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24.12.2018

Predigt zur Christnacht 2018 (Pfarrer Martin Weber)

Am Rand der Wahrnehmung

Unter allen, die da stehen, staunen, reden, sich freuen oder einfach eher teilnahmslos ihr Heu kauen, ist er am blassesten. Er steht im Hintergrund, meist stumm. Manche würden sagen, er ist nur der Vollständigkeit halber dort, weil er eben irgendwie dazu gehört. Wir wissen nicht wie alt er wirklich war. Wir kennen, anders als bei den Hirten, nicht seine Besitz- Verhältnisse oder seine genaue Stellung in der Gesellschaft. Wir wissen letztlich nicht viel. Wir kennen seinen Beruf: Zimmermann, falls das griech. Technee, nicht sogar etwas in die Richtung Archtitekt bedeutet, wir kennen seinen Wohnort; Nazareth in Galliläa.

Und wir erfahren viel über ihn, indem was er nicht tut. Er spricht nicht, während die Hirten niederknien oder die Weisen die Geschenke überreichen. Eigne Worte sind ihm ganz abhanden gekommen. Er ist ein stiller Beobachter, ein stiller Wächter. Aber nicht ohne Gefühl oder ohne inneren Antrieb. Wir hören von ihm folgende Geschichte. Ganz am Anfang noch bevor all die Dinge berichtet werden, die uns so sehr vertraut sind:

Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich, ehe sie zusammenkamen, dass sie schwanger war von dem Heiligen Geist. 

19 Josef aber, ihr Mann, der fromm und gerecht war und sie nicht in Schande bringen wollte, gedachte, sie heimlich zu verlassen. 

20 Als er noch so dachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was sie empfangen hat, das ist von dem Heiligen Geist. 

21 Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden. 

22 Das ist aber alles geschehen, auf dass erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht (Jesaja 7,14): 

23 »Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben«, das heißt übersetzt: Gott mit uns. 

24 Als nun Josef vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich. 

25 Und er erkannte sie nicht, bis sie einen Sohn gebar; und er gab ihm den Namen Jesus.

 

Bedenken und Befürchtungen

Liebe Schwestern und Brüder

So still er ist, so unscheinbar, Josef ist nicht einfach Inventar. Er fürchtet sich, hat Angst um seine Verlobte, die bei Ehebruch zur Steinigung verurteilt werden könnte. Vielleicht hat er auch Angst um den Ruf seiner Familie oder er will einfach nicht der gehörnte Ehemann sein.

Wird man es dem Kind ansehen, dass es nicht seines ist? Wird er es so lieben können.

Wird er die Kraft haben auszuhalten, was auf ihn zu kommt?

Josef macht das was Ihnen sicher auch bekannt ist: Er versucht wegzulaufen. Das Problem ist ihm zu groß. Die Lösung ist nicht in Sicht. Er fürchtet sich.

Also will er zusammenpacken und sich davonmachen.

Einfach weg und gut ist es. Im großen oder kleinen wird ihnen das auch passiert sein oder vielleicht sind sie gerade in so einer schwierigen Entscheidung gefangen. Vielleicht sind auch Sie es der allein gelassen wird.

Fürchte dich nicht !

Das sagt der Bote Gottes doch nur, weil es zum fürchten ist, was Josef da aushalten soll.

Fürchte dich nicht!

Das bekommen Sie ja nicht gesagt, weil eine solche Situation in Ihrem Leben Glasklar und einfach zu bewältigen wäre!

Sondern weil es zum fürchten ist.

Fürchte dich nicht! Das geht aber schon über das Jetzt hinaus. Es reicht schon darüber hinweg.

Mysteriös und unkonkret. Josef weiß im Grunde immer noch nicht, wie er damit umgehen soll.

Aber er verlässt sich auf dieses Wort.

Und so wird er zum stummen, aber unverzichtbaren Menschen in der Lebens Geschichte Jesu.

Er wird ihn schützen, ihn ernähren, ihn möglicherweise auch ausbilden.

Seine Familie wird wachsen. Sein Name wird die Zeiten überdauern.

Alles auf das Wort hin: Fürchte dich nicht!

Was könnte sich bei Ihnen ändern, heute in der Nacht in der wir erinnern das Jesus zur Welt gekommen ist, wenn Sie diesem Satz glauben schenken?

Wenn Sie diesem Satz glauben schenken und dem was er verspricht?

Was könnte sich ändern, wenn sie nicht mehr weglaufen, sondern sich stellen.

Nicht allein. Sondern mit dem von dem gesagt wird:

Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden. 

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