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Predigten

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21.04.2019

Predigt zu Joh 20,11-18 am 21.04.2019 in Allstedt (Martin Weber)

Move 1 Der Garten

Der Morgen ist noch jung und sanfter Nebel wabert hell in der Sonne. Kleine Grasbüschel und alte knöcherne Bäume säumen den Weg, bevor es ein paar Stufen hinauf geht zu der Höhle mit dem großen Stein.

Die Schönheit und Ruhe des Morgens ist kalt und still. Denn das was dieser Ort symbolisiert, hängt immer noch wie eine dicke dunkle Wolke über allem. Alles ist gedämpft und trüb, weit weg. Denn die Welt die sie kannte, die Welt die ihre Freunde kannten ist zu Ende gegangen.

Und so ist alles was es noch zu tun gibt: zu trauern. Etwas nachzuhängen, was vergangen ist, aber was sie nicht begreifen kann und auch nicht begreifen will.

Noch eine Biegung dann ist es soweit, dann sieht sie das Grab.

Move 2 Brennen und Weinen- Die Meldungen

Ich höre die verschiedenen Meldungen der letzten Tage im Autoradio. Notre Dame brennt lichterloh, zum Glück wird niemand verletzt, aber ein Denkmal von unschätzbarem kulturellem Wert wird fast zerstört. Im Sudan droht der Bürgerkrieg zwischen Anhängern der Regierung und des Militärs, extremistische Milizen sind unterwegs und verbreiten zusätzlich Angst und Schrecken.

In Libyen ist der Bürgerkrieg schon da. In Europa wächst die Feindlichkeit gegen die Demokratie.

Mehr Kinder als je zuvor geben bei der Frage nach dem gefühlten Druck im schulischen Alltag an „starken Druck zu verspüren“ den Anforderungen gerecht zu werden.

Ich komme an und schalte Auto und damit auch Radio aus.

Manchmal spüre ich diesen Schatten der alles überdeckt. Alles ersticken will. Und manchmal ist er sogar beruhigend. Ich kann mich aufregen, denn das geht einfach und belebt zeitweilig. Ich weiß, welche Meldungen zu erwarten sind. Ich kann darauf verzichten etwas Anderes zu erwarten und dann enttäuscht zu werden.

Als ich aus dem Auto steige und Türe hinter mir zu fallen lasse, drehe ich mich noch einmal zu meinem Auto und drücke die Taste, die es verschließt.

Als ich mich herum drehe stehe ich im Garten mit den knorrigen Bäumen, dem dichten Nebel und der einsamen Frau, die dort die letzten Schritte auf dem Weg zur Höhle geht.

Sie trauert. Sie ist gebrochen.

Ich denke mir: „Wenigstens hast du einen Ort zum Trauern, einen Ort an den du gehen kannst. Wenigstens etwas Greifbares bleibt von ihm übrig.“

Und dann ihr entsetztes Gesicht. Wo ist er!!!!! Wo haben sie ihn hingebracht!!! Wo ist er!!!

Move 3 Auferstehung und das Leben

Gestern Mittag war ich einige Lebensmittel einkaufen. Als ich am Zeitschriften Regal vorbei schlendere sehe ich das Titelbild des Spiegels: Drauf zu sehen Jesus vor einem Wolkenhintergrund und darunter die Überschrift: „Wer soll denn sowas glauben?“ -Warum selbst Christen keinen Gott mehr brauchen!

Ein typischer Reißer, der mich nicht mehr schockt und der mich in meiner Haltung bestärkt, dass die großen Boulevard -Blätter der Kirche jährlich zweimal Gebühren zahlen müssten, weil sie jedes Mal ihr Thema schon von uns geliefert bekommen: Einmal zu Weihnachten und einmal in der Osterwoche. Der Text und seine Themen sind dann auch wie immer das gleiche Gemisch wie jedes Jahr:

Wieviel Christen glauben noch an Gott, wie viele an die Auferstehung Jesu, war das Grab leer und kann der christlichen Ethikkanon, der dann auch wertgeschätzt wird, nicht einfach ohne Gott auskommen? Der ganze religiöse Überbau einfach weg?

Soweit so bekannt.  

Und irgendwie auch nachvollziehbar. Wäre nicht alles leichter nur die ethischen Bestimmungen der Bibel zu übernehmen und den ganzen Rest über Bord zu werfen? Bergpredigt und gut?

Jeder von ihnen kann sich selber diese Frage beantworten.

Ich möchte ihnen gerne sagen, wie ich es empfinde.

Die ersten Christen sind losgegangen und haben sich getroffen, um diese unglaubliche Geschichte zu erzählen: Er ist nicht hier im Grab. Er lebt.

Das hat Angst gemacht und Spott hervorgerufen, schon vor knapp 2000 Jahren. Und wieviel leichter wäre es gewesen, aus Jesus einen großen toten Propheten zu machen.

Es wäre auch für uns einfacher. Und es wäre das Gegenteil von dem was, für was Jesus gelebt, gestritten und gelitten hat. Für was er starb, wozu er auferstand. Nichts von dem für was Jesus stand, stand ohne die Verbindung zu Gott. Das höchste Gebot, also Gott lieben, seinen Nächsten und sich selbst. Der Begriff der Familie Gottes, die Vergebung der Sünde. Die Gleichheit der Menschen als Kinder Gottes und Ebenbild Gottes.

Der christliche Glaube hat ein Korrektiv, einen der nach uns fragt.

Liebevoll und fordernd. Der Gott der Mensch wurde, der Gott der starb, der auferstand und uns liebt. Das kann anstrengend sein und Angst machen. Denn Gott ist nicht Tod, sondern lebt.

Maria kann es nicht glauben, Petrus konnte es nicht glauben, Thomas sowieso nicht.

Sie mussten es erleben, wie Gott in ihrem Leben wirkt. Danach gab es kein Zurück mehr.

Move 4 Überzeugen oder überzeugt Leben

Wo ist er? Wo haben sie ihn hingebracht?

Ich höre nur seine Stimme: „Maria“ „Maria, ich bin es!“---- „Meister!“ ich höre ihre Stimme!

Sie wird angesprochen und ist sich sicher: „Er lebt!“

Wir feiern heute diesen Tag. Jesus ist nicht im Tod geblieben. Wie können wir andere Menschen davon überzeugen?

Ich sage: Gar nicht!

Es ist nicht unsere Aufgabe irgendjemand zu überzeugen. Sondern wir sind in Ehrlichkeit und Geschwisterlichkeit dazu berufen überzeugt zu Leben. In Zweifel und Gewissheit, Schmerz und Freude.

Wenn wir überzeugt Leben, nach Jesus dem Sohn Gottes in unserem Leben suchen, werden wir entdecken. Wenn wir ohne Zwang und Offen unserer Leben überzeugt auf Jesus den Auferstanden gründen, ist alles getan was getan werden muss. Der Auferstandene tut den Rest, über das Grab hinaus.

Lasst Sie spotten. Es ist egal.

Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten? Er ist auferstanden er ist nicht im Grab, sondern überall.

Zwischen uns.

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