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Andachten

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23.05.2019

Lichtblick

Worte des Lebens, weil Gott das Leben will

Die Szene gehört wahrlich nicht zu den bekanntesten Geschichten der Bibel. Petrus und einige andere Apostel sitzen in einem Gefängnis in Jerusalem. Doch plötzlich – mitten in der Nacht – passiert ein Wunder: Ein Engel befreit sie aus der Zelle und ermutigt sie weiter zu predigen. „Gehet hin und redet alle diese Worte des Lebens.“ Worte des Lebens gegen die Sprachlosigkeit der Welt. Worte des Lebens gegen den Stillstand der Welt. Worte des Lebens gegen die Macht von Gewalt und Tod. Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen...

Ostersonntag 1938: Pfarrer Paul Schneider predigt mit lauter Stimme von seinem Zellenfenster aus auf den Gefängnishof, bevor er von den Wärtern gewaltsam davon abgebracht wird. So spricht der Herr: Ich bin die Auferstehung und das Leben.“

Worte des Lebens: Worte des Lebens inmitten schreienden Leides. Worte des Lebens inmitten der Todesmaschine, die Menschen foltert und tötet.

Mai 2019: Stillstand, Lethargie, unglaubliches Leid – soweit das Auge reicht. Orte des Todes an den Grenzen unseres Wohlstandes. Stimmen, die andere herabwürdigen und ihrer Würde berauben. Wo bleiben unsere Worte des Lebens gegen das Leid unserer Tage? Petrus und Paul Schneider machen es vor: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen, weil Gott als Leben will. 

Am Sonntag wird gewählt. In Europa. Im Kyffhäuserkreis. In unseren Städten und Dörfern. Unzählige Kandidaten bewerben sich um Verantwortung in den großen und kleinen Parlamenten. Versprechen Dinge für die Zukunft. Sprechen von Programmen, Konzepten und Visionen. Was davon umgesetzt wird, werden wir sehen. Welche neuen Bündnisse und Allianzen sich bilden werden, wird sich nach der Wahl zeigen. Ich hoffe, dass viele Menschen zur Wahl gehen und ihre Stimme abgeben. Nur ist es damit nicht getan. Ich glaube, dass wir uns die Frage stellen müssen, wie wir miteinander und übereinander, auch über unser Land und über die Politik reden. Und ich glaube, dass jede Bürgerin und jeder Bürger eine Verantwortung für unser Gemeinwesen hat, die über die Stimmabgabe am Wahltag hinausgeht. Und wenn das so ist, dann stellt sich für jeden und jede Einzelne die Frage, welche Kräfte ich unterstützte, wo und wie ich mich in der Gesellschaft einbringe. Wir haben die Wahl: Worte und Weltanschauungen, die auf Hass und Ausgrenzung basieren – oder Worte und Konzepte, die das Gemeinsame in den Vordergrund stellen und im Konsens den besten Weg in eine gute Zukunft in unseren Städten und Dörfern und darüber hinaus suchen.

Der Monatsspruch für den kommenden Monat Juni, gibt uns dafür einen Ratschlag: „
Freundliche Reden sind Honigseim, süß für die Seele und heilsam für die Glieder.“
(Sprüche 16,24)

Also, wir haben die Wahl: Wo sind unsere freundlichen Worte des Lebens gegen das Leid unserer Tage? Wo sind unsere freundlichen Worte des Lebens für ein gedeihliches Zusammenleben in unserem Land?

Wir haben die Wahl: Wählen wir Worte des Lebens, weil Gott das Leben will – für alle Welt.

Ein gesegnetes Wahlwochenende wünscht
Pfarrer Karl Weber (Sondershausen)

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