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22.03.2019

Lichtblick

Von Schwalben und dem 8. Gebot

 

Können Sie sich vorstellen, dass Frühling, Fußball und das 8. Gebot etwas gemeinsam haben? Fußball ist und bleibt ein beliebtes Thema, besonders jetzt, wo ein Neustart mit der neu aufgestellten Mannschaft geschafft werden soll.  So spannend Fußball auch sein kann. Manch anderen interessiert eher der Frühling, der hoffentlich so schnell wie möglich Sommertemperaturen bringt. Dabei braucht das alles noch etwas Zeit. Eine Schwalbe macht eben auch noch keinen Sommer!

Allerdings ist es toll, den Schwalben beim Flug zuzusehen. Wahre Flugkünstler, wie sie durch die Lüfte jagen – und durch das gekippte Fenster! Oft genug scheint es so, als würden sie bei ihren halsbrecherischen Flugmanövern  abstürzen. Aber ganz im Gegenteil, sie beherrschen den Flug meisterlich.

Beim Fußball gibt es auch wahre Flugkünstler, wenn mancher Stürmer nahe am Strafraum spektakulär über die Beine des Gegners fliegt. Das geht bei Profis wie bei Amateuren in gleicher Weise. Es sieht aus, wie ein ganz gemeines Foul, aber der Spieler hat  -  wie eine Schwalbe – seinen Flug genau im Griff und beherrscht die Situation. Wenn alles gut geht, gibt es keine Verletzten, der Schiedsrichter erkennt den Kunstflug nicht und gewährt einen Freistoß oder gar Elfmeter zum Vorteil dessen, der eigentlich Übeltäter ist (!?!).

Da lässt sich das 8. Gebot einbeziehen. „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.“ (5. Mose 5,20). Überrascht? Das bedeutet ja, du sollst nicht lügen! Es gibt aber noch viel raffiniertere Formen der Lüge als nur eine verdrehte oder kreative Wahrheit. Wenn sich jemand so darstellt, dass ihm Unrecht geschieht, und er daraus seinen einen eigenen Vorteil zieht, dann finden wir das hinterhältig und unfair. Ursprünglich meint das 8. Gebot gerade solche Situationen vor Gericht.  Wenn ich jemanden finde, der für mich etwas Falsches bezeugt, dann kann das Recht gebeugt werden. Es wird jemand als Opfer statt als Täter dargestellt und ein anderer zu Unrecht verurteilt. Was soll man machen, alle haben es mit eigenen Augen gesehen!

Wir leben in einer Welt, in der Bilder wichtiger sind als erzählte Begebenheiten. Aber Bilder sind nicht dreidimensional und zeigen nur einen Sekundenbruchteil der ganzen Situation. Sie können nur die Oberfläche einer Sache abbilden. Die Wahrheit aber, ist meist viel komplizierter, vielschichtiger, differenzierter. Ein Bild allein kann für falsche Schlussfolgerungen sorgen, wenn die Geschichte dazu unbekannt ist. Sind die Bilder erst mal im Umlauf, dann hat es die Wahrheit schwer. Die Wahrheit kann man dann nur schwer glauben. „Das will ich mit eigenen Augen sehen, …“

Beim Fußball wird eine erkannte Schwalbe schärfer bestraft, als ein gewöhnliches Foul, weil es als grobe Unsportlichkeit gilt. Die Regeln sollen ja eigentlich die Freude am Spiel erhalten, weil es für alle gilt und sich keiner darüber hinwegsetzten soll.  

„Du sollst nicht falsch Zeugnis geben wider deinen Nächsten!“ Ich verstehe dieses Gebot auch als Ermutigung, aufrichtig und ehrlich zu bleiben. Ein erschlichener Vorteil zieht früher oder später immer Ärger nach sich. Das Foul wird erkannt und hat Folgen. 

Im diesem Sinne wünsche ich ein sonniges Wochenende und faire Spiele und Mitspieler. 

Pastorin Steffi Wiegleb, Bendeleben

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