst jetzt von der Geburt eines neuen Königs. Bisher war ihm dieser eine besondere Stern am himmel offensichtlich egal oder entgangen? Er gerät in Panik, weil er in einem neuen König eine Gefahr für sich und seinen Thron sieht. Herodes bittet die Sterndeuter, ihm auf dem Rückweg Bescheid zu geben, wo der neue König zu finden ist. Die Sterndeuter erkennen, im weiteren Verlauf der Begegnung, daß sie durch ihre Frage andere in Gefahr gebracht haben. Beim neuen König angekommen erhalten alle, Maria und Josef und auch die Sterndeuter den rettenden Hinweis, sich auf die Flucht zu begeben. Bringt euch in Sicherheit und geht auf einem anderen Weg zurück nach Hause! Schlagt nicht wieder den gleichen Weg ein! Dieser rettende Hinweis kommt allerdings nicht von den Sternen, sondern von Gott selbst, in einem Traum!

Was auf der einen Seite nach einem Happy End klingt, weil die nun folgende Flucht glückt, ist auf der anderen Seite eine Katastrophe, weil Herodes Unschuldige umbringen läßt, um seine Stellung zu retten.

Nun bleibt die Frage: Kann man den Sternen vertrauen? Stimmen die Sterndeutungen nicht vielleicht doch, mit all ihren scheinbar klaren Gesetzmäßigkeiten?

Für mich halte ich es für fahrlässig, Ahnungen und Prophezeiungen einfach völlig zu ignorieren, denn Gott hat oft durch Traumbotschaften und Visionen gesprochen. Aber ich halte es für gefährlich, das eigenen Denken, Reden und Handeln auf Horoskope, Maya-Kalender oder auch religiös „wissenschaftlich“ begründeten Schicksalsglauben aufzubauen. Selbsterfüllende Prophezeiungen und panisch-verängstigte und verunsicherte Entscheidungen können zum Zusammenbruch führen. Den Unterschied für sich selbst aber immer zu finden, ist gerade die Herausforderung und eine echte Gaubens- bzw. Vertrauensfrage.

Der 6. Januar erinnert nicht nur an die Geschichte der Sterndeuter, Weisen, Könige, die jenseits aller Grenzen den neuen König gesucht und ihn in Jesus  gefunden haben, sondern er trägt den griechischen Namen „Epiphanias“, was übersetzt  „das Erscheinen oder Aufleuchten“ bedeutet.  Das Licht des Weihnachtssterns steht für mich nicht für ein astrologisches Phänomen, sondern für das Licht Gottes, das in die Welt kam und uns seither leuchtet. Es steht für die Kraft, mit der Gott jeden erreichen will, egal, wie weit der Anmarschweg zu dieser Erleuchtung auch sein mag. Darum leuchtet der Weihnachtsstern auch weit über Heilig Abend und die Feiertage hinaus und immer wieder von Neuem. Kein einmaliges Ereignis, sondern wiederkehrende Erleuchtung. Bis uns ein Licht aufgeht.

Von den Sternen gelockt …         ABER     …  von Gott geleitet.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein hell erleuchtetes und gesegnetes Jahr 2024.

 

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