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24.11.2019

Predigt zu Matthäus 25,1 - 13 am 24.11.2019 (Pfarrer Reinhard Süpke)

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Predigt zu Matthäus 25, 1 – 13
Liebe Gemeinde,
ich habe vor ein paar Tagen wieder zwei gute Gelegenheiten verpasst. Ich musste dringend tanken. Eine Tankstelle auf dem Weg hatte einen günstigen Preis. Also habe ich dort zugeschlagen. Ich wusste, dass ich an diesem Abend an noch ein paar Tankstellen vorbeikomme. Aber man weiß ja nie… und es kam, wie es kommen musste: Als ich abends an den anderen Tankstellen vorbeikam stellte sich heraus: Ich hätte sparen können.
Am selben Tag nahm mich ein netter Verkäufer beiseite. „Wenn Sie noch zwei Wochen warten, dann gibt es 20% Rabatt bei jedem Einkauf über 100 €!“
Dummerweise konnte ich nicht warten. Und Hundert Euro wollte ich auch nicht ausgeben. Kurz und gut – ich habe mich nicht lange mit diesen verpassten Gelegenheiten rumgeärgert. Das nächste Mal klappt es hoffentlich besser. Außerdem ging es nur um Geld. Wer unter uns sparsam ist, soll mich bitte nicht falsch verstehen. Denn es gibt verpasste Gelegenheiten im Leben, die tun uns mehr weh, als der Verlust von Geld.
Gerade in diesen Tagen und Wochen, wo es um Abschied, um Trauer, um Verlust, um Tod und Sterben geht, kommen die Erinnerungen an verpasste Gelegenheiten.
Freunde und Familienmitglieder sagen z.B. immer wieder diesen Satz: „Es ist schade, dass man sich nur zu solchen Anlässen sieht!“ Aber warum haben wir uns nicht auf den Weg gemacht, um Familie und Freundschaft zu pflegen?
Es geht noch tiefer: Heimlich denken manche Menschen daran, dass sie eigentlich noch was klären wollten. Aber wir warteten auf eine gute Gelegenheit – die kam aber nie. Aber die Schwelle, über die wir gehen mussten, kam uns zu hoch vor. … im Rückblick war sie gar nicht so hoch…
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Vielleicht haben wir uns auch immer eingeredet: „Ach, war ja nicht so schlimm…“ Aber wir können es nicht verwinden, dass wir uns nicht ausgesprochen haben. Es war wie bei den Kindern in der Schule. Sie mussten eine schlechte Note unterschreiben lassen. Auf den letzten Pfiff – kurz bevor der Schulbus kam, läßt man das unterschreiben.
Oder wie viele denken daran, dass es ein „zu spät“ gab für schöne Erlebnisse und Erfahrungen:
Hätten wir nicht öfter …
 …mit den Kindern spielen sollen?
 …in Urlaub fahren sollen?
 Hätten wir nicht öfter etwas für unsere Seele tun sollen?
Arbeit, Karriere oder etwas Anderes stand im Zentrum. Und auf einmal kommt der Punkt, wo ein Mensch merkt: Ich habe das Wichtigste verpasst. In einem berühmten Film sagt ein mächtiger Mann am Ende seines Lebens: „Von allen meinen Fehlern, die ich begangen habe, war der größte, dass ich mich nicht entschieden habe für die Liebe…“1
So eine Erkenntnis ist bitter am Ende des Lebens. Das ist der Moment, wo es kein Zurück mehr gibt, wo wir nichts mehr ändern können.
Nicht umsonst gibt es in der Mitte der Bibel den Satz:
„Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ Ps.90,12
JESUS hat dieses ernste Gleichnis von den zehn jungen Frauen erzählt. Fünf von ihnen sind töricht – die anderen sind klug. Bevor wir uns das näher anschauen, müssen wir verstehen, worum es JESUS geht. ER lädt ein, das Beste nicht zu verpassen. Und das Beste ist, am Ende des Lebens zu wissen: Ich sterbe nicht einfach – sondern ich gehe zu einem Fest, das niemals endet. Ein Fest, das niemals öde,
1 https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Dornenvögel_(1983)
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langweilig wird. Ein Fest, das niemand bereut! Es gibt danach keinen Kater. Es gibt danach keine Schuld. Dieses Fest wird manchmal als ein großes, wunderbares Essen geschildert. Und wir werden dort an einem Tisch sitzen mit den wirklich wichtigen Leuten wie Noah, Abraham und Sarah, Mose und Miriam, Petrus, Johannes, Maria Magdalena, Paulus und mit JESUS selber.
Hier beschreibt JESUS dieses Fest mit einer Hochzeit. Das war in Israels Leben das wichtigste Fest: Das Leben von zwei Menschen kommt ans Ziel – und neues Leben beginnt. Hochzeit ist ein Fest der Hoffnung. Die große Hoffnung, die mit der Hochzeit beschrieben wird ist die, dass JESUS wiederkommt und sein Werk vollendet.
Dieses Werk begann damit, dass JESUS ein Mensch wie wir wurde.
Es wurde in der Tiefe des Leidens am Kreuz fortgesetzt. Dort hat JESUS alles weggetragen, was uns vom Leben mit GOTT trennt. Und das ist unsere Schuld und Sünde. Das sind nicht ein paar Fehlerchen oder Lackschäden. Sünde ist der Riss zwischen GOTT, der Quelle des Lebens, und uns. Diesen Riss können wir nicht mehr kitten. Aber JESUS hat unsere Sünden auf sich geladen. ER trug wie weg. Wir werden davon frei, wenn wir IHN darum bitten.
