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01.12.2019

Predigt zum 1. Advent am 01.12.2019 (Pfarrer Reinhard Süpke)

Liebe Gemeinde, liebe Kirchenälteste,

ich habe eine Nachricht für uns alle, die klingt erschreckend:

Die Kirchengemeinden Oldisleben, Ringleben und Seehausen wird es nicht mehr geben. Warum das? Weil es in der Zukunft überhaupt keine Kirchen mehr geben wird und auch keine Kirchengemeinden.

Denn wir leben auf ein ganz besonderes Ziel zu.

Ich meine nicht, was mir in der Schule erzählt wurde: Jeder religiöse Glaube wird mal untergehen, wenn wir das Ziel der Menschheitsentwicklung erreicht haben: Die vollkommene menschliche Gesellschaft – kurz : Kommunismus genannt.

Ich meine eine andere Zukunft. Wir haben von ihr vorhin aus dem Römerbrief gehört: Die Überschrift lautet:

„Leben im Licht des anbrechenden Tages“.

Und der Tag, der anbricht ist nicht Montag, der 2. Dezember. Es ist der Tag, an dem JESUS wiederkommt.

Paulus schreibt darüber:

„…Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe herbeigekommen…“

In unserer Zeit ist viel von der drohenden Klimakatastrophe die Rede. Gestern habe ich ein Foto gesehen von einer Demonstration der Klimaaktivisten. Ein Schild ist mir sofort ins Auge gesprungen: „Advent, Advent, die Erde brennt!“

Das ist ja ein umstrittenes Thema. Ich will mich auf eine Diskussion heute auch gar nicht einlassen. Ich will die einen nicht für dumm halten und die andren nicht verteufeln. Aber was mir deutlich wird: bei vielen Menschen gibt es eine Weltuntergangsstimmung.

Davon ist ja in der Bibel auch die Rede. Aber ich werde nicht müde zu betonen: Wir leben nicht auf das Ende der Welt zu. Wir warten auf die Vollendung der Welt.

„…Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe herbeigekommen…“

Wenn dieser neue Tag kommt, dann wird es keine Kirchen und keine Gemeinden mehr geben. Dann gibt es nur noch das Volk Gottes.

Im letzten Buch der Bibel lesen wir: „Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; 4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; …Und ich sah keinen Tempel …; denn der Herr, der allmächtige Gott, ist ihr Tempel, ...“

Die Welt wird zum Ziel gekommen sein – die Gemeinde JESU auch!

Wenn es keinen Tempel und keine Kirchen mehr gibt, dann brauchen wir auch nicht mehr so viele Bauanträge zu schreiben… und Bürokratie abzuarbeiten… Das sage ich mit einem Augenzwinkern.

Aber es gibt auch keinen Streit mehr, kein Ringen um Richtig oder Falsch. Dann hat GOTT alles gerichtet – vor allem im Sinne von ausrichten, aufrichten, richtigstellen. Es gibt dann vollkommene Gerechtigkeit.

Aber bis dahin werden wir unseren Glauben leben. Bis dahin werden wir ihn bekennen. Bis dahin werden wir auch in den Gemeinden um den richtigen Weg ringen. Auch in unseren Dörfern, mit unseren Nachbarn, Kollegen und Freunden.

Auf die Gemeinen werden die Menschen schauen und fragen: Meinen die das alles ernst mit ihrem Glauben. Diese Frage werden sie auch den Kirchenältesten stellen.

Es gibt viele Aufgaben für die Ältesten… (Hoffentlich hat jetzt keiner Angst bekommen… der neue Bischof der EKM hat in der Synode seinen ersten Bericht gehalten. Dabei sagte er interessanterweise: „Bisher habe ich noch keinen Fluchtreflex gespürt…“)

Unser wichtigstes Thema ist: „Leben im Licht des anbrechenden Tages“.

Paulus gibt dazu ein paar Stichpunkte:

„Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. …

Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.“ Rö. 13, 8ff i.A.

Wenn wir mal bedenken, wie in unseren Tagen mit Worten übereinander hergefallen wird. Wie Menschen, die anderer politische Meinung sind, niedergemacht werden. Dann sind solche Worte aus der Bibel das Kontrastprogramm. „Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses.“

Ich will nicht unnötig dramatisieren. Aber die Atmosphäre in unserem Land könnte eindeutig besser sein. Um sie heller zu machen, ist es nötig, dass wir vorleben, was unsere Zukunft ist:

„Leben im Licht des anbrechenden Tages“.

Anstelle zu Verleumdungen, Beschimpfungen, Rufmord usw. zu greifen: „lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts.“ Rö. 13,12

Wir können segnen, statt fluchen oder gar zu verfluchen. Wir können Gutes über andere sagen, ihren Wert als Menschen hochhalten, anstatt sie „runterzumachen.“

Und warum? „…Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe herbeigekommen…“

Nicht die, die lautstark drohen werden Geschichte schreiben. Sondern die, von denen JESUS sagt:

„Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden den Erdkreis besitzen.“ Mt.5,5

JESUS hat es selber vorgelebt. ER hat die Sanftmut gelebt bis zu seinem furchtbaren Tod am Kreuz. Aber das war nicht das Ende. Denn ER ist von den Toten auferstanden. Und am Abend vor seinem Tod hat er seinen Jüngern – und damit auch uns versprochen: „Ich erwarte Euch in meiner neuen Welt am festlich gedeckten Tisch!“

Daran erinnert uns das Abendmahl, das wir auch heute feiern. Wir feiern in diesem Mahl das „Leben im Licht des anbrechenden Tages“.

Ein inzwischen sehr alter Pfarrer aus Sachsen erzählt dazu: „Als … eines Sonntags im August 1968 sich die Masse der russischen Armee – Einheiten, die lange Zeit vorher an der sächsischen Grenze zusammengezogen worden waren, mitten in der Nacht in Richtung tschechische Grenze in Bewegung setzte, wusste keiner, was daraus werden würde. Und ich hatte wenige Stunden später zu predigen….“

Da wurde er daran erinnert, dass „das Lamm GOTTES“, JESUS, der Auferstandene ist. Und der regiert immer noch. Seitdem hat sich die Gemeinde beim Abendmahl immer daran erinnert: „Maranatha – unser Herr kommt! Ja, komm, Herr Jesus und mache uns bereit.“

Wir haben in unserer Liturgie zum Abendmahl immer diese Worte, die an den kommenden Tag erinnern.

Und die will ich mit Ihnen üben – so dass wir sie uns merken, damit sie uns tragen. Damit wir Kraft haben zu „Leben im Licht des anbrechenden Tages“.

„Groß ist das Geheimnis des Glaubens… Deinen Tod, o HERR, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir bis Du kommst in Herrlichkeit. Amen.“ 

Christoph Richter „Es war ein tolles Leben… mein Leben als Dorfpfarrer.“

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