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04.05.2019

Wort zum Wochenende

Wer die Wahl hat...

Nun dürfen wir also bald wieder wählen. Allüberall hängen die Plakate, die in kurzen und prägnanten Formeln uns weiß machen wollen, dass sie wissen, wie es geht. „Die Etablierten hatten genug Zeit zu zeigen, was sie können“, so höre ich zuweilen. „Deshalb sollen die anderen mal ran, die noch nicht verbraucht sind.“ Auch will man es „denen da oben“ mal so richtig zeigen.

Was ich menschlich für nachvollziehbar halte, ist dennoch pubertär, wenn nicht noch schlimmer. Denn die Gewählten werden fünf Jahre für Europa das Sagen haben. Da kann uns keine Entscheidung aus dem Bauch helfen, auch keine Protestwahl, deren Ergebnis dann fünf Jahre auszuhalten ist. Wer nach Amerika sieht (und dabei meine ich nicht nur die USA, sondern auch Brasilien und Venezuela), nach Polen, Ungarn, Russland, in die Türkei…, nimmt wahr, wohin die Verführung des Populismus führt. In die Sackgasse. Noch nicht einmal ist in der Geschichte nur eine Ursache Grund von Problemen gewesen. Auch keine Bevölkerungsminderheit. Es sind oft komplexe Zusammenhänge und viele Ursachen, die zusammenkommen und die Probleme gerade so drängend machen.

Deshalb sind zwei Dinge wichtig. Erstens zur Wahl zu gehen und dankbar für diese Möglichkeit zu sein. Wir haben wenigstens die Wahl, viele Menschen auf dieser Welt nicht oder nur sehr eingeschränkt. Zweitens sehr genau zu prüfen, wer wofür steht. Bei politischen Prozessen sind Kompromisse oft unvermeidlich. Die Frage ist, ob die Ergebnisse der Mehrheit oder einer Minderheit halfen. Nicht überall, wo Gerechtigkeit draufsteht, ist auch Gerechtigkeit drin. Nicht überall wo Freiheit gefordert wird, ist auch die Freiheit aller gemeint. Nicht jeder Aufruf, der sich auf Gott beruft, meint auch wirklich Gott. Schon einmal sind Menschen in die Vernichtung gegangen, weil ihnen der Kaiser oder der andere Führer dies einflüsterten und Gott für ihre Machtspielchen missbrauchten und schreckliches Leid über Europa brachten. Wer Feindbilder kultiviert erweist sich nicht als wählbar, so meine ich. Wer glaubt groß zu werden, indem er andere klein macht, hat kein Format und keinen Anstand. Gott sagt vielmehr: Fürchte Dich nicht, denn ich habe Dich erlöst, ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen, Du bist mein. Das gilt jedem Menschen. Deswegen wählen wir bedacht und zum Wohle aller.

Ein gesegnetes Wochenende und gute Wahl,

Kristóf Bálint, Superintendent

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