JESUS ist auferstanden und macht uns Hoffnung: Der Tod ist nicht das Letzte. Wir werden vom Leben erwartet.
Und schneller, als wir ahnen, kommt JESUS wie ein Bräutigam, um uns zu diesem großartigen Fest zu holen. Das Fest, bei dem alle Trauer flieht. Der Moment, an dem GOTT alle Tränen von unseren Augen wischt. Der Frieden, der keinen Krieg mehr kennt. Das Leben, das keinen Tod und keine Gräber mehr kennt.
Dazu lädt uns JESUS ein – aber er stellt auch die Frage. „Nimmst Du meine Einladung ernst?“
Darum erzählt ER von den fünf klugen und den fünf törichten Brautjungfern.
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Diese Brautjungfern teilen die gleiche Hoffnung: Das Fest. Bei allen brennen die Lampen, alle schlafen ein.
Der Unterschied ist: „Die törichten nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen kein Öl mit. 4 Die klugen aber nahmen Öl mit in ihren Gefäßen, samt ihren Lampen.“ Mt.25
Töricht heißt hier nicht „dumm“! Sondern „nachlässig“; „unbedacht“. Sie nehmen diese Einladung nicht ernst genug.
Dieses Fest wird ein Fest großer, unbeschreiblicher Freude sein. Aber es zu verpassen, vor der verschlossenen Tür zu stehen – das ist einfach nur furchtbar. Das wird mehr schmerzen als jede andere verpasste Gelegenheit.
Worin besteht diese Torheit? Luther sagt in seiner Predigt dazu:
„…was fehlt ihnen? Sie treibens nicht mit Ernst. Sie suchen das ihre und nicht Gottes Ehre allein. … An der Freude wollen sie wohl teilnehmen, sie wollen alle zum Fest. … aber sie sind nicht mit Öl versorgt…“2
Nun wird immer wieder gerätselt, was das Öl bedeutet. Und wie schaffen wir genug Vorrat an Öl an? Es ist, als ob JESUS uns ein Rätsel aufgibt. Es ist aber eins, dessen Lösung naheliegt:
Das Öl lässt die Flammen in den Lampen brennen.
Es geht um die Flamme des Glaubens. Es geht um unsere persönliche Beziehung zu GOTT. Unser Vertrauen in IHN macht uns Hoffnung, schenkt uns Mut und Zuversicht. Glaube und Vertrauen – diese Worte sind verwandt mit dem Wort: Treue, also Beständigkeit.
Aber:
Was kann ich dafür tun, dass dieses Licht in der Nacht beständig brennt und nicht ausgeht?
2 Luther Deutsch: Die Predigten. (Bd. 8): Bd. 8 | Kurt Aland D.D 1955 Band 8 S327ff
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Klare Sache: Genug Öl mitnehmen! Ich muss also selber Öl mitbringen, eine kleine Mühe auf mich nehmen. Ich muss einen Vorrat an Öl mit mir rumtragen. Damit ich immer nachfüllen kann!
Familie und Freundschaften pflegen wir, indem wir uns besuchen, oder gemeinsame Zeit verbringen, miteinander feiern und reden, unsere Sorgen und Freuden tauschen, unser Herz ausschütten.
Die Flamme des Glaubens feuern wir immer wieder an, indem wir immer wieder, Tag für Tag, den Kontakt zu GOTT, dem Vater, dem Sohn und den Heiligen Geist pflegen.
 Das geschieht im Gebet – wenn wir GOTT loben oder IHM unser Herz ausschütten. Wann betest Du? Oder lässt Du nur für Dich beten?
 Wo ist deine Bibel? Wie oft lässt Du dich durch sie ansprechen?
Ein katholischer Kollege schreibt: „Wer… aus der Bibel erzählen kann… der verfügt über einen Schatz von geheimnisvoll leuchtenden Geschichten, aus denen man leben kann.“3
 Was bedeutet Dir die Gemeinschaft mit anderen Christen im Gottesdienst – und der Gottesdienst selber.
Es geht nicht darum, besser zu sein als die anderen. Luther weis in seiner Predigt darauf hin, dass alle Brautjungfern einschlafen. Aber: „Gott kann in seinem Reich auch Sünder leiden, wenn man die Sünde nur erkennt, wenn man nur auftut, wenn er anklopft. Aber das ist unser Trost dass sie (die Sünden) uns nicht schaden. Und wenn wir Gott bitten, so vergibt er sie uns.“4
Das ist die kleine Schwelle, von der wir manchmal denken, sie sei so schwer zu überschreiten.
Und JESUS ist es ist ernst damit, uns herauszufordern, das Feuer des Glaubens brennen zu lassen.
3 Klaus Berger, „JESUS“, S 363
4 Luther Deutsch: Die Predigten. (Bd. 8): Bd. 8 | Kurt Aland D.D 1955 Band 8 S327ff
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Aber wer will vor der Tür stehen bleiben, wenn wir zu so einem großartigen Fest eingeladen sind? Die Hochzeit wartet auf uns. JESUS und seine Gemeinde werden verbunden! Dann wird auch GTOTTES Sehnsucht war: „Gottes eigentlicher, geheimster Wunsch – das Ende aller Dinge als großes, strahlendes Fest.“5
5 Klaus Berger, „JESUS“ S 364

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