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22.04.2019

Predigt zu Lk 24,13-34 am 22.04.2019 in Allstedt (Martin Weber)

Emmausjünger

Kleopas und seine Gefährten sind unterwegs. Wohin ist zumindest auf der Landkarte klar: Es geht nach Emmaus 30 km von Jerusalem entfernt. Mindestens ein Tagesmarsch. Sie sind unterwegs, reden über dies und das. Aber wo sind sie innerlich? Sie sind auf dem Weg ins Nichts. Denn nichts ist geblieben von der Hoffnung die sie haben. Vielleicht ist die Reise nach Emmaus ein letzter Versuch zumindest sich selbst zu retten, mit heiler Haut davon zu kommen. Denn sie spüren, irgendetwas ist da im Gange.

Nicht nur, dass zuerst alle ihre hohen Ziele von einem Leben an der Seite ihres Königs dahin sind, nun Rumort es. Die Frauen erzählen von leeren Grab, davon das der Meister lebt….

Wie lange dauert es bis Römer und Hohepriester jagt machen. Sie müssen los. Irgendwo hin.

Sie reden dabei über das, was geschehen ist. Aber wo liegt das Ziel? Sie erzählen sich gegenseitig was sie, wie erlebt haben. Gesprächstherapie, sozusagen.

Vielleicht haben sie das auch schon mal erlebt. Auch wenn der andere nichts Neues beizutragen hat, so tut es gut zu reden. Eine Resonanz zu haben, sich in einer Gemeinschaft zu fühlen, die einander versteht. Das kann eine Weile tragen, auch wenn noch kein Land in Sicht ist. Sie sind auf dem Weg und doch stehen sie still.

Und da werden sie angesprochen, mitten hinein in diese Situation:

Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschichten.

15 Und es geschah, als sie so redeten und einander fragten, da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen.

16 Aber ihre Augen wurden gehalten, dass sie ihn nicht erkannten.

17 Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Dinge, die ihr miteinander verhandelt unterwegs? Da blieben sie traurig stehen.

18 Und der eine, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu ihm: Bist du der Einzige unter den Fremden in Jerusalem, der nicht weiß, was in diesen Tagen dort geschehen ist?

19 Und er sprach zu ihnen: Was denn? Sie aber sprachen zu ihm: Das mit Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Tat und Wort vor Gott und allem Volk;

20 wie ihn unsre Hohenpriester und Oberen zur Todesstrafe überantwortet und gekreuzigt haben.

21 Wir aber hofften, er sei es, der Israel erlösen werde. Und über das alles ist heute der dritte Tag, dass dies geschehen ist.

22 Auch haben uns erschreckt einige Frauen aus unserer Mitte, die sind früh bei dem Grab gewesen,

23 haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben eine Erscheinung von Engeln gesehen, die sagen, er lebe.

24 Und einige von denen, die mit uns waren, gingen hin zum Grab und fanden's so, wie die Frauen sagten; aber ihn sahen sie nicht.

 

Etwas Neues kommt hinzu, jemand der scheinbar keine Ahnung hat, da haben sie nochmal die Chance in Erinnerung zu Schwelgen, noch einmal einen Ausflug zu machen in ihre Hoffnungen und Träume: Denn er kennt ja noch nicht das traurige Ende ihrer Geschichte.

Liebe Schwestern und Brüder,

auch das Kennen sie vielleicht. Jemanden etwas zu erzählen was er noch nicht weiß, Passagen der eigenen Geschichte erzählen, das ist wie eine Zeitreise. Sie können noch einmal miterleben, was vergangen ist. Das kann gut sein und zu einem wohligen Gefühl führen. Ich merke das selbst, wenn ich mit Freunden von Studium oder Abizeit das Vergangene Review passieren lasse oder anderen davon erzähle.

Die Frage ist immer, wie die Geschichte enden. Da sind die Jünger auf dem Weg nach Emmaus sind traurig und ratlos. Denn sie erinnern sich daran, an das Vergangene, aber sie sehen keine echte Zukunft. Sie sind „mit Blindheit geschlagen“. Gefangen auf dem Weg, der nirgendswo hinführt.

Selbst als ihr neuer Begleiter ihnen die Propheten und ihre Weissagungen für den Messias auslegt, brennt zwar ihr Herz, sie spüren irgendetwas: Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?

Aber Erkenntnis allein nützt ihnen nichts: Sie können nicht hinter den Schleier sehen. 

Sie erkennen ihn nicht.

Alles wissen ist für uns nicht genug. Die Schriften zu versuchen zu verstehen, Hintergründe des christlichen Glaubens erfahren, das ist wichtig, um ein verantwortungsvolles Leben im Glauben zu gestalten.

Aber es allein reicht nicht aus. Ich kenne das auch, etwas zu wissen, Zusammenhänge zu verstehen, das bedeutet manchmal für das eigene Leben gar nichts. Es ist gut und richtig, aber es ist noch nicht lebendig. Wir bestehen aus mehr als aus reiner Vernunft. Da ist noch mehr: Gefühl, Beziehung, Hoffnung.

 

 

Und sie kamen nahe an das Dorf, wo sie hingingen. Und er stellte sich, als wollte er weitergehen.

29 Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben.

30 Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, dankte, brach's und gab's ihnen.

31 Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen.

32 Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete?

33 Und sie standen auf zu derselben Stunde, kehrten zurück nach Jerusalem und fanden die Elf versammelt und die bei ihnen waren;

34 die sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und dem Simon erschienen.

35 Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war und wie er von ihnen erkannt wurde, da er das Brot brach.

 

Am Ende kommen die Jünger nicht in Emmaus an. Sie ihr weg führt jetzt nicht mehr ins Nichts, er bekommt unerwartet Richtung und Ziel.

Ihr Begleiter setzt sich mit ihnen. Er nimmt das Brot, er dankt und zerreißt es.

„Hat der Menschensohn nicht gesagt, dass er Drei Tage im Grab sein muss:

Heute ist der dritte Tag!“

Und auf einmal gehen ihnen die Augen auf.

Beziehung und Begegnung sind es, die sie sehen lassen: Es gibt ein Ziel, unerwartet und doch tief. In der Gemeinschaft des Brotbrechens haben sie ihn erkannt. Und er entschwindet vor ihren Augen. Aber nicht aus ihren Herzen.

Das ist auch an dich gerichtet. Im Brotbrechen, in der Beziehung lässt sich der lebendige Gott finden. Auch wenn es manchmal dauert und wir ihn manchmal nicht sehen.

Er sieht uns. ER will uns ausrüsten, selbst die schwersten und herausforderndsten Wege in Angriff zu nehmen.

Wie die Jünger die dahin umkehren, von wo sie geflohen sind. Um das zu erzählen, was sie ihre Freiheit und ihr Leben kosten könnte.

Ihr Weg ist noch weit, doch sie haben die Kraft:

Denn in ihren Herzen ist der Gott. AMEN

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