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24.09.2017

Predigt am 24.09.2017 in Obermehler (Viktoria Rode)

Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist, der da war und der da sein wird. Amen.
Vorsichtig schiebt sie ihre kleinen Hände in den Spalt.
Zieht mit aller Kraft.
Millimeter um Millimeter öffnet sich die große Schiebetür.
Als ihr die Puste ausgeht, ist der Spalt gerade so groß,
dass sie mit ihrem kleinen Körper hindurch passt.
Im warmen Inneren angekommen schließt sie die Augen.
Was sie hört ist so vertraut.
Fast Musik in ihren Ohren.
Der alte Lederriemen und der große Kessel singen im Duett.
Einer gibt schleifend den Takt – der andere stimmt mit einem fröhlichen Tock-tock, tocktock,
tock-tock ein.
Mit ihrer kleinen Nase riecht sie den Sauerteig und das frische Mehl, die beide den Raum
erfüllen.
Nur wenige Sekunden später kommt das Knarren der Ofenklappe hinzu.
Es wird noch wärmer im Raum.
Sie öffnet die Augen.
Vor sich sieht sie ihren Vater und den Großvater am Ofen stehen.
Schweißperlen laufen über die beiden Gesichter.
Sie holen ein Brot nach dem anderen aus dem heißen Ofen.
Dicht an dicht -goldbraun und vor Freude knisternd, liegen sie dann im Regal.
Das kleine Mädchen läuft auf die beiden Männer zu.
Mit dem Ranzen auf dem Rücken holt sie sich noch schnell zwei Küsse ab – von jedem
einen.
Dazu ein kleines bisschen Mehl – das nach den Umarmungen an der Jacke zurückbleibt.
Bevor sie an diesem Morgen die Backstube verlässt, lässt sie die Hand wie immer tief ins
Mehl sinken.
Spürt die Kühle, lächelt und läuft los in Richtung Schule.
Christus spricht: Ich bin lebendiges Brot. Das lebendige Brot macht das Herz satt. Das lebendige
Brot kommt von Gott. Das Brot das ihr esst ist für den Bauch. Das müsst ihr jeden Tag von neuem
essen. Und eines Tages sterbt ihr doch. Das Brot von Gott bin ich selber. Das Brot von Gott ist alles,
was ich euch erzähle. Das Brot von IHM muss man mit dem Herzen aufnehmen. Wenn ihr das
Brot von Gott mit dem Herzen aufnehmt, lebt ihr für immer.
Es ist ein Sonntag in Mai.
Angenehme Kühle breitet sich in dem großen Raum aus.
Heute wird sie das erste Mal mit den anderen vorn im Kreis stehen, denkt sie und rutscht
auf ihrem Stuhl hin und her.
Aufregung macht sich breit.
Bisher hatte sie nur aus der Ferne zusehen dürfen.
Genau beobachtend hatte sie versucht, sich alle Einzelheiten einzuprägen
– damit heute nur nichts schiefgeht.
Was sollte man doch gleich sagen, wenn man das Brot bekommt?
Noch bevor sie leise eine Antwort erfragen kann, wird sie mit den anderen nach vorn
gerufen.
Alle stellen sich im Halbkreis auf – so wie sie es geübt hatten.
Sie schließt kurz die Augen.
Atmet durch.
Jetzt nur nichts falsch machen.
Als sie die Augen wieder öffnet, steht der Pfarrer vor ihr.
Er reicht ihr ein kleines Stück Brot.
„Christi Leib für dich gegeben“, hört sie leise.
Sie nimmt das Brot in den Mund.
Kaut.
Schluckt.
Lächelt.
Antwortet mit einem zittrigen: Amen.
War gar nicht so schlimm wie gedacht.
Nun nur noch beim Wein alles richtigmachen – dann ist es geschafft.
Er reicht ihr den Kelch.
Sagt: „Christi Blut für dich vergossen.“
Sie: trinkt.
Schluckt.
Lächelt.
Antwortet diesmal etwas selbstsicherer: Amen.
An diesem Pfingstsonntag im Mai hat sie noch keine Ahnung davon,
wie oft sie noch in einem solchen Kreis stehen wird,
als sie sich wieder auf den Stuhl sinken lässt.
Sie weiß auch noch nicht, dass sie selbst es sein wird –
die unzählige Male in ihrem Leben mal zittrig und mal selbstsicher ein Amen als
Antwort auf ihre Spendeworte bekommen wird.
Christus spricht: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern;
und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.
Vorsichtig schiebt sie ihre Hände in den Spalt.
Sie zieht mit einem kleinen Ruck.
Dann öffnet sich die Schiebetür.
Merkwürdig, denkt sie, die ging doch früher so schwer auf.
Sie betritt den Raum.
Macht Licht an.
Es ist Sonntag –heute arbeitet hier niemand.
Und doch sieht sie ihren Vater vor dem inneren Auge am Ofen stehen.
Hört Großvater den Alueimer ins Becken stellen, um Wasser für den Sauerteig
einzulassen.
Sie riecht wie Sauerteig und frisches Mehl –den Raum erfüllen.
Sie geht zum Ofen.
Setzt sich auf den Edelstahlvorsprung.
Früher hob Großvater sie hier hoch, wenn sie im Winter durchgefroren aus der Schule
kam.
Mit der Restwärme des Ofens konnte man sich so herrlich aufwärmen.
Heute reichen ihre Beine bis zum Boden.
Und wenn sie kommt, ist der Ofen meist schon kalt.
Und doch ist dieser Ort ihr kleines Paradies geblieben.
Die Streuselkiste im Vorratslager.
Das Gefühl von frisch gemahlenem Mehl an den Händen.
Und das leise Tock-tock-tock-tock-tock-tock des Kessels
– der aus Mehl, Salz, Wasser und einer Hand voll Sauerteig - Teig für hunderte Brot
entstehen lässt.
Brot gehört zu meinem Leben.
Brot, für den Bauch, wie Christus sagt.
Es macht mich satt
- und ich esse davon am liebsten den frischen Kanten -mit etwas Butter.
Es ist das Brot, das meine Familie seit mehr als hundert Jahren ernährt.
Und Brot, dass Gott meinem Leben durch Christus schenkt.
Es macht mich lebendig.
Davon esse ich nicht allein.
Ich esse es in Gemeinschaft mit Menschen, die Christus durch seine Gegenwart meine
Schwestern und Brüder sein lässt.
Er selbst ist dann mitten unter uns.
Er vermag uns aufzurichten in Brot und Wein.
Stärkt uns.
Lässt uns gewiss werden, dass er für unser Leben so wichtig ist wie Brot.
Darum lasst uns dieses Brot mit dem Herzen aufnehmen, damit wir ewig in ihm leben.
Amen.

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