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Andachten

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29.08.2019

Lichtblick

Martin durfte mit seinem Vater eine Bergwanderung machen. Er war ganz aufgeregt, denn der Vater hat ihm berichtet, dass ganz oben auf dem Berg ein herrlicher Aussichtspunkt ist, von dem aus man nicht nur die Berge ringsum sieht, sondern auch auf einen Adlerhorst.
„Wenn wir Glück haben“, sagte der Vater, „dann können wir die Adler und ihre Jungen beobachten.“
Frühmorgens machten sie sich auf den Weg. Zur Mittagszeit hatten sie ihr Ziel erreicht. Martin hatte auf der anderen Seite am Berg den Adlerhorst schon entdeckt. Sie suchten sich einen Rastplatz, von dem aus sie das Nest gut beobachten konnten. Noch war alles ganz still. Die Jungen schliefen offenbar und die Alten waren auf Nahrungssuche. Martin und sein Vater packten ihren Proviant aus, aßen und warteten, dass sich was tut.
Da plötzlich sah Martin einen großen Adler mit weit ausgebreiteten Schwingen daher schweben.  Er kreiste um das Nest. Da reckten die Jungen im Nest die Köpfe und Hälse in die Höhe und sperrten ihre Schnäbel weit auf.
Der Adler ließ sich auf den Nestrand nieder und fütterte seine Jungen. Danach legten sie sich satt und zufrieden wieder ins Nest. Der große Adler flog jedoch nicht wie sonst wieder weg, um erneut Futter zu suchen. Nein, er blieb am Nestrand sitzen.
Und was jetzt geschah, entsetzte Martin, der große und mächtige Adler zerrte die Jungen an den Nestrand und schubste einen nach dem anderen aus dem Nest.
Martin schrie auf: „Wie gemein, die fallen ja alle in die Tiefe.“ „Ja“, sagte der Vater, „aber schau nur genau hin, was da passiert.“
Martin sah, dass die Jungen im Fall ihre Flügel öffneten und so das Fliegen lernten. Der große Adler flog über seine Jungen und beobachtete ihren Flug genau. Dann sah Martin, wie er mit seinen weit ausgebreiteten Schwingen unter die Jungen flog und eines nach dem andern ließ sich auf den Flügeln des mächtigen Adlers nieder.
„Ach“, rief Martin ganz erstaunt, „der passt ja doch auf sie auf und trägt sie, wenn sie müde geworden sind.“
Auf den Adlerschwingen fühlten sich die Jungen ganz geborgen. Die beiden beobachten die Adler noch eine Zeit lang, dann gingen sie nach Hause. Martin hat in der Natur etwas gesehen, wovon auch die Bibel erzählt. Gott sorgt für sein Volk. Wie ein Adler, der seinen Jungen das Fliegen beibringt, über ihnen schwebt und sie auffängt, seine Schwingen ausbreitet und sie auf seinen Flügeln in die Höhe trägt.
Das Bild von Gott, der wie ein Adler ist, das ist ein schönes und ermutigendes Bild. Es zeigt, wie Gott um seine Menschen besorgt ist. Er sorgt für uns und er lässt uns unsere Freiheit. Er kümmert sich um uns, aber er engt uns nicht ein. Er ist in unserer Nähe, um uns aufzufangen, wenn es nötig ist. Wir können uns dabei aufgehoben, sicher und geborgen fühlen, auch wenn wir heut noch nicht wissen, was morgen auf uns zukommt. Wir dürfen gewiss sein: Gott wird uns auffangen, wenn es nötig ist. Wie ein Adler um seine Jungen, so wird sich Gott um uns bemühen.

Viktoria Rode

Ordinierte Gemeindepädagogin für den Pfarrbereich Sondershausen I

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