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09.02.2020

Predigt zu Mt 20,1ff am 09.02.2020 in Oldisleben (Reinhard Süpke)

Liebe Gemeinde,

„Abgerechnet wird zum Schluss!“

Das hört sich an wie: „Wer zuletzt lacht, lacht am Besten!“

Das klingt wie: „Am Ende kriegt jeder seine gerechte Strafe

Viele meinen es so: „Na warte! Abgerechnet wird zum Schluss! Ich werde dann der Sieger sein und Du der Verlierer. Ich der Gerechte und Du der Schuldige! Ich bin der Champion, der Held, Du bist dann ein Nichts! Denn: „Abgerechnet wird zum Schluss!“

Allerdings wissen wir, dass es oft nicht so gerecht ausgeht in dieser Zeit und Welt. Es gibt einen Western aus dem Jahr 1970. Der heißt: „Abgerechnet wird zum Schluss!“

Dieser Film hat kein Happy End! Dem Helden im Film widerfährt keine Gerechtigkeit! Und so ist es oft im Leben! Die ausgleichende Gerechtigkeit lässt auf sich warten… und scheint nie zu kommen.

Viele Menschen fragen sich das auch im Blick auf die Politik und die Politiker im Land. Ganz konkret: Thüringen hat noch immer keine funktionierende Regierung. Das vielleicht nur, weil ein paar Gruppen sich gesagt haben: „Abgerechnet wird zum Schluss!“ und dann wurden Machtspielchen losgetreten.

Keine Angst, ich will heute (morgen) nicht darüber mit Ihnen streiten. Ich frage mich: Was machen wir in der Zeit, bis die Politiker sich einig werden? Und was tun wir, wenn es dann ganz anders kommt – wenn es nicht besser wird im Land?

Wie geht es dann für uns weiter – wie leben wir dann weiter?

Ausgerechnet in diese Zeit sollen wir auf ein Gleichnis hören, das JESUS erzählt hat. Ehrlich gesagt: Ich wollte erst einen anderen Predigttext als diesen nehmen. Was sollen wir gerade in diesen Tagen mit diesem 2000 Jahre alten Gleichnis anfangen, das JESUS erzählt hat? mir fiel erst einmal ein, dass ein alter Oberkirchenrat uns jungen Pfarrern riet: Wenn es in der Politik rumort, dann bleiben Sie beim angeordneten Bibeltext. Es wird sie überraschen, wie aktuell der ist.

Und ich habe mich überraschen lassen. Ich lade Sie ein, sich auch überraschen zu lassen.

Das Gleichnis hört sich erst einmal an wie: „Abgerechnet wird zum Schluss!“ Und das wird es auch.

Aber beginnen wir von vorn. Der erste Satz des Gleichnisses zeigt uns die Richtung, in der wir weitergehen können.

Wir gehen in Zuversicht und Hoffnung weiter, wenn wir diese Worte JESU ernst nehmen: Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen.

Der Besitzer des Weinberges ist ein Bild für GOTT. ER sucht Arbeiter für seinen Weinberg. D.h. Menschen, die sich auf seinen Willen einlassen.

Menschen, die darauf vertrauen, dass es sich lohnt, für diesen Herrn zu arbeiten. Denn als Lohn bekommen sie einen Silbergroschen – Luthers Übersetzung. Das ist das Geld, das eine Familie brauchte, um den nächsten Tag versorgt zu sein.

Es geht aber hier um mehr als nur den nächsten Tag, die nächsten Wochen, Monate Jahre. Es geht um das Königreich Gottes.

Das Königreich GOTTES ist ein altes Wort, aber ein Bild voller Hoffnung. Als die „Neue Welt“ Gottes wird es gern übersetzt. Weil GOTT die Welt heilen und erneuern wird. Am Ende siegt die Gerechtigkeit.

Manchmal sprechen wir auch vom „Tag des HERRN“

Der „Tag des HERRN“ – das ist der Tag, der kein Ende mehr hat. Es wird ein unbeschreiblicher Tag sein.

