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Andachten

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29.09.2018

Wort zum Wochenende

Vorsichtig schiebt sie ihre Hände in den Spalt.

Sie zieht mit einem kleinen Ruck.

Dann öffnet sich die Schiebetür.

Merkwürdig - früher ging sie so schwer auf.

Sie betritt den Raum.

Macht Licht.

Es ist Wochenende –hier arbeitet gerade niemand.

Und doch sieht sie ihren Vater vor dem inneren Auge am Ofen stehen.

Hört Großvater den Alueimer ins Becken stellen, um Wasser für den Sauerteig einzulassen.

Sie riecht wie Sauerteig und frisches Mehl –den Raum erfüllen.

Am Ofen setzt sie sich auf den Edelstahlvorsprung.

Früher hob Großvater sie hier hoch, wenn sie im Winter durchgefroren aus der Schule kam.

Mit der Restwärme des Ofens konnte man sich so herrlich aufwärmen.

Heute reichen ihre Beine bis zum Boden.

Und wenn sie kommt, ist der Ofen meist schon kalt.

Und doch ist dieser Ort ihr kleines Paradies geblieben.

Die Streuselkiste im Vorratslager.

Das Gefühl von frisch gemahlenem Mehl an den Händen.

Und das leise Tock-tock-tock-tock-tock-tock des Kessels

– der aus Mehl, Salz, Wasser und einer Hand voll Sauerteig – täglich Teig für hunderte Brote entstehen lässt.

Brot gehört zu meinem Leben.

Brot, für den Bauch.

Es macht mich satt

- und ich esse davon am liebsten den frischen Kanten -mit etwas Butter.

Es ist das Brot, das meine Familie seit mehr als hundert Jahren ernährt.

Aber Brot ist mehr.

Gerade zum Erntedankfest erinnere ich mich daran, dass Christus verheißt: Ich bin das Brot des Lebens.  Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.

Brot –nicht nur zum Sattessen.

Gott schenkt es meinem Leben durch Christus Brot, dass mich satt macht.

Es macht mich lebendig.

Immer wieder.

Davon esse ich nie allein.

Ich genieße es in Gemeinschaft mit Menschen beim Abendmahl, die Christus durch seine Gegenwart meine Schwestern und Brüder sein lässt.

Er selbst ist dann mitten unter uns.

Dieses kleine Stück Brot, dass ich dann bekomme, vermag uns aufzurichten und zu stärken.

Es macht auf besondere Weise satt und lässt uns gewiss werden, dass Gott für unser Leben so wichtig sein möchte wie Brot, das wir täglich essen.

Viktoria Rode

Ordinierte Gemeindepädagogin für Religionsunterricht & Familienarbeit

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