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Andachten

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11.01.2019

Lichtblick

Hochkonjunktur für den Segen

So könnte man es bezeichnen, wenn man mal kurz überlegt, wie oft man selbst in den letzten Wochen  „Gesegnete Weihnachten“, “Gesegnete Feiertage“ oder „Gesegnetes neues Jahr“ gewünscht hat.  Postkarten mit Segensaufdrucken flatterten in den Briefkasten; „Alles Gute“ und „Gottes Segen“ wurde weitergesagt.

Jetzt, knapp zwei  Wochen nach dem Jahreswechsel, hat es sich ausgesegnet. Der Umgangston ist wieder rauer, der Alltag hat uns wieder, wir fluchen wieder fröhlich vor uns hin. Eben wurde dem Nachbarn noch „Alles Gute“ gewünscht und jetzt ist er wieder der Idiot, der immer zu nah an meiner Einfahrt parkt. Manchem Arbeitskollegen, dem gerade noch ein „Gutes Neues Jahr“ gewünscht wurde, wünscht man jetzt lieber die Pest an den Hals. Es scheint fast so, als müsste der Segen um Weihnachten für das ganz Jahr reichen!?! Ab jetzt wird der Segen wieder den Geistlichen überlassen,  bis zum nächsten Fest.

Bei genauem Betrachten kommt das Gefühl auf, als würden wir unseren eignen Worten nicht trauen!?! Wir glauben nicht, was wir sagen! Das gilt für die guten wie für die schlechten Dinge, die wir sagen.  Keiner glaubt, dass der andere die Pest bekommt, nur weil wir ihm das wünschen.  

Dabei wissen wir alle, wie gut es ist, wenn man selbst ein gutes Wort gesagt bekommt, eine Geste der Aufmerksamkeit bei mir ankommt, man wahrgenommen wird und nicht in der Masse versinkt. Wir wissen aber auch, wie lange ein böses Wort schmerzen kann!  

In der Bibel wird die Wirkung unseres Wortes sehr ernst genommen. Erst recht die Wirkung Gottes Wortes: Segen und Fluch in gleicher Weise, hat seine Auswirkungen. Wenn wir mit unseren Worten segnen und damit Gottes Kraft zusprechen, dann können wir auch damit rechnen, dass Gott dahinter steht.

Erinnern Sie sich an ihren letzten persönlichen zugesprochenen Segen? Ich bin immer wieder erstaunt und berührt, mit wie viel  Ernst und Ergriffenheit Menschen den Segen bei Trauung,  Konfirmation oder Jubelkonfirmation empfangen oder bei der Taufe Zeuge dieses Handelns werden. Darum geht es im Grunde auch: Gott will uns berühren! Er rührt uns an, richtet uns auf und gibt uns Kraft. Das geschieht bei jedem Segen, den wir weitergeben.

Es steht in der Bibel nichts davon, dass der Segen an bestimmte  Anlässe gebunden wäre und schon gar nicht, dass wir mit dem Segen sparsam umgehen sollten.

Vielleicht ist es wichtig, dass wir uns selbst wieder ein wenig ernster nehmen, mit dem, was wir sagen oder nicht sagen. Ein freundliches Wort kann mir und dem anderen Kraft geben, das Alltagsgrau zu überwinden. Ein Segen kann Mut machen und den Alltag und das Leben verändern.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Jahr 2019.

Pastorin Steffi Wiegleb, Bendeleben

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