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Andachten

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20.07.2019

Wort zum Wochenende

Ein Musicalbesuch „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber

Ab zum Lustgarten nach Sondershausen. Alle Zuschauer, die sich auf den Weg gemacht haben, hören dasselbe: Eine Band, dann Judas und Jubel und Jesus und Maria. Jetzt geht es los: Jesus zieht in Sondershausen ein. Alle lauschen, klatschen, hören und sehen. Die Nägel sind schon gespitzt. Die Dornenkrone krönt die halbe Bühne. Jesus auf der großen Bühne Sondershausens. Judas zweifelt. Von Anfang an. Kaiphas singt tief. Pilatus hoch oben und hat geträumt. Und dann der Verrat. Judas kommt mit dem Blutgeld, das er dafür erhielt nicht klar. Das Publikum klatscht. Pause. Und ich frage mich:  Wer war dieser Jesus wirklich? Wie bei allen Superstars: auch bei ihm gab es Menschen, die ihm den roten Teppich ausrollten und welche, die ihn am Liebsten aus dem Weg räumen würden. Was hat er getan? Er hat von Gott erzählt. Er hat den einzelnen Menschen in ein großes Ganzes gestellt. Als kleines Sandkorn im Gestein der Welt. Jesus hat vorgelebt, wie Gott unser Leben haben möchte, damit es ein überlebensfähiges und lebenswertes Leben wird. Jesus hat vorgelebt, wie ich von Gott gesehen werde: als ein liebenswertes Wesen. Das hat ihn zum Superstar seiner Zeit gemacht. Der Pausengong holt mich aus meinen Gedanken heraus. Weiter geht es. Und ich als Zuschauerin werde Zeuge großer Streitigkeiten auf der Bühne. Dem Streit zwischen Glaube, Wahrheit und Verstand. Ich sitze auf meinem Stuhl zwischen Jesus und Judas. Ich will verstehen, mein Gott: warum? „Warum muss ich sterben“, schreit Jesus da. Ja, das möchte ich auch schreien – für mich, eine so existenzielle Frage. Aber das Stück geht weiter: „Vollbring doch Wunder“, spottet Herodes sinngemäß. Das ist der Song unserer Zeit. Aber ist das nicht zu viel verlangt? Habe ich doch selbst mein Leben zu gern im Griff und will nicht abgeben. Gedankenversunken. Der Gesang von Maria holt mich zurück: „Dich zu sehn war mein Leben.“ Würden wir glauben, würden wir sehen? „Komm, hilf uns erwachen aus dem bösen Traum“ höre ich singen. Und plötzlich werden wir Zeuge seiner Auspeitschung. Und es tut mir weh. Während die uns gegenüber rufen „Kreuzige ihn“. Und dann ist es vollbracht. Und ich habe einmal wieder nur zugesehen. Nachdenklich fahre ich nach Hause. Und es liegt an mir, ob ich diesen Jesus da oben im Lustgarten stehen lasse, oder ob ich ihn und alles um ihn herum herunternehme, mit nach Hause. In meine Gedanken, in meine Fragen, in mein Suchen: Jesus, diesen Superstar.

Pfarrerin Esther Maria Fauß, Greußen

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