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08.02.2020

Wort zum Wochenende

Meine Zeit steht in Deinen Händen...

Seit Dienstag ist die Uhr wieder da. Eine große und imposante Standuhr im Nussbaumgehäuse. Seit Dienstag steht sie wieder an ihrem angestammten Platz. Lange war sie stumm. Doch nun erfüllt das tief warme „Tick-Tack“ wieder das Leben. Nun schlägt sie wieder die halben und ganzen Stunden mit ihrer Alt- und Basslage. Hoch - tief, hoch - tief. Die Töne A und D klingen im Wechsel. Adé! Wie passend zum Vergehen der Zeit. Jeder Schlag ein kleines Lebewohl. Für mich als Christin vergeht Zeit nicht einfach. Sie ist ein Geschenk „auf Zeit“, wenn Sie so wollen. Sie kommt von Gott – und geht zu Gott. Adé – ihr Minuten und Stunden.
Dabei ist Zeit etwas sehr Seltsames! Wir haben sie eingetaktet und aufgeteilt in verlässliche, messbare, immer gleiche Einheiten. Doch die erlebte Zeit verhält sich mindestens so seltsam wie Wasser: Sie bleibt nie da, wo Du sie brauchst. Achtest du nicht auf sie, zerrinnt sie dir zwischen den Fingern, versickert im Boden der Alltäglichkeiten. Sie friert ein, wenn Du sie flüssig brauchst. Und verfliegt, wenn du sie halten möchtest. Dabei wechselt sie ihre Aggregatzustände: Aus Zukunft wird Vergangenheit und dazwischen so unsagbar flüchtig - die Gegenwart. Am nicht mehr ganz so jungen Jahr kann ich das beobachten. Der Jahreswechsel ist deutlich Vergangenheit, 38 Tage ist er her. Die ersten Urlaubstage im neuen Jahr sind nun deutliche Zukunft. Und dazwischen? Was ist gerade meine, was ist gerade Ihre Gegenwart?
Das „Tick-Tack“ der Uhr macht die Gegenwart gleichsam hörbar. Es erinnert daran, dass wir die Zeit zwar Geschenkt bekommen. Doch entscheiden, was an der Zeit ist, muss man selbst. Von Gott kommt sie, zu Gott geht sie – all die Minuten und Stunden, Tage, Monate und Jahre gefüllt mit Freude, Traurigkeit, Langeweile, Streit und Versöhnung – kurz: gefüllt mit dem Leben selbst. Diese gefüllte Zeit ist selbst wie ein Geschenk, das wir uns und unseren Mitmenschen machen und zugleich auch Gott, wenn wir die Zeit wieder aus unserer Hand geben – adé sagen zu den Minuten und Stunden voller Leben. Ich weiß, bei ihm sind sie gut aufgehoben. So habe ich die Hände frei und kann unverzagt sagen: Sei mir willkommen neue Zeit.

Pfarrerin Lena Burghardt
Regionalgemeinde Artern-Heldrungen, Seelsorgebereich Artern

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