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23.02.2019

Wort zum Wochenende

GOTT sei Dank

Sie müssen sich häufig bücken. Sie und ihr dreijähriger Sohn sind schon seit einer Stunde im Garten. Sie sammeln Folienschnipsel auf, mit Silberschicht. Winzige Partikel. Verstreut im ganzen Garten.

Zuerst hatte sie sich innerlich gesträubt, den Dreck anderer wegzumachen. Silvester und diese unsägliche Tradition. Die Deutschen, die den Müll vorbildlich trennen, vergessen ihr Umweltbewusstsein an einem Tag und verschleudern nicht nur Geld (von dem Sie immer wieder behaupten, zu wenig zu haben) und kaufen diese, mit ihren Geräuschen an Krieg erinnernden Böller, sondern sie schicken jede Menge Sondermüll in den Himmel. Von dort verteilt er sich in der ganzen Umwelt, in Nachbars, zuweilen auch im eigenen Garten. Über letzteres ärgert sich mancher, hat es aber beim nächsten Böllerkaufrausch längst wieder vergessen.

Dass sie dennoch hinunterging, ist ihrem Dreijährigen geschuldet. Gedankenverloren stand er am Fenster und sah die Elstern u.a. Vögel an diesen Schnipseln herumpicken. „Können die Vögel das Silberpapier essen?“ fragte er. Gleich nach dem Frühstück zogen sie sich an und gingen hinunter in den Garten. Beim Sammeln der tausenden Schnipsel kamen sie ins Gespräch. „Genau wie im Meer, da fressen die Fische den Müll und wir essen die Fische.“ „Warum“, fragt sie sich, „versteht das mein dreijähriger Sohn und so viele Erwachsene nicht? Wieso gehen wir so gedankenverloren und sträflich mit unserer Mitwelt um? Da regen sich Leute auf, dass die Meere verschmutzt sind und vermüllen ohne mit der Wimper zu zucken ihr Dorf? Ist ein Walfisch oder eine Robbe mehr wert als ein Singvogel? Wir erfreuen uns doch an allen Tieren. Warum sind wir so unbedacht?

Während sie so sinnt, hilft ihr Sohn ihr wieder zurück in die Gartenrealität. „Guck mal, hier sind auch Flaschen und eine Pizzaschachtel“. „Warum kann nicht jeder darauf achten, dass das Schöne auch schön bleibt?“ „Stimmt es, Mama. Wir sollen die Tiere beschützen, nicht ärgern.“ „Stimmt, mein Sohn. GOTT sei Dank, weißt Du es.“

Einen Blick für das schöne Detail wünsche ich Ihnen,

Ihr Superintendent Kristóf Bálint

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