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Andachten

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09.11.2019

Wort zum Wochenende

Liebe Leserinnen und Leser, wenn ich an die Ereignisse rund um den 9. November 1989 denke, bekomme ich immer wieder Gänsehaut oder habe Tränen in den Augen. Z.B. beim „berühmtesten Halbsatz der Weltgeschichte“ höre, den Dietrich Genscher am 30. September 1989 auf dem Balkon der Prager Botschaft sagte: "Ich bin heute zu Ihnen gekommen, um Ihnen zu sagen, dass heute Ihre Ausreise..." - der Rest geht im Jubel unter. Als Günter Schabowski seine legendäre Pressekonferenz hielt, war ich zu einem Friedensgebet in der Rhön unterwegs. Plötzlich kommt jemand und sagt: „Die Mauer ist offen!“ Berlin war weit weg, ich wohnte in der Nähe des Grenzgebietes. Dort wurde die Grenze erst am Sonntag danach geöffnet. Morgens bin ich zu einem Gottesdienst gefahren – und auf der anderen Spur stand Auto an Auto. Alle wollten in die BRD! Nachmittags, nach einem Gottesdienst, sprach ich mit einem Kirchenältesten: „Gehen Sie heute noch über die Werrabrücke von Vacha nach Philippsthal?“ „Ach nein!“, war die Antwort. Dann haben wir uns doch dort getroffen. Und auf einmal überkam mich ein Gefühl, wie ich es aus Heines „Deutschland. Ein Wintermärchen“ kenne: Und als ich an die Grenze kam, / Da fühlt ich ein stärkeres Klopfen / In meiner Brust, ich glaube sogar / Die Augen begunnen zu tropfen.“ Noch stärker ist eine andere Erinnerung. Anfang 1989 habe ich der Gemeinde das Lied gelehrt: „Vertraut auf den Herrn für immer, denn er ist der ewige Fels!“ Als im März 1989 der Gebirgsschlag das Dorf Völkershausen erschütterte, hat uns dieses Lied Hoffnung gegeben. Als die friedliche Revolution kam, machte uns dieses Lied Mut – und war irgendwie prophetisch. Denn eine Strophe lautet: „Die Mächtigen kommen und gehen und auch jedes Denkmal mal fällt. Bleiben wird nur, wer auf Gottes Wort steht, dem sicherten Standpunkt der Welt.“

Die Mauer fiel nach 40 Jahren, das ist die biblische Zahl der Bewährung und der Besinnung. Die Frage bleibt: Haben wir die Chance zur Besinnung genutzt? Wo soll es hingehen mit unserem Land? Woran halten wir fest im Wandel der Zeiten? Ich glaube, dass GOTT im Hintergrund die Fäden der Geschichte zieht. Bis sein Friedensreich kommt. Das wird herrlicher sein, als das verlorene Paradies. Bis dahin lade ich immer wieder ein mit diesem Lied: „Vertraut auf den Herrn für immer, denn er ist der ewige Fels!“. Ein frohes Fest am Wochenende!

Pfarrer Reinhard Süpke, Oldisleben

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