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09.09.2018

Predigt am 09.09.2018 in Körner (Sebastian Kropp)

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.

Der Predigttext für diesen Sonntag steht im Brief des Paulus an die Galater im 5 und 6 Kapitel.

Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln. Lasst uns nicht nach eitler Ehre trachten, einander nicht herausfordern und beneiden. Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Denn wenn jemand meint, er sei etwas, obwohl er doch nichts ist, der betrügt sich selbst. Ein jeder aber prüfe sein eigenes Werk; und dann wird er seinen Ruhm bei sich selbst haben und nicht gegenüber einem andern. Denn ein jeder wird seine eigene Last tragen. Wer aber unterrichtet wird im Wort, der gebe dem, der ihn unterrichtet, Anteil an allem Guten. Irret euch nicht. Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen. Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen.

Amen.

Liebe Schwestern und Brüder,

leichten Schrittes huschte die Frau an mir vorbei. Während ich in der heißen Sonne unter meinem Rucksack ächzte. Ich hatte kurz zuvor meine Wasserflaschen aufgefüllt und er war jetzt spürbar schwerer als zuvor. Vor mir lagen noch zehn Kilometer in der prallen Sonne, zehn Kilometer ohne die Hoffnung auf Schatten, zehn Kilometer mit der Last auf meinen Schultern.

Die Frau schnatterte vergnügt daher, sie zeigte hier und da. Die Hitze schien ihr nichts auszumachen. Sie hatte ja auch keinerlei Gepäck. Ohne Rucksack! Ohne einen schweren Rucksack den lieben langen Tag durch die Gegend zu schleppen, mit verkrampften Schultern und schmerzender Hüfte. Da lässt es sich leicht fröhlich ausschreiten.

Die Frau hält inne und pflückt eine Mohnblume vom Wegrand. Lächelnd zeigt sie mir die Blume. Und jetzt merke auch ich, dass sie rechts und links des Weges tausende Mohnblumen zwischen den Weizen gestohlen haben. Ein rotgesprenkeltes goldenes Meer. Die Frau ruft vergnügt über mich hinweg und spaziert weiter. Zur nächsten Blume.

Hinter mir schleppt sich ihr Mann den Weg. Einen Rucksack auf dem Rücken und einen weit größeren, pink leuchtenden vor der Brust. Mein eigener Rucksack kommt mir gar nicht mehr so schwer vor. Doch er geht aufrecht, und in seinen Augen liegt trotz seiner schweren Last… Fröhlichkeit.

Das Paar begegnet mir in den nächsten Tagen immer wieder. Eine fröhlich vergnügte Dame und ein schwer tragender Mann.

Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Ich hätte den Mann gern gefragt, wie er zu dieser Lastenverteilung steht. Trägt er diesen zweiten Rucksack immer oder nur wenn es seiner Frau zu schwer wird? Wird es ihm manchmal zu viel? Ist er manchmal wütend auf seine Frau, dass sie ihn so viel schleppen lässt?

Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

Was tragen sie? Tragen Sie schwer? Oder fällt es Ihnen leicht? Und was tragen Sie für andere? Und ist da jemand, der mit ihnen trägt, wenn es dann und wann einfach zu schwer wird?

Ich möchte Danke sagen. Danke, dass Sie diese Gemeinden tragen. Dass Sie ihre Zeit und Kraft aufbringen und dass sie es anderen damit möglich machen, ihre Glaubenswege leichter zu gehen; die Schönheiten des Lebens am Wegesrand zu entdecken, die mit schmerzendem Rücken und schweren Beinen, ungesehen blieben.

Einer trage des anderen Last,

In der Gemeinde Gottes sind wir nicht allein. Wir sind durch unseren Glauben auf einander hingewiesen und aufeinander angewiesen: Weltweit, in unserem Land, unserer Region und unserem Ort. Keiner lebt für sich allein, keiner glaubt für sich allein. Wir tragen Verantwortung für den Bruder, die Schwester neben uns, dass wir sehen, wann sie zu lange zu schwer tragen. Dass wir auch Ihnen Räume schaffen, in denen sie leichtfüßig, fröhlich ausschreiten und die Schönheiten am Wegesrand entdecken können.

Teilen wir. Teilen wir uns miteinander. Unser Lachen und unsere Tränen; unsere Herzen, unsere Hände und unsere Gaben. Damit die Gemeinde Gottes blühen kann, und wir mit ihr.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.

Amen

 

 

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