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Andachten

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10.11.2018

Wort zum Wochenende

„Unter Druck arbeite ich besser“, sagt ein Kollege.
Bei mir ist das manchmal auch so. Manchmal vergehen die Stunden, doch das Blatt bleibt leer. Keine Idee schaut bei mir vorbei. Doch, wenn der Zeitdruck langsam steigt, kommen die Ideen wie von selbst aus den Winkeln meines Geistes. Wie von selbst sortieren sich die Einfälle: Unrealistich. Zu groß gedacht. Zu popelig. Schön, aber nein, nicht umsetzbar. Ja, so könnte es gehen. Unter Druck arbeite ich manchmal besser – unter meinem kleinen persönlichen Zeitdruck.
Doch Druck geht auch anders: Einer hat hohe Erwartungen, vielleicht zu hohe Erwartungen, an ein Projekt, an seine Kollegen und Mitarbeitenden oder an das Leben so insgesamt… Es ist nicht gut genug oder es geht nicht schnell genug. Termindruck von außen – fast jeder kennt ihn. Dann werden manche Menschen trotzig, manche frustriert, andere werden aggressiv. Solcher Druck zieht runter und zu hohe Erwartungen schränken ein. Dieser Druck macht fertig - nicht die Aufgaben, sondern den Menschen. Dann wird aus Lust Frust und die Motivation bewegt sich gen unterirdisch statt gen himmelwärts.
Doch Besser und schneller passen nicht zusammen. Wenn es schnell sein soll, geht es oft zu Lasten der Qualität. Wenn etwas richtig gut werden soll, dann braucht es Konzentration, Aufmerksamkeit, die Abläufe werden kleinschrittiger und das braucht Zeit. Gut Ding will eben Weile haben.
Manchmal vergesse ich das vor lauter Druck. Dann hilft mir ein Blick aus dem Fenster. Mit dem November kehrt langsam die Ruhe in die Natur ein. Nach dem ganzen Wachsen, Blühen, Reif werden, konzentrieren die Pflanzen ihre Kraft nach innen. Über Sie breitet der November seine Nebel wie eine große weiche Decke. Sie sammeln Kraft für das, was wieder werden soll.  Vielleicht tun Sie es der Natur gleich, sammeln die Aufmerksamkeit und hören nach innen: Was habe ich angefangen? Was vorbereitet oder angedacht? Und was ist daraus jetzt geworden? Was ist im Sand verlaufen und was trägt Früchte? Wieviel Druck habe ich mir gemacht und andere … und was ist daraus geworden?
Wenn ich so über die Projekte der Kirchengemeinde nachdenke, muss ich oft staunen. Dann blitzt es auf wie ein Sonnenstrahl: Wenn etwas richtig gut ist oder war, lag das fast nie am Druck, sondern es war Glück: Ein schönes Zusammenspiel unserer Arbeit und Gottes Geist.

Pfarrerin Lena Burghardt
Regionalgemeinde Artern-Heldrungen, Seelsorgebereich Artern

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