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19.04.2019

Lichtblick

Das höchste Fest der Christenheit

Nun steht es also vor uns. Das höchste Fest der Christenheit. Und alle feiern mit. Ob Sie nun glauben oder nicht. Ostern.

Gestern, Gründonnerstag („grün“ von „greinen“), wurde in vielen Kirchengemeinden bei Tischabendmahlsfeiern des letzten Mahles Jesu mit seinen Jüngern gedacht und in feierlichen Runden um Tische Abendmahl gefeiert und Abendbrot geteilt. Ganz so, wie Jesus am Tag vor seiner Kreuzigung (Mt 26,17-30).

Diese besinnliche Woche mit den zwei gesetzlich geschützten „stillen Tagen“, die alljährlich von Menschen angefragt werden, als hätten Sie keine dringlicheren Probleme als insgesamt drei Tage an denen Feierlichkeiten „gedimmt“ sind. Wohl dem, der das von sich behaupten kann. Die Mehrheit der Menschen auf dieser Welt haben richtige Probleme.

Zumal die Diskussion unehrlich ist. Denn die, denen 362 Tage zum Tanzen nicht reichen, könnten ja verlangen, dass die Feiertage für sie in Arbeitstage gewandelt werden und schon wäre der Ernsthaftigkeit ihres „Kulturkampfes“ ein Fundament gegeben. Doch die Feiertage nimmt man/frau gern mit, nur nicht nach dem Sinn und der Herkunft fragen.

Wie aber sollen wir Heimat und Tradition gründen, wenn nicht auf christlich-abendländischem Fundament? Wer das eine will, muss das andere akzeptieren. Ansonsten unterhöhlt er seinen Stand und bricht durch den Boden der Realitäten. Es wäre schließlich nicht das erste Mal, dass Menschen nach der Beseitigung von lange bekannten Gegebenheiten /erkämpften Errungenschaften merken, dass es ohne sie schlechter ist als vordem. Es gäbe ja auch kaum Anlass zum Feiern, von Geburts- u.a. Tagen sowie dem 1. Mai, ab diesem Jahr dem 20. September und dem 03. Oktober, die nicht dezidiert christlich sind, abgesehen. Alle anderen Feiertage sind christlichen Ursprungs. Wer sie selbstverständlich frei nimmt, sollte wenigstens ihren Sinngehalt kennen und sie als solche respektieren. Schon aus Dank für die (arbeits)freie Zeit.

Heute, am Karfreitag, gedenken weltweit Millionen von Menschen auf je eigene Weise des Kreuzestodes Jesu. Sie tun dies in vielen Ländern der Welt heimlich, weil sie verfolgt, ihre Kirchen und ihre Lebensgrundlage zerstört werden. Nicht nur in muslimischen Ländern. Wir können als Christen in Deutschland, im Kyffhäuserkreis, frei und ohne Verfolgung leben. Das war noch vor Jahrzehnten nicht so, denn unter Hitler und danach wurden Christen verfolgt. Nicht immer brachial, oft subtil und sehr hinterhältig, aber mit lebenslangen und die jeweilige Vita nachhaltig prägenden Folgen.

Verglichen mit dem, wessen wir da gedenken, ist das aber nichts. Verglichen mit dem, was die Christen in den römischen Arenen vor 2000 Jahren oder heute in Pakistan, Ägypten oder Sudan aushalten, ist es auch nichts. Dennoch gilt es auch uns. Davon hören wir Karfreitag in unserem Kirchenkreis in 23 Gottesdiensten. Jesus starb in der neunten Stunde, weshalb es (die Tageszählung begann um 6 Uhr mit der 1. Stunde) um 15 Uhr besonders viele Gottesdienste am Karfreitag gibt: in Körner, Greußen, Allstedt, Esperstedt, Hachelbich, Großenehrich, Ichstedt und Bad Frankenhausen.

Wir glauben, dass sich GOTT mit uns versöhnt, indem er in Jesus Christus ans Kreuz ging. Kein Vater der seinen Sohn opfert, sondern er selbst, GOTT geht in ihm ans Kreuz und überwindet damit den Tod, der bis dahin der Ort der größten Gottesferne war.

Wir können die Dreifaltigkeit nur in drei Personen denken. Unser Verstand lässt nicht mehr zu. Es ist jedoch sogleich eine Dreieinigkeit. Drei in einem. Was uns bei vielen alltäglichen Dingen (Zahnpasta, Shampoo, Waschmittel etc.) selbstverständlich scheint, fällt uns mit Blick auf die Personen schwer.

Wir werden auf unseren Glauben im Sinne von Vertrauen zurückgeworfen. Alle Versuche das bildlich darzustellen, „begreifbar“ zu machen, sind m.E. bisher gescheitert. Auch von gescheiteren Menschen als wir es sind. Aber wir können ja auch unsere Liebe zu unseren Kindern, zu unserem Partner nicht „beweisen“, wie sollte dies dann erst bei GOTT möglich sein?

Mit dem dritten Tag (Karfreitag und Karsamstag: „karren“ = wehklagen, jammern) feiern wir die Auferstehung. Das leere Grab. Schon die ersten Christen standen auf Bergen und Anhöhen und begrüßten die Sonne als Symbol für die Auferstehung. Die meisten Römer und Heiden schliefen noch und hörten nicht die Lieder, die sie sangen.

Osterfeuer wurden später zur Tradition, als sich Christen nicht mehr auf Friedhöfen verstecken mussten, weil diese von Ihren Verfolger gemieden wurden. Die Feuer wurden frühestens Karsamstag 18 Uhr angezündet, weil jeden Sonnabend 18 Uhr liturgisch der Sonntag beginnt.

Sträucher und Brunnen wurden auch erst später geschmückt und auch erst nach der Fastenzeit, die auch Grund für das Verhüllen von einfachen Altären bzw. das Schließen von Flügelaltären war. Es sollte auch ein „Fasten der Augen“ eingehalten werden. Zu Ostern wurde dann der Altar aufgeklappt bzw. wieder enthüllt.

Osternächte sind inzwischen eine liebgewordene Tradition. Heuer finden Sie abends um 20 Uhr in Menteroda und um 21 Uhr in Esperstedt statt. „Des Morgens früh am dritten Tag“, also Sonntagmorgen um 6 Uhr, können Sie in Greußen in der St. Martin-Kirche die Osternacht feiern ebenso wie in Rohnstedt und Wolferstedt. Eine halbe Stunde später, um 6.30 Uhr beginnt die Ostermette in Bendeleben.

Das Lob und den Dank dafür, dass der Tod nun nicht mehr ein finsteres Loch, sondern die Tür zu einer neuen Wirklichkeit ist. Diese Gewissheit ließ sie immer wieder Unbill und Verfolgung ertragen. Diese Gewissheit wünsche ich uns auch, besonders in diesen Tagen, wenn wir dessen eingedenk sind, dass dies ein Geschehen für uns war und ist. Der Tod ist nicht das Ende, eine unbeschreibliche Wirklichkeit danach wartet auf uns.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Osterfest, besinnliche Stunden und zu Ihren Herzen eingehende Botschaften in den Andachten und Gottesdiensten in unserem Kirchenkreis.

Ihr Superintendent Kristóf Bálint, Bad Frankenhausen

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