Dann hat nur noch JESUS Christus das letzte Wort – und ihn IHM GOTT selber.

Wie weit, wie lange ist es bis dahin? Dass weiß kein Mensch. Aber wer sich der „Arbeit im Weinberg“ anschließt, wird erleben, dass es sich am Ende auszahlt. Dass es sich lohnt hier und heute auf die Worte JESU zu hören, sie umzusetzen im Leben.

Was bedeutet das: im „Weinberg GOTTES zu arbeiten“. Und dass auch noch 12 Stunden lang. Arbeiten in der Mittagshitze, bis endlich Feierabend ist?

Zuerst bedeutet das, JESUS Christus und seinen Worten zu vertrauen. Nach ihnen zu leben, JESUS nachzufolgen in unserer Zeit.

Z.B. diese Worte:

31 Also macht euch keine Sorgen! Fragt nicht: 'Was sollen wir essen?' 'Was sollen wir trinken?' 'Was sollen wir anziehen?'

32 Mit all dem plagen sich Menschen, die Gott nicht kennen. Euer Vater im Himmel weiß, dass ihr all das braucht.

33 Sorgt euch zuerst darum, dass ihr euch seiner Herrschaft* unterstellt und tut, was er verlangt, dann wird er euch schon mit all dem anderen versorgen.

34 Quält euch also nicht mit Gedanken an morgen; der morgige Tag wird für sich selber sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last hat.«

Die „Arbeiter im Weinberg“ sind die Menschen, die sich auf den Ruf JESU einlassen. Und zwar den Ruf, hier und heute für GOTTES Ziele zu leben. Im Vertrauen darauf, dass GOTT für uns an jedem neuen Tag sorgt. M.a.W.:

Die Arbeit in GOTTES Weinberg ist vor allem Vertrauenssache.

Das Schwierige ist, dass dieser Glaube verspottet, angefeindet wird.

Eine Kollegin von mir hat als Kind in der Schule folgendes erlebt:

Die Lehrerin fragte: „Wer von Euch glaubt denn noch an GOTT?“ Da hat sich Antje gemeldet. Die Lehrerin lässt sie nach vorne kommen. Dann sagt sie zu den anderen Kindern: „Lacht sie mal alle aus!“

Es gibt viele solcher Geschichten. Auch in dieser Gesellschaft.

Und dann denken wir: es zieht sich so lange hin, bis der „Tag des HERRN“ kommt. So lange, dass wir manchmal zweifeln und denken, er kommt nie. In einem unserer alten Lieder betet der Verfasser:

O JESU Christ, Du machst es lang mit deinem jüngsten Tage. Den Menschen wird auf Erden bang, von. wegen mancher Plage…“

Die Arbeit im Weinberg GOTTES ist Vertrauenssache. Aber es wird oft nicht leicht sein, den Glauben festzuhalten. Es wird nicht immer leicht sein, Vertrauen zu wagen.

Nun wird uns erzählt: Einige der Arbeiter im Gleichnis beschweren sich. Als am Ende des Arbeitstages abgerechnet wird, bekommen alle den gleichen Lohn. Die, die nur eine Stunde gearbeitet haben, und die, den ganzen Tag, 12 volle Stunden im Einsatz waren.

Erst einmal können wir alle verstehen, dass sie die beschweren, die den ganzen Tag geschuftet haben.

Sie haben in der Hitze des Tages gearbeitet. Aber sie haben durchgehalten. Bis zum Ende. Der Apostel Petrus vergleicht das Leiden der Christen auch mit Hitze. (1. Petr. 4,12)

Die Beschwerde ist verständlich. Wo bleibt die Gerechtigkeit des Reiches Gottes?

Es geht hier aber nicht einfach um Schuften und Geld verdienen.

Es geht um das Überleben der Arbeiter und ihrer Familien. Sie alle brauchen den ausgemachten Lohn, um den kommenden Tag leben zu können.

JESUS erzählt das Gleichnis als Provokation. Denn der Herr des Weinberges ordnet an, dass ausgerechnet die, die nur eine Stunde gearbeitet haben, zuerst den Lohn bekommen – den einen Silbergroschen. Klar, dass die, die am längsten gearbeitet haben denken, dass sie viel mehr bekommen. Vielleicht sogar das Zwölffache!!! Aber auch sie bekommen nur den einen Silbergroschen... Die einen haben den Lohn hart erarbeitet – die andern bekommen es geschenkt????

Aber schauen wir den Silbergroschen noch einmal genauer an: Mit diesem Betrag kann eine Familie in den nächsten Tag starten.

Anders gesagt: DER SILBERGROSCHEN IST KEIN HUNGERLOHN!!!!!

WENN AM ENDE DER ZEITEN GOTTES REICH ANBRICHT, DANN WERDEN WIR STAUNEN; WIEVIEL GÜTE UND LEBEN IN DIESEM SILBERGROSCHEN STECKT!!! Dieser Silbergroschen schenkt uns das Leben am Tag des HERRN!

„Abgerechnet wird zum Schluss!“.

Erinnern wir uns, wie der Besitzer des Weinberges abrechnet: Mit einer großen Güte. Denn die letzten bekamen den Lohn geschenkt. Sie hätten sonst nichts für Ihre Familien zum Leben gehabt.

Wer diese Abrechnung bedenkt, der entdeckt GOTTES Liebe.

Die Liebe GOTTES, die eben nicht gibt, was wir verdienen.

Die Liebe GOTTES, die immer mehr schenkt, als wir erwarten. Paulus schreibt es so: „GOTT auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“ Rö.8,32

„Abgerechnet wird zum Schluss!“ Als JESUS am Kreuz starb, da hat ER alle Rechnungen beglichen, die uns von GOTT und seiner Güte trennen. Als JESUS auferstand, wurde diese Güte GOTTES besiegelt.

Wir vertrauen, dass jeder bei IHM willkommen ist. Egal, ob er im Alter oder in der Jugend oder als Kind angefangen hat, GOTT zu vertrauen.

Egal, wie alt oder schwach wir uns fühlen: Die „Arbeit im Weinberg“ ist Vertrauenssache. Jeder, der an JESUS glaubt, wird am Ende erkennen: Es hat sich gelohnt, IHM zu vertrauen. Egal, wie schwer es oft erschien. Egal, wie spät wir dazugekommen sind. Wir werden erfahren, was wir geglaubt haben. und wir werden darüber staunen, was wir alles nicht geglaubt haben. und für den Weg durch die politischen Wirren hilft uns dieses Lied: „Vertraut auf den HERRN für immer, denn ER ist der ewige Fels…“ „Die Mächtigen kommen und gehen, / und auch jedes Denkmal mal fällt. / Bleiben wird nur, wer auf Gottes Wort steht, / dem sichersten Standpunkt der Welt.“

1) Wer Gott folgt riskiert seine Träume,
setzt eigene Pläne aufs Spiel.
Auch als Verlierer kommt ihr nicht zu kurz.
Gott bringt euch an sein gutes Ziel.

Ref.: Vertraut auf den Herrn für immer,
denn er ist der ewige Fels.

2) Auch mit Gott gerät man in Krisen,
Probleme, die unfassbar sind.
Trotz aller Zweifel seid dennoch gewiss:
Er schläft nicht und sorgt für sein Kind.

3) Wo feststeht, dass alles im Fluss ist,
schwimmt vielen der Glaube mit fort.
Gott ist unwandelbar, denn er ist Gott.
Seid sicher: Der Herr hält sein Wort.

4) Die Mächtigen kommen und gehen,
und auch jedes Denkmal mal fällt.
Bleiben wird nur, wer auf Gottes Wort steht,
dem sichersten Standpunkt der Welt.

5) Und lehrt eure Kinder das eine,
dass über Gott keiner mehr steht,
dass auch der Größte klein beigeben muss,
wenn Gott kommt und alles vergeht.

6) Wer stirbt, der wird nicht nur zur Erde.
Gott ruft ihn zum Jüngsten Gericht.
Finsternis bleibt für die einen zuletzt,
die anderen dürfen ins Licht.

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