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Andachten

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24.11.2018

Wort zum Wochenende

Der Besuch

Jeder Freitag war gleich.

Für ihn und sie war er wie ein kleines Ritual.

Nach dem Kaffeetrinken nahmen sie ihre Räder aus dem Schuppen.

Er das große. Sie das kleine.

Sie fuhren zum Blumenladen auf der anderen Straßenseite und kauften ihr einen Strauß frischer Blumen.

Dann mit dem Rad durch die Stadt.

Der immer gleiche vertraute Weg an jedem Freitag.

Sie fuhr vorneweg.

Er folgte ihr.

Nach zehn Minuten stieg sie von ihrem kleinen Rad ab und öffnete das kleinere, der beiden Tore. Vorsichtig fädelte sie ihr Rad durch die enge Pforte und stellte es ab.

Nur noch ein paar Schritte, dann waren sie da.

Auf einer kleinen Stufe blieben sie stehen und blickten zu ihr.

Die Streifen, die die Harke in der letzten Woche in den Staub gemalt hatte, waren noch immer deutlich zu sehen.

Ihr goldener Name glitzerte in der Sonne.

Er griff oft nach ihrer kleinen Hand und erzählte von ihr, wenn sie sie besuchten.

An jedem Freitag, erfuhr das kleine Mädchen ein bisschen mehr von ihrer Großmutter.

Zu klein war sie als sie starb.

Einige Jahre sind inzwischen vergangen.

Heute kommt sie allein.

Er fährt nicht mehr mit ihr Rad, denn Großvater ist jetzt auch hier.

Sie hat einen Strauß Blumen dabei und lächelt, denn sie weiß: „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“

Viktoria Rode

Ordinierte Gemeindepädagogin für Religionsunterricht & Familienarbeit

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