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17.08.2019

Wort zum Wochenende

Sehnsucht nach Freiheit

In dieser Woche gab es denkwürdige Feiertage auf dem Weg in die Freiheit. Ich will nur zwei davon nennen. Vor 517 Jahren betrat Christoph Columbus am 14. das erste Mal „Indien“ bzw. das, was er dafür hielt. Ein gelungener Weg in neue Welten, auch wenn es Amerika war.

Heute vor 57 Jahren wurde Peter Fechter, eines der prominentesten Maueropfer, an der innerdeutschen Grenze erschossen. Er suchte die Freiheit und fand den Tod. Einen Tod vor vieler Augen, die gemeinsam zusahen, wie er verblutete. Auf der einen Seite „geschieht ihm recht“ (Ost) auf der anderen Seite (West) „Mörder“-Rufe. Ein misslungener Weg.

In die Freiheit führte er dennoch, in die Freiheit von dem Zwang und der Repression des Staates DDR. Unterschiedlicher könnten die Wege kaum sein. Doch was ist jetzt wie einzuordnen? Aus Sicht der „Indianer“ genannten Ureinwohner Amerikas war es kein Weg in die Freiheit, in eine gute Zukunft, als spanische Söldner ihr Land betraten. Aus Fechters Sicht eignete womöglich dem Tod mehr Freiheit als dem Leben in einem Stacheldrahtumsäumten Land, das ihn euphemistisch „antiimperialistischer Schutzwall“ nannte.

In der letzten Juliwoche wurde uns wieder bewusst, dass nichts sicher ist außer der Unsicherheit. Die Geschehnisse in Frankfurt sind unerträglich. Was kann ein Achtjähriger dafür, wenn ein Mann „austickt“? Wer sich jetzt wieder auf den Zug „die Ausländer sind schuld“ setzt, der sollte wenigstens nachweisen, wann er das letzte Mal seinem die eigene Frau schlagenden Deutschen in den Arm gefallen ist und laut protestiert, ihn womöglich zum Schutz der Frau angezeigt hat. Es gibt so viel Selbstgerechtigkeit unter uns, dass es GOTT erbarmt.

Das war auch schon zu Zeiten der alttestamentlichen Propheten so und ist insofern eine leidige Konstante in der Menschheitsgeschichte. Die Botschaft Jesu ist eine andere. Sie gibt der Sehnsucht nach Freiheit einen Sinn und ein Ziel: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“. Suchen wir, was dem Nächsten dient, dann ist allen gedient. Beginnen wir bei uns und hören wir auf mit dieser erbarmungswürdigen Selbstgerechtigkeit. Sie steht uns nicht. Sie führt auch nicht in die Freiheit – weder in die des Geistes noch die der Gesellschaft.

 

Ein gesegnetes Wochenende

Kristóf Bálint, Superintendent

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