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Andachten

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05.10.2019

Wort zum Wochenende

Willkommen im Club

Der Sommer ist vorbei. Der Soundtrack dieser Tage gleicht einem Herbstblues. Sein Text: „Alles ist vergänglich und vergeblich, nichts hat Bestand. Der Mensch plagt sich ab sein Leben lang, doch was bringt es ihm? Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Ich beobachtete, was auf der Welt geschieht und erkannte: Alles ist vergebliche Mühe – gerade so als wolle man den Wind einfangen. Doch alles, was du kannst, wozu deine Kraft ausreicht, das tu! Denn einmal gehst auch du ins Totenreich und da gibt es weder Denken noch Tun.“
Das ist nicht Originalton einer Pfarrerin nach einem langen Arbeitstag. Dieses Seufzen stammt nicht von mir, sondern aus der Bibel. Diese kritischen Fragen an die Welt und ihre Gesetzmäßigkeiten erstrecken sich dort über viele Seiten. Und es ist bei weitem nicht der einzige biblische Text, der den Menschen, das Leben und Gott kritisch hinterfragt. Denn an Gott zu glauben bedeutet ja nicht, die Augen zu verschließen, zu allem Ja und Amen zu sagen und sich mit hohlen Phrasen zufrieden zu geben. Die Fragen nach dem Sinn und Unsinn des Ganzen gehören auch dazu.
Jesus nahm die Menschen wie sie waren. Er erzählte, dass es Gott genauso mache. Gott will uns so wie wir nun mal sind: mit dem Herbstblues, dem Seufzen, den großen Bedürfnissen, mit der Laus, die uns über die Leber läuft. Er will uns mit unseren schrägen Fragen, mit unserer Sehnsucht, den Träumen und unserer Leidenschaft.

Dabei ist jeder, der sucht und fragt Teil einer Tradition, die seit Tausenden von Jahren mit den tiefsten Fragen des Menschseins ringt. Er kann sich einreihen neben den großen Philosophen, den Künstlern, Geistlichen, Schriftstellern. Auch jene, die vor 29 Jahren auf die Straße gingen gehören dazu – zum Club der „Sich-nicht-vorschnell-Zufriedengeber“.

Das hört sich gut an. Doch der Blick auf 1989 zeigt auch: Mitglied in diesem Club zu sein ist auch gefährlich. Denn Fragen, Träumen, Denken und Handeln stören die Ordnung und die Ruhe, bringen alles durcheinander und in Bewegung.
Doch Bewegung – so anstrengend sie auch sei – bringt neue Energie für Körper und Geist und unser Zusammenleben. Deshalb: Zweifeln, Fragen, Träumen, Hoffen Sie und wagen Sie den Schritt vor die Tür, so wie viele es taten – 1989. Das hilft gegen Herbstblues genauso wie gegen Unzufriedenheit.

Pfarrerin Lena Burghardt

 

Regionalgemeinde Artern-Heldrungen, Seelsorgebereich Artern

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