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Andachten

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08.06.2019

Wort zum Wochenende

„Wer das Kleine nicht ehrt…“

Neulich im Kindergarten. Ein Kerlchen steht vor mir und streckt mir seine Hand entgegen. „Guck mal wie weit ich zählen kann!“ Dann geht’s los. „Eins, zwei drei…“ Die Augen konzentrieren sich auf die 5 Finger. Der Zeigefinger hilft beim Zählen. Handwechsel. Es geht weiter: „Sieben, acht, neun…“ Ich bin beeindruckt - vom Zählen natürlich aber auch von der Freude über das eigene Können und dem Selbstbewusstseins des Kerlchens. Kinder wollen zeigen, was sie können und sie sind stolz darauf. Werden sie gefragt, zählen sie auf: „Ich kann Radfahren, schwimmen, lesen, schreiben, einen Kopfstand machen, auf Bäume klettern…“
Fragt man mich: “Was können Sie?“, gerate ich ins Stocken. Puh- was für eine Frage, irgendwie unangenehm - wie bei einem Vorstellungsgespräch. Mein Kopf ist erstmal leer. Klar, bis zehn zählen kann ich auch. Autofahren? Sowieso! Lesen und Schreiben sind ein Klacks. Stricken kann ich, Rasen mähen, Wäsche waschen, Kochen und Backen. Beten kann ich und singen und den Ölstand meines Autos kontrollieren. Das alles und einiges mehr könnte ich antworten. Mach ich aber nicht! Denn es ist zu selbstverständlich, nichts Besonderes halt. Das alles ist einfach nicht der Rede wert.
Und doch ist das alles erarbeitet, erlernt und angeeignet. In allem steckt meine Energie – mal mehr, mal weniger. Warum werden diese „kleinen“ Dinge trotzdem derart unterschätzt? Denn klar ist doch: Das, was wir können, ist wertvoll, gerade das Selbstverständlichste. Meistens kommt diese Einsicht erst, wenn wir etwas nicht mehr können. Und meistens geht uns dann erst auf wie dieses Selbstverständliche unser Leben und das der Familie und Freunde trägt. Meine Oma konnte gut mit Geld umgehen. Sie sagte mir: “Wer den Pfennig nicht ehrt, ist die Mark nicht wert.“ Ich glaube mit dem, was wir können, verhält es sich ähnlich. Das Besondere wächst aus dem Selbstverständlichen. Doch dafür braucht das Selbstverständliche zunächst Beachtung und Wertschätzung. Mit der Herausforderung und mit Selbstvertrauen ergibt sich der Rest. Jesus konnte gut mit Menschen umgehen. Seinen Freunden sagte er: „Ihr seid das Licht der Welt: Es zündet ja auch niemand eine Lampe an und stellt sie unter einen Topf. Im Gegenteil: Man stellt sie auf den Lampenständer, damit sie allen im Haus Licht gibt. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten.“
In dem Sinne: Womit leuchten Sie? Was können Sie?

Pfarrerin Lena Burghardt
Regionalgemeinde Artern-Heldrungen, Seelsorgebereich Artern

 

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