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Andachten

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21.03.2020

Wort zum Wochenende

Das Blatt ist leer. Die Abgabe rückt näher. Wenn Sie an dieser Stelle der Zeitung das „Wort zum Wochenende“ lesen, habe ich es geschafft. Doch noch blinkt der kleine schwarze Strich auf dem Bildschirm nervös vor sich hin. Nichts – nada – völlige Leere bei gleichzeitiger Unruhe in meinem Kopf. Die Gedanken wabern von einem zum anderen: Gibt’s was Neues im Internetliveticker? In der Whatsappgruppe? Wie lange werden wir Beziehungen so pflegen? Wird das Katzenfutter reichen? Und das Kopierpapier fürs Büro und die Briefumschläge? Briefmarken? Geradeso schaffe ich es, nicht 300 Kulis zu bestellen. Das alles wollte ich Ihnen nicht schreiben, schließlich ist endlich Samstag und damit Wochenende nach einer mehr als außergewöhnlichen Woche! Doch der schwarze Strich auf dem Bildschirm blinkt und blinkt und in meinem Kopf nebeln Klopapierhamsterkäufe, die steigenden Zahlen der Neuinfizierten, Ärger über die, die an der Kasse zu dicht stehen und Freude über die schönen Nebeneffekte des erzwungenen Stillstands durcheinander. Ich weiß ganz genau, was ich Ihnen nicht schreiben will. Aber was ich Ihnen schreiben will findet keine Gestalt in Worten und Sätzen. Es liegt gerade in der Luft: Es ist wie ein Nebel über der nahen Gegenwart und der fernen. Wenn er sich lüftet, wird erschreckend klar, was das Wort Pandemie für unser Zusammenleben und für viele Selbstständige, Künstler, Unternehmer … kurz: Menschen bedeuten wird. Deshalb hatte ich mir vorgenommen, Ihnen, wenn Sie gerade am Frühstückstisch sitzen und in ihr Honigbrötchen beißen, gute Worte zu schreiben. Worte wie ein Honigbrötchen für die Seele. Stärkende Worte, wenn sich der Nebel dieser Tage lüftet. Doch dieser Nebel wabert auch in mir. Zum Glück haben schon andere Menschen, weit vor uns, solche Honigbrötchenworte aufgeschrieben. Die leihe ich mir für Sie. In dem Buch namens Bibel gingen sie um die Welt. In der Zeitung mit dem Kürzel TA kommen sie nun zu Ihnen. Honigbrötchenworte wie diese: „Seid getrost und unverzagt, fürchtet euch nicht und lasst euch nicht grauen; denn der Herr dein Gott wird selber mit dir ziehen und wird dich nicht verlassen. Fürchte dich nicht und erschrick nicht!“ Wenigstens heute nicht, denn es ist Samstag und der Frühling hat begonnen.

Pfarrerin Lena Burghardt
Regionalgemeinde Artern-Heldrungen, Seelsorgebereich Artern

 

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