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20.04.2019

Wort zum Wochenende

Ostern ist ein Fest für Zweifler

Das Osterfest steht vor der Tür. Schon seit Wochen sind die Vorgärten und Haustüren geschmückt. Frische Blumen. Eier. Hasen. Ab und an ein Lamm. Alles Symbole des Neuanfangs. Der Wiedergeburt. Symbole dafür, dass das Leben über das Leblose siegt.
Christus ist wahrhaftig auferstanden. Der Sohn Gottes kommt in die Welt. Predigt das Reich Gottes. Schenkt Ausgegrenzten Ansehen. Stirbt. Und ist am dritten Tage wieder lebendig. Das Grab steht offen. Die Jüngerinnen und Jünger finden es leer. Die Bibel erzählt das, was am ersten Ostermorgen passiert ist in verschiedenen Geschichten. Und sie alle haben eine Gemeinsamkeit: Es braucht Zeit zu realisieren, dass ein Toter plötzlich nicht mehr tot sein soll.

Da sind die beiden Marias, die das leere Grab zuerst entdecken – und sie verstehen erst nach und nach, dass Jesus lebt. Da sind Petrus, Thomas und die Jünger von Emmaus, die den Frauen nicht glauben und Zeichen einfordern: Eine Erscheinung, eine offene Wunde, Brot und Wein, das geteilt wird. Und auch ich brauche jedes Jahr wieder neuen Anlauf es wirklich zu glauben. Christus ist wahrhaftig auferstanden. Den Sieg des Lebens über den Tod zu glauben, braucht Kraft. Kraft die eigenen Zweifel beiseite zu schieben. Und wenn mir das gelingt, dann gewinne ich einen neuen Blick auf mein Leben und das Zusammenleben in dieser Welt.

Ostern ist ein Fest für alle, die zweifeln. Für alle, die daran zweifeln, dass das Leben versteinert und unverrückbar ist. Ostern ist ein Fest für alle, die daran zweifeln, dass alles beim Alten bleiben muss. Die daran zweifeln, dass die Karfreitage unseres Lebens das letzte Wort behalten müssen. Oder anders: Ostern ist ein Fest für alle, die glauben, dass sich etwas ändern kann – im eigenen Leben und im Leben dieser Welt. 

Unsere Realität lässt sich bewegen und verändern. Wir müssen einfach nur die großen Steine wegwälzen, die uns lähmen. Der Stein vor meiner Tür. Der Stein vor meinen Augen. Der Stein auf meinem Herzen. Der Stein meiner Erfahrungen. Ich muss sie beiseiteschieben, damit neues Leben, neue Gemeinschaft, neue Hoffnung entsteht. Und dann ist wirklich Ostern mitten im Hier und Jetzt.

Pfarrer Karl Weber, Sondershausen

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