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07.09.2019

Wort zum Wochenende

Tag des offenen Herzens

Morgen werden wieder die Denkmale geöffnet: „Tag des offenen Denkmals“.

In Massen strömen die Menschen in mehr oder minder alte, mehr oder minder bekannte Denkmale und bestaunen die Baukunst früherer Jahrhunderte. Das ist gut und sicher für Viele erhellend. Die Zeitungen sind voll von ansehenswerten Denkmalen und ich merke, dass da manches Kleinod in unserer Region zu finden ist: Industriedenkmäler, Villen, Kirchen, Klöster, Burgen, Schlösser, Türme und ich frage mich, was wird von unserer Zeit einmal so wertvoll sein, dass es die Zeit überdauert und noch in Jahrhunderten Menschen aus ihren Wohnungen lockt?

Wenn ich ehrlich bin, dann fällt mir nicht viel ein. Selbst die modernsten Gebäude stehen in der Gefahr, gar nicht so lang zu halten, dass sie in 400 Jahren noch stehen, dank Zement und Bauschaum. Wir sind sehr effizient, sehr kostengünstig, sehr berechnend geworden. Freilich waren das die Altvordern auch, denn Sie wollten sich Denkmäler für die Ewigkeit bauen. Ihrem Namen Ehre machen und noch mehr Ehre geben. Nicht immer war das selbstverdientes Geld, oft wurden Menschen dafür ausgebeutet. Aber unser Gerechtigkeitsempfinden passt nicht in die Zeit von vor 400 Jahren.

Woran werden sich spätere Generationen einmal erinnern, wenn Sie an uns denken? „Denk-Mal“ daran, dass die Generationen vor 30 Jahren eine Regierung ohne Blutvergießen gestürzt haben. Dass sie sich ein Wahlrecht erstritten, das den Namen verdient. Dass es ein „Auf und Ab“ gab in dieser Zeit, es den Menschen aber gut ging - verglichen mit den Menschen davor und womöglich danach. „Denk-Mal“, welche Chancen sich Ihnen boten. Sie konnten damals mitbestimmen, dass wir heute noch eine l(i)ebenswerte Erde haben. Das ist, das war nicht selbstverständlich. Es hätte auch schiefgehen können und aus Selbstsucht einzelner Unbelehrbarer wäre die Erde verbrannt. Doch sie haben weitergedacht, auch an uns, die sie uns doch gar nicht kannten. „Denk-Mal“, welch großes Herz sie damals bewiesen und nicht nur für sich, sondern auch für uns. An Sie wollen wir denken, auch wenn kaum Bauten aus Ihrer Zeit zu finden sind. Sie haben Herz bewiesen, ein offenes und weites Herz. Das ist größer als ein „Denk-Mal“ aus Stein. Ganz lebendig. „Denk-Mal“.

Ein gesegnetes Wochenende

Kristóf Bálint, Superintendent

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