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Andachten

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23.11.2018

Lichtblick

 „Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“ Jesaja 42,3

Liebe Leserinnen und Leser des „Lichtblicks“!

aus Afrika stammt ein Sprichwort: „Du weißt nicht, wie schwer die Last ist, die Du nicht trägst!“.

Das ist ein wichtiges Sprichwort. Denn wir blicken manchmal auf Menschen herab, die keine besonders großen Leuchten in unseren Augen sind. Oder wir fragen uns: Wie konnte es bei diesen Menschen nur so weit kommen, dass sie so gescheitert sind im Leben?

Wir sind oft in der Gefahr, uns schnell ein Urteil zu bilden. Dann verurteilen wir und sehen keine Chance mehr für die, auf die wir herabsehen.  Wenn wir wirklich hinter manche Fassade eines Lebens blicken könnten, würden wir oft anders denken und reden. 

Das Sprichwort: „Du weißt nicht, wie schwer die Last ist, die Du nicht trägst!“ kann uns zum Lichtblick werden. Vor allem, wenn wir von Jesus lernen, wie ER Menschen angesehen hat.

In der Bibel lesen wir, dass JESUS Christus von niemandem getäuscht werden konnte. ER blickte immer hinter die Fassade der Menschen. Aber egal, wer vor IHM stand, egal was JESUS in den Herzen sah: ER hat jeden mit den Augen der Liebe Gottes betrachtet. ER hat die Gebrochenheiten jedes einzelnen Menschen gesehen. Auch bei denen, die sich selber für stark und gerecht hielten. JESUS sah, was im Menschen zerstört war. Und ER wusste immer, wie schwer die Lasten sind, die wir tragen. Denn ER ist ein Mensch wie wir geworden, um unsere Lasten mit uns zu tragen.

In IHM wird das Wort Wahrheit:

„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“

Am Sonntag ist Totensonntag.

Was bedeutet dieses Bibelwort, wenn ein Leben zu Ende geht? Ich habe mal von einem Spiel gehört, das manche in der Weihnachtszeit spielen: Eine glimmende Kerze wieder anzupusten. Also so lange und so sanft den glimmenden Docht anpusten, dass aus dem Docht wieder eine kleine Flamme auflodert.

Mir ist das noch nie gelungen. Vielleicht habe ich zu schnell aufgegeben. So gehen wir ja manchmal mit Menschen um: Wir geben auf.

JESUS Christus ist noch lange nicht am Ende, wenn wir am Ende sind.

Als seine Jünger am Ende waren, hat ER sie neu angefacht. Am Abend nach seiner Auferstehung hatten die Jünger nämlich immer noch Angst. Aber da trat der Auferstandene zu ihnen, hauchte sie an und sagte: „Nehmt hin den heiligen Geist…“ Dadurch fanden sie neuen Lebensmut, um den Glauben an Jesus weiter zu geben. Um nicht aufzugeben.

Und was unser Lebensende angeht:

JESUS hat unsere Lasten im Leben gesehen. ER kennt unser Herz. ER sieht, wie sich unsere Herzen oft verirrt und verwirrt haben. ER kennt alle Verstrickungen im Leben. ER sieht auch, wie oft sich unser Gewissen gequält und geschämt hat, wann immer wir gescheitert sind.

All das hat ER gesehen und hat es ertragen und hat uns getragen.

„Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“

Beim selben Propheten Jesaja steht auch:

4 Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. 5 Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt. Jesaja 53, 4ff

Jesus sieht uns mit allem, was in uns gebrochen und zerbrochen ist. Aber