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17.06.2018

Predigt zum Gemeindefest in Winkel am 17.06.2018 (Martin Weber)

Predigt Ez 18
Move 1 Das Sprichwort
Und des Herrn Wort geschah zu mir: Was habt ihr unter euch im Lande für ein Sprichwort:
„Außen hui, innen pfui“
„Blut ist dicker als Wasser“
„Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“
"Der dümmste Bauer erntet die dicksten Kartoffeln."
Wenn der Kuchen spricht, schweigen die Krümel."
Jeder von ihnen kennt sicher noch ne ganze Menge Sprichwörter. Die kommen halt so über die Lippen und mal ehrlich wer benutzt sie nicht? Sie sind so wunderbar klar. Und einfach sind sie: In jeder sich bietenden Gelegenheit, gibt es eine klare Regel. Sie gelten scheinbar für jeden. Sie teilen die Welt. Bieten aus der Erfahrung eine Einteilung der Menschen:
Verspüre ich Zorn: Gibt es für die Situation ein Sprichwort, dass mir Recht gibt.
Verspüre ich das Gefühl von Selbstgerechtigkeit: Eine klares Wort, was mit mir los ist. Zu meinen Gunsten oder Ungunsten.
Alles was mir passiert kann ich einordnen. In Schubladen stecken. Manchmal auch verstecken.
Je nachdem, wie lang sie schon auf der Reise ihres Lebens unterwegs sind, werden sie wissen, ob sie gerne solche Wege nutzen, um ihr Leben zu ordnen. Zu deuten, warum so manches passiert, Regeln zu haben die so einfach sind, das sie sofort funktionieren.
Die Kinder Israels hatten auch so eine Regel. So ein Sprichwort.
Der Prophet Ezechiel berichtet davon:
Und des HERRN Wort geschah zu mir:
2 Was habt ihr unter euch im Lande Israels für ein Sprichwort: »Die Väter haben saure Trauben gegessen, aber den Kindern sind die Zähne davon stumpf geworden«?
Eine Einordnung: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, vielleicht noch mehr: Die Sünden der Eltern, gehen über auf die Kinder.
Eine Ordnung, um Menschen irgendwie einzuordnen. Ihr tun zu erklären. Eine Entschuldigung? Eine Vorverurteilung? Sie können es nehmen, wie sie wollen.
Vor über 2000 Jahren haben die Menschen nicht anders funktioniert als heute. Es gab die, die verurteilten, die die verurteilt worden. Die, die ihren eigenen Neid und Zorn entschuldigt haben.
Zu ihnen sprach Gott und jetzt spricht er zu mir und zu ihnen:
So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: Dies Sprichwort soll nicht mehr unter euch umgehen in Israel.
Move 2 Jeden ganz und gar
Liebe Schwestern und Brüder/ Liebe Jubiliare
Einsortieren und verflachen von Menschen das ist nicht Gottes Weise. Jeder ist verantwortlich für sein tun, jeder hat Gründe dafür. Denn er kennt unsere Leben, unsere Herzen. Oder wie es der Prophet Ezechiel bezeugt:
Denn siehe, alle Menschen gehören mir; die Väter gehören mir so gut wie die Söhne.
Gott begegnet uns Mensch ganz und gar. Nicht über Kategorien oder Einordnungen, sondern ganz. Auch die Kirche hat oft die Menschen eingeordnet. Glieder und Nichtkirchenglieder, Nahe und Ferne. Fromm und nicht fromm. Mir selbst passiert es, ständig.
Ich war diese Woche in England, um Pfarrerinnen und Pfarrer der anglikanischen Kirche zu treffen, mit ihnen zu sprechen, zu arbeiten und zu sehen, was sie tun, wie sie ihren Auftrag und den Auftrag ihrer Kirche sehen.
Die meisten von ihnen haben nicht einmal gewusst, wer Kirchenglied ist und wer nicht. Nicht weil sie es nicht wissen wollten. Sondern weil es ihnen im positiven Sinne egal ist. Sie sind gesandt in alle Welt, genau wie jeder Christ in jeder Kirche. Wir müssen uns daran erinnern.
Gott erinnern uns daran, wenn geschrieben steht: Meinst, dass ich gefallen habe am Tode des Gottlosen, spricht Gott der Herr, oder vielmehr daran, dass er sich bekehrt von seinen Wegen und am Leben bleibt?
Gottlos bin ich, immer wieder. Gottlos seid ihr immer wieder. Im besten Falle sind wir Sünder und Gerechte gleichzeitig. Wir scheitern, uns gelingt etwas. Wir sind Gott und den Menschen nahe, ehrlich zu uns selbst und zu unserem Vater im Himmel. Wir sind Gott fern, uns selbst fern, verkrümmt in ins Eigene.
Aber Gott steckt nicht in eine Schublade, sondern sieht den Weg jedes Menschen.
So wie der liebende Vater von dem Jesus erzählt, in dem Gleichnis das wir gehört haben. Er macht seine Arme weit auf und wartet. Er denkt an uns, so wie der Vater Jahre lange Zeit an seinen Sohn gedacht hat. Und als er ihn sieht, er heimkommt, fängt er an zu rennen. Reißt die Arme weit aus einander zu Umarmung.
Denn den Tod will Gott nicht für die Menschen. Nicht für sie, nicht für mich. Er will unser Leben. Hier in dieser Welt und darüber hinaus.
Er umarmt uns mit weit aufgerissenen Armen. Wie Jesus am Kreuz.
Er wählt den Tod für seinen Sohn und das Leben für uns.
Move 3 Wie weiter
Wie geht es jetzt weiter?
Vielleicht fangen wir einfach an.
Außen hui, innen pfui--- Stimmt das wirklich? Kann nicht jemand innerlich genauso schön sein, wie er es nach außen ist.
Blut ist dicker als Wasser--- Kommt es nicht auf die Beziehung an zu Verwandten und Freunden und nicht auf die Zufälligkeit das sie verwandt mit jemanden sind.
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm--- Und wenn doch? Wenn ich mir die Mühe mache jemanden nach seinem Ich zu befragen und nicht schon darauf zu schließen wer er ist, nur wegen seiner Familie oder den Verhältnissen in denen er lebt.
Der dümmste Bauer erntet die dicksten Kartoffeln--- Oder hat nicht jemand der Erfolg, manchmal auch einfach eine gute Idee? Oder Leidenschaft für seinen Beruf?
Wenn der Kuchen spricht, schweigen die Krümmel--- Wer sagt, dass der kleinste, der niedrigste, die jüngste nicht die Wichtigsten sind?

Möge uns Gott berühren mit seinem Geist. Der Geist einer verzeihenden Mutter, Vater und Freunds. Ein Geist der nicht in Schubladen steckt, sondern jeden ansieht, jeden einzeln.
Möge Gott uns berühren mit seinem Geist der Beziehung und der Versöhnung.
AMEN
 

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