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Andachten

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28.06.2019

Lichtblick

Eingeladen

Wenn ich mich durch den Tag bewege, werde ich eingeladen. Im Grunde ist es egal, ob es ein Sonntag, ein Dienstag oder sonst ein Wochentag ist. Es ist egal, ob der Tag oder die Woche stressig ist oder langweilig oder entspannend. Auch im Urlaub werden ich eingeladen. In der Freizeit. Manchmal zu wirklich wichtigen Dingen.

„Komm zu uns!“ heißt es sinngemäß von einem Plakat der Freiwilligen Feuerwehr in Sachsen-Anhalt, das im Allstedter Freibad hängt. Helfen und Retten. Eine Einladung, die ich gerne lese und die wichtig ist. Wir sehen es ja fast täglich, besonders in diesen heißen Tagen. Aber sie geht fast unter in den täglichen Einladungen, die uns so umspülen. Solche, die einladen zu kaufen oder Dienstleistungen wahrzunehmen. Solche Einladungen, die vergiftet sind und uns an so mancher Straßenlaterne auf einem kleinen Aufkleber etwas entgegenrufen.

Gehe ich ins Internet, dann werde ich de facto mit Einladungen überflutet. Spiele zum Zeitvertreib, personalisierte Werbung. Die beste Deko, die besten Hörbücher, das beste Fahrgefühl, die niedrigsten Kosten. 19 % auf alles, außer Tiernahrung. Die besten Klamotten, die traumhaftesten Erlebnisse und Reisen.

„Mach es zu deinem Projekt!“

Ich werde mit Einladungen zu geschüttet, bis ich irgendwann entnervt schreie: „STOP!“. Ich schiebe weg, was an mich herantritt. Und zwar egal, ob es gut oder schlecht, sinnig oder unsinnig, lebensbereichernd oder hemmend ist.

Damit kann ich mir Ruhe verschaffen, aber auch die Einladungen verpassen, die wichtig sind. Die Einladungen, die dringlich sind. Zum Beispiel die Einladung zur Hilfe, beim alltäglichen Leben und in extremen Situationen. Die dringliche Einladung, selbst für und bei jemanden zu sein, wenn jemand signalisiert, dass er Zuwendung braucht. Ein Ohr, eine Hand, ein gutes Wort.

Solche Einladungen sind meistens unauffällig. Sie sind keine Werbebotschaften auf Youtube, die mir mitten ins Video hineingrätschen, mich von Werbetafeln anschreien oder penetrant als „Pop-up“ in meinem Browser aufploppen. Solche Einladungen sind leise.

Denn wer will sich schon aufdrängen? Wer will schon mit einer großen Werbetafel um Hilfe bitten?

Das passiert erst, wenn es gar nicht mehr geht.

Und dann gibt es noch die Einladungen, die ganz nahegehen. Die unmittelbar mit mir zu tun haben.

Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch!

Warum zählt ihr Geld dar für das, was kein Brot ist, und euren sauren Verdienst für das, was nicht satt macht? Hört doch auf mich, so werdet ihr Gutes essen und euch am Köstlichen laben.

Neigt eure Ohren her und kommt her zu mir! Höret, so werdet ihr leben! Ich will mit euch einen ewigen Bund schließen.

                                    Prophetenbuch Jesaja Kapitel 55 Verse 1-3a

Ein Wort das mehr ist als eine Einladung. Sie ist Bestandsaufnahme, Kritik, Angebot für eine neue Vision vom Leben.

 

Was ich brauche

Liebe Leserinnen und Leser,

Um die meisten der „Einladungen“ anzunehmen, die uns so den ganzen Tag zuschütten, muss ich eine Gegenleistung erbringen. Meistens wird sie klar benannt. Es kostet etwas. Aber zusehend bezahlen wir mit anderen Dingen. Mit einer Information. Mit einem Bild. Mit einem kleinen Haken, der mir versichert das mit meinen Daten sensibel umgegangen wird. Mit meinem Verlauf: Was habe ich mir angesehen, was habe ich gekauft, für was interessiere ich mich. Nur wenige Einladungen, interessieren sich für mich als eigentliche Person. Die Einladung zum Geburtstag eines lieben Menschen, weil ich dort als der erwünscht bin, der ich bin. Die Einladung zum Blutspenden, zu freiwilligen Feuerwehr, zur Stammzellentypisierung. Sie laden ein, Verantwortung für andere zu übernehmen.

Die Einladung Gottes aus dem Prophetenbuch Jesaja interessiert sich auch für mich. Aber sie geht tiefer. Sie lädt ein, abzuladen was quält und sorgt. Sie lädt ein, Ausdruck zu verleihen was freut und beflügelt. Sie lädt ein, satt zu werden.

Im positiven Sinne satt mit Leben.

Leben finden, Leben bekommen. Aber ohne dafür zu bezahlen.

Vergebung und Neuanfang, ohne dafür Informationen zu veröffentlichen.

Sondern nur die Einladung zu diesem einen Bündnis.

Zum ewigen Bund, der hält, weil Gott ihn hält.

Zum ewige Bund, der so viele verbindet.

Nicht nur um Verantwortung zu übernehmen, sondern auch um sie zu teilen.

Nicht nur um Schuld und Verletzungen zu bekennen, sondern auch um frei zu werden davon.

Die Einladung zu einem besonderen Leben. Zu einer Vision vom Leben.

Die Einladung des ewigen Gottes.  

 

Pfarrer Martin Weber, Allstedt

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