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11.08.2018

Wort zum Wochenende

Spirale der Gewalt

Nunmehr bekommen wir sie vorgeführt. Fast täglich. Die Spirale der Gewalt. Große Nationen und Staatenverbünde belegen sich mit Zöllen. „Wie Du mir, so ich Dir“. Jedes noch so richtige Argument (z.B. Diebstahl an geistigem Eigentum) wird nicht mehr gehört, jede belegbare Zahl ignoriert. Es heißt nur noch: „Wie Du mir, so ich Dir“. Am Ende gibt es nur Verlierer*innen. Was im Großen leicht zu kritisieren ist, setzt sich im Kleinen fort. Bei uns.

Gerade heute, beim Verfassen dieser Zeilen, hörte ich von eine, Nachbarschaftsstreit, der seit vier (in Zahlen: 4!) Generationen hingebungsvoll gepflegt wird. Nein, es ist nicht Shakespeares „Romeo und Julia“, könnte aber ähnlich enden.

Immer wieder machen sich Menschen das Leben schwer, weil sie sich nicht die Mühe geben, die Argumente beider Seiten zu wägen und zu (be)denken. Und so dreht sie sich, die Spirale der Gewalt – erst mit Worten, später mit Handgreiflichkeiten, dann mit Gesten (z.B. Fahnen verbrennen, Wände besprühen) und schließlich mit Handelsboykott und Krieg.

Sind wir in all den Jahrtausenden wirklich nicht schlauer geworden? Erlebten wir hier im Osten nicht, dass auch gewaltloser Widerstand zum Ziele führt? Warum lernen wir nicht aus den Fehlern der Altvordern, sondern ahmen ihre Fehler immer wieder nach, statt kreativ eigene, neue zu machen? Braucht es erst solch schmerzhafte Erfahrungen wie Krieg, damit wir ihn nicht für eine Lösung halten, weil wir erst in seinem Vollzug merken, wie widersinnig er ist? Wir sollten viel öfter Feldpost von Soldaten aus den Kriegen lesen, dann erkennten wir den Widersinn dieser Logik.

Jesus widersetzte sich ihr. Er predigte die Gewaltfreiheit und lebte sie vor. Ihm machten es Gandhi, Martin L. King und die Demonstranten 1989 nach – ob bewusst oder nicht. Sie überwanden einen übermächtigen Gegner. Sie zeigten ihm, dass Gewalt nicht dauerhaft zum Frieden führt. Dieser wird nur durch gegenseitiges Verständnis stabil möglich. Danach soll(t)en wir streben. Jede*r an seinem/ihrem Platz. Jeden Tag – im Kleinen wie im Großen.

Ein nachhaltiges Wochenende wünsche ich Ihnen,

Ihr Superintendent K. Bálint

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