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Andachten

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22.09.2018

Wort zum Wochenende

Es geht ganz schnell. Eine Nachricht – Ist doch klar wie das gewesen ist!
Eine Aussage – Ist doch klar wie das gemeint ist! Urteil fertig! Diskussion ausgeschlossen!
Es geht ganz schnell eine Meinung zu haben.
Dann fällt einer heraus aus dem fertigen Bild.
Stellt Fragen und stellt in Frage, formuliert vielleicht selbst unglücklich.
Manche machts nervös und manche ärgerts, manche haben vielleicht Angst.
Dann gibt ein Wort das andere, eine Nachricht die nächste – Anfrage und Antwort, Dementieren und Forderungen stellen nach Ausschluss, Enthebung, Rücktritt …
Am Ende steht eine Blase, angefüllt mit Behauptungen und Meinungen, mit Zank und Streit um die Person und nicht um die Sache.  
Ich kam gerade aus dem Urlaub, ohne Radio, Fernsehen und Zeitung, da brachen die Nachrichten von „Chemnitz“ über mich herein. Was passiert war in dieser einen Nacht blieb zunächst diffus.
Große Worte leuchteten auf einmal in diesem Dunst… „Hetzjagd“ ist so ein großes Wort.
Großen Worten traue ich nicht. Denn sie haben große Macht über Gefühle und Gedanken. Dann steigen die inneren Bilder auf und das moralische Bewusstsein schlägt Alarm. Für die Besonnenheit mit ihren Fragen und Abwägungen ist da kein Platz.
Es geht ganz schnell, eine Meinung zu haben.
Ein besonnenes und begründetes Urteil braucht dagegen Zeit.
Und es braucht einen Raum, in dem es erlaubt ist, Fragen zu stellen, Abwegiges zu denken, Worte, insbesondere die Großen zu hinterfragen, Gedanken zu entwerfen und zu verwerfen.
Doch unsere Welt ist schnell geworden, zu schnell.
Da passiert etwas Schlimmes.
Und die Welt rast dagegen an. Von rechts und von links… Schnell die Deutungshoheit gewinnen! Urteil fertig! Diskussion ausgeschlossen. Es geht ja so schnell, eine Meinung zu haben.
Doch, wenn wir alle so rennen ohne Sinn und Verstand und ohne Nachdenken und ein offenes Herz – denn rennen wir gegen die Wand.
Dann fahren wir die Gesellschaft an die Wand. Und unser ganzes Land.
„Jeder, der kämpft, enthält sich aller Dinge …“ rät der Apostel Paulus.
Dieser Kampf ist letztlich ein Kampf gegen den Alltag, gegen das, was alle machen.
Gegen die zu schnellen Meinungen, gegen die zu großen Worte.
Gegen das, was eher vom Ziel weg führt als hin. Denn dieses Tempo bringt uns nicht ans Ziel. Es bringt uns nur weg.
Weg voneinander, weg von uns selbst, weg von Gott!  

Pfarrerin Lena Burghardt
Regionalgemeinde Artern-Heldrungen, Seelsorgebereich Artern

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