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02.12.2018

Predigt zur Verabschiedung von Pfr. Schultze am 02.12.2018 (Sebastian Kropp)

Liebe Gemeinde

Auf der Schwelle. Zeit kurz nachdem und kurz bevor. Eine Zwischenzeit. Kurz vor Advent und Kurz nach dem Ewigkeitssonntag.

Abschied. Eine Zwischenzeit. Kurz nachdem und kurz bevor.

Zeit des Loslassens. Zeit der Träume.

So spricht Gott, der Herr: Ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird.

Das ist er. der Traum Jesajas, des Propheten Gottes. Alt ist dieser Traum. Und auch nicht. Jesaja träumt ihn auf der Grenze. Nach Jahren des gewaltsamen Exils weit weg von Israel hatten die Menschen endlich zurückkehren können in das eigene Land.. Jetzt stehen sie auf der Grenze. Gestern noch fröhlich, voller Hoffnung aufgebrochen Heute: Im Land ihrer Sehnsucht… und ihre Heimat liegt in Trümmern. Auf der Schwelle: Zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Zwischen Umkehr und Weitergehen. Den Rucksack müde zu Boden geworfen: Was lässt sich hier schon träumen? Und Jesaja verheißt ihnen den Traum von Gottes neuer Welt:

Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. spricht der Herr Denn siehe, ich erschaffe Jerusalem zur Wonne und sein Volk zur Freude, und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk. Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens.

Zwischenzeit. Schon jetzt und noch nicht. Auf der Schwelle. Zeit der Traurigkeit, des Hoffens. Zeit der Verletztlichkeit, Zeit der Tränen. Schon bist du heilig, noch nicht vollkommen. Und Jesaja verheißt dir den Traum von Gottes neuer Welt. In deiner Zwischenzeit. Höre hin: Sein Traum flüstert dir zu: Du bist nicht allein. Niemals.

Es sollen keine Kinder mehr da sein, die nur einige Tage leben, spricht der Herr oder Alte, die ihre Jahre nicht erfüllen. ... Sie werden Häuser bauen und bewohnen, sie werden Weinberge pflanzen und ihre Früchte essen. .... Sie sollen nicht umsonst arbeiten und keine Kinder für einen frühen Tod zeugen; denn sie sind das Geschlecht der Gesegneten des HERRN, und ihre Nachkommen sind bei ihnen.

Zwischenzeit. Schon jetzt und noch nicht. Auf der Schwelle. Zeit des Aufräumens. Des Ausräumens. Zeit der Fragen. Der Abschiede. Und Jesaja verheißt euch den Traum von Gottes neuer Welt: lieber Michael, liebe Ulrike. In Eurer Zwischenzeit. Hört hin: Sein Traum flüstert euch zu: Ihr seid nicht allein. Niemals.

Und es soll geschehen spricht der Herr: Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören. Wolf und Lamm sollen beieinander weiden; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind, aber die Schlange muss Erde fressen. Man wird weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der HERR.“

Ach, Jesaja! Ein schöner Traum ist das! So groß. Nur ein Traum. Noch keine Realität. Weder damals noch heute. Noch immer frisst der Wolf das Lamm. Noch brüllen die Löwen unserer Tage. Noch graben sich Menschen gegenseitig Gräber. Oder lassen zu, dass Meere und Grenzen zu Gräbern werden. Lass mich mit dir träumen, Jesaja. Noch keine Realität, doch schon ein Traum.

Ganz vorsichtig bahnt sich dieser Traum seinen Weg in mein Herz. Ich höre sein Flüstern. Und dann sehe ich: Es gibt sie schon, die Momente, in denen etwas von Gottes Zukunft in mein Leben scheint. In mein Leben und in das von anderen. Die Momente, wo etwas Neues beginnt. Wo ein Wort mich berührt. Wo Versöhnung geschieht. Wo die Kraft reicht, auch wenn ich eigentlich keine habe. Wo Vergebung ist und Güte. Etwas vom Himmel auf Erden. Gott selbst.

Und der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus, unserem Herrn. Amen.

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