Newsletter 133

24/2017

Wanderkonvent mit geführten Lamas und Alpakas

Die Sonne war noch etwas schlaftrunken und von leichtem Schleier verhüllt, als sich der Konvent des Kirchenkreises am 09. August in der alten Wallfahrtskirche St. Anna zu Bliederstedt traf. Ob der vier Schuleinführungen im Konventskreis, des 40. Geburtstages einer Konventualen und noch mancher noch im Urlaub befindlichen Familie, waren wir von den Teilnehmerzahlen der letzten Jahre entfernt, aber die, die sich auf den Weg ins beschaulich zwischen Otterstedt und Großenehrich gelegene Örtchen aufgemacht hatten, wurden nicht enttäuscht. In einer Jung und Alt sehr erheiternden Andacht, die die Herzen wärmte und von erneuerten Herzen handelte, führte uns die Ortspfarrerin Inge Theilemann in den Tag ein.
Die kleine Kirche beherbergt einen schönen Annenaltar und ein romanisches Kruzifix und ist ein nur wenigen bekanntes Kleinod. Noch heute finden, nunmehr ökumenische Wallfahrten zur Annenkirche statt, die letzte vor zwei Wochen.
Im Kirchenkreis Bad Frankenhausen-Sondershausen finden alljährlich drei Wallfahrten statt, zwei davon im Regionalpfarramt Greußen-Großenehrich: die Bonifatius-Wallfahrt und die Annen-Wallfahrt. Die größte der drei Wallfahrten ist die Christuswallfahrt von Volkenroda.
Nach der Andacht, zogen Kinder und Erwachsene weiter nach Niederbösa, woselbst uns auf dem Gestüt der Familie Hagen (Gestüt an der Hainleite) Frauke Berbig in Empfang nahm,

 
mit den Lamas und Alpakas vertraut machte und viel Wissenswertes zu Gehör brachte und nach der Einführung mit uns eine Wanderung unternahm, bei der Jung und Alt sich im Führen der schönen, scheuen und eigenwilligen Tiere versuchen konnte. Im Anschluss daran brannte der Thüringer Rost und die müden Wanderer konnten sich stärken.
Im Gegensatz zu Pferden, tragen Lamas und Alpakas keine Menschen, sondern allenfalls Lasten, so dass jeder per pedes unterwegs war und dabei viel Wissenswertes erfuhr. Nach der Stärkung konnten Interessierte einen Hindernissparcour mit den Tieren absolvieren, andere zogen es vor, hoch auf einem Kaltblüter zu reiten und gab eine gute Figur dabei ab. Die Zeit verging wie im Flug, die Sonne brannte inzwischen unverschleiert vom Himmel und der Konvent klang bei vielen nichtdienstlichen Gesprächen wieder aus. Ein schönes Erlebnis, von dem die Bilder nur einen kleinen unzureichenden Eindruck wiedergeben können. Ein Ausflug an die Hainleite und das dortige Gestüt samt Lamas und Alpakas kann sehr empfohlen werden.
http://www.frauke-berbig.de/
http://www.gestuet-hainleite.de/

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Sommer- und Familienfest ein voller Erfolg

Am vergangenen Freitag hat das Begegnungscafé in Schlotheim, unter der Trägerschaft der Novalis Diakonie in Ebeleben, zum ersten Sommer- und Familienfest eingeladen. Mehr als 200 Besucher und Besucherinnen folgten der Einladung. Pünktlich um 14:00 Uhr wurde der offizielle Teil von Maxi Hoffmann, Leiterin des Begegnungscafés, bei bestem Wetter eröffnet.
In der Zeit bis 18:00 Uhr war für die einheimischen und zugezogenen Gäste ein buntes Programm geboten. Für die kleinen Gäste waren verschiedene Spielstationen, eine Hüpfburg, ein Basteltisch und Kinderschminken aufgebaut. Für die Erwachsenen gab es unter anderem Infostände der Caritas und vom Café International aus Mühlhausen. Außerdem war der Kreisjugendring des Kyffhäuserkreises präsent und sorgte mit eigener Zuckerwattemaschine für leuchtende Kinderaugen.
Für das leibliche Wohl standen Kaffee und Kuchen bereit. Das Programm wurde ab 16:00 Uhr außerdem durch das Kindermusical der Musikschule Schlotheim, unter der Leitung von Frau Andrea Glaser bereichert. Im Anschluss folgte die Siegerehrung für die Spielstationen, an denen alle Kinder Punkte sammeln konnten. Die ersten drei Plätze durften sich vom großen Preistisch etwas aussuchen, aber auch alle anderen Teilnehmer gingen nicht leer aus. Am frühen Abend klang das Fest beim gemütlichen Grillen langsam aus.

Der Dank gilt allen Helfern für die großartige Unterstützung und allen Besuchern, die dieses Fest zu einem vorbildlichen integrativen Erlebnis gemacht haben.
Ein besonderes Dankeschön auch an die Kirchengemeinde Körner und den Kirchenkreis Bad Frankenhausen-Sondershausen.
Das Begegnungscafé bietet unteranderem auch Stellen im Bundesfreiwilligendienst an. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Maxi Hoffmann unter begegnung-schlotheim@novalis-diakonie.de oder 036021 858838.

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„Ängstlich oder mutig“

Ein Singspiel zu zwei Geschichten mit Boot. (Math. 8,23-27; Mk. 1,16-20) Bendeleben und seine Gemeinden sind für solch Seefahrt gerüstet.

Ängstlich oder mutig ist auch die Frage beim Schritt in das neue Schuljahr. 8 Kinder gestalteten gemeinsam mit Frau Schildmann und Pf. Wiegleb ein Musical im Gottesdienst. Prächtige Boote bildeten die Requisiten vor dem Altar.

Kleine und große Menschen ließen sich ermutigen und erfreuen von der Sing und Spielfreude der Kinder. Was heißt eigentlich Schsch, wenn sich ein Erwachsener mit spitzen Mund zu einem Kind wendet? Das ist eine Abkürzung und bedeutet „Schön das Du da bist.“ Genau dieses Gefühl entstand in der Bedelebener Kirche. Alle in einem Boot und ohne Angst, gemeinsam bereit den nächsten Schritt zu wagen.

Jedes Kind bekam, zur Ermutigung, eine Zuckertüte geschenkt. Nun kann es losgehen mit dem neuen Schul- oder auch Kindergartenjahr. Ist es doch nicht nur für die Kinder eine Schritt der gewagt und bewältigt werden will. Mit Gottes Segen wird er gelingen.

Mit freundlichen Grüssen

Brigitte Graß

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Sanierung der Emporen in der St. Nicolai zu Wolferschwenda


Die Kirchgemeinde Wolferschwenda engagiert sich in Zusammenarbeit mit dem
Dorfkulturverein Wolferschwenda e.V. entsprechend der „Richtlinie zur Förderung der
integrierten ländlichen Entwicklung und der Revitalisierung von Brachflächen“ und erhält
einen Zuschuss zur Förderung als Anteilsfinanzierung für das Projekt.

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Eure Rede sei Ja, Ja; Nein, nein…

Der Newsletter dankt Superintendent Bálint für die Möglichkeit, seinen „Lichtblick“ (wöchentliche Serie des Kirchenkreises Bad Frankenhausen-Sondershausen in den fünf Onlinezeitungen des Nordthüringer Bereichs) von heute veröffentlichen zu können:

Eure Rede sei Ja, Ja; Nein, nein…

Unlängst las ich, was ich außerordentlich selten tue, in einem Forum zu einem Artikel eines eifrigen Artikel- und Antworten-Schreibers eine interessante Auseinandersetzung. In diesem Forum musste sich dieser, sich sonst sehr im Bewerten Dritter befleißigende Zeitgenosse heftiger Kritik und Unterstellungen unterziehen und bekam selbst einmal ab, was er sonst anderen angedeihen lässt. Was mich nicht kümmern müsste, machte mich jedoch auf einen Sachverhalt aufmerksam, dem ich schon in der Bibel begegne: „Eure Rede sei Ja,ja; Nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Bösen.“ (Matthäus 5, 37)
Wie komme ich auf dieses Bibelwort? In der hitzig geführten und mit mannigfachen Unterstellungen arbeitenden Auseinandersetzung (eine Diskussion war es nicht, denn da werden die Argumente des anderen gehört, gewogen und bedacht, mit einem Gegenargument entkräftet oder sich zu eigen gemacht), wurde darüber diskutiert, ob jeder mit seinem Klarnamen und mit Adresse im Netz reden sollte oder nicht. Da gab es für und wider und die häufig geäußerte Meinung, dass Meinungsfreiheit bedeuten müsse, dass jeder alles sagen können müsse, was er denke, selbstverständlich ohne sie mit seinem/Ihrem Namen zu autorisieren.
In den oft kaum wirklich sachlich begründeten Beiträgen wurde (ich gebe es mal mit meinen Worten wieder) von Meinungsverfolgung gesprochen und dass Gesinnungsschnüffelei betrieben werde und „man“ deshalb ein Pseudonym nehmen müsse.
Mit Verlaub: so frei, wie wir heute reden können, konnten wir mehr als 90 Jahre nicht reden. Wer nicht so redete, wie es den einst Mächtigen gefiel, der befand sich schnell im Gefängnis.
Heute ist das anders. Heute kann jeder seine Meinung sagen, was schnell derart missverstanden wird, dass er/sie auch Dinge sagt, die gegen Recht und Gesetz oder zumindest gegen Anstand und Ehrbarkeit verstoßen.
Letzteres sollte aber, in einer Gesellschaft wie der unseren, selbst ungesagt klar sein. Wer gegen Gesetze verstößt, der muss dafür haften. Wie schnell sind alle dabei, andere zu verklagen, wenn gegen Gesetze verstoßen wird, nur im Netz soll das nicht gelten?
Wird heute einem auf der Straße ehrabschneidend begegnet, so findet er sich im Gerichtssaal wieder. Geschieht dies im Netz, so soll das ungesühnt bleiben? „Verkehrte Welt, verkehrte Welt, alles auf den Kopf gestellt“, haben unsere Kinder mit Circus Lila vor 30 Jahren gesungen.
Ich bin, und da bekommt für mich das Bibelwort seine Leuchtkraft, dafür, dass jeder Nutzer des Netzes, mit Klarnamen und Adresse alles sagen darf, was er möchte. Das muss mir nicht gefallen, aber es soll möglich sein. Verstößt er dabei gegen Recht und Gesetz oder zumindest gegen Anstand und Ehrbarkeit, dann soll er/sie auch dafür geradestehen. Was auf der Straße gilt muss auch im Netz gelten. Es muss sogar schärfer gelten, denn auf der Straße hören es vielleicht zehn Leute, im Netz lesen es vielfach mehr Menschen.
Euer Ja sei ein Ja, d.h. sprecht nur, wozu ihr auch stehen, wofür ihr auch einstehen könnt! Wie viele Menschen sprechen unbedacht Worte im Zorn oder wegen fehlenden Verstands und merken gar nicht, wie sich das Klima um sie herum, in unseren Familien, Straßenzügen, unserer Gesellschaft immer mehr vergiftet. Sie selbst sind die ersten Opfer ihres eigenen Handelns und halten sich für Opfer von Dritten. Dabei sind sie Täter, nicht Opfer.
Heute geht es der übergroßen Mehrheit viel besser als je zuvor in Deutschland und schon gar im Rest der Welt. Doch wir jammern, was das Zeug hält, fühlen uns benachteiligt. Ja wenn man uns mal ranließe. Ja was dann?
Würde dann manch einer derer, die vorgeben alles zu wissen, merken, dass die Dinge viel komplizierter sind, als er es dachte?
Wir können das gerade mit scheinbar sicherem Abstand an einem lebendigen Beispiel ablesen. Da ist einer, der schon viele Male versucht hat, einen der wichtigsten Posten in der Welt zu bekommen und ihn nun hat. Einer derer die sagen, dass er nur rankommen müsse, dann ginge es aufwärts. Sein Land hat er in kürzester Zeit gespalten und führt uns nun im schlimmsten Falle an den Rand eines 3. Weltkriegs. Eine erstaunliche Leistung, die all den „Dampfplauderern“ und „Möchtegerns“ zu denken geben müsste, doch das bleibt leider aus… das Denken.
Deshalb, klar sagen, wofür man ist und wogegen. Klar Farbe bekennen, sich mit anderen intellektuell messen und nach der besten Lösung für alle suchen, statt recht haben zu wollen.
Dies aber mit allen Konsequenzen, denn wir haben das Recht alles zu sagen und dürfen auch die Freiheit in Anspruch nehmen, aber nicht dazu, uns gewissen- und folgenlos um Kopf und Kragen zu reden und Dritten zu schaden.
Zur Klarheit und Freiheit gehört auch, dass wir uns zu dem bekennen, was wir sagen oder es sein lassen. Platte Wahrheiten unter einem Pseudonym zu äußern ist nichts weiter als Feigheit. „Eure Rede sei Ja, ja; Nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Bösen.“
Stehen wir dazu, was wir sagen und bekennen uns zu dem, was wir denken. Das ist Freiheit. Sich hinter einem Pseudonym zu verstehen und sei es besonders (schein)heilig, ist nicht mit der Bibel zu begründen. Deshalb kämpft um die besten Ideen, um die besten Lösungen, streitet um die Sache und um den richtigen Weg, aber tut es miteinander und nicht gegeneinander. Nur dann dient es der Allgemeinheit und der Wahrheit und wäre ein Lichtblick für unser Land.
Das wünsche ich uns auch in dieser Zeitung und an allen Orten, an denen wir leben, reden und denken. Das letzte hoffentlich auch.

Ein gesegnetes Wochenende wünsche ich Ihnen
Superintendent Bálint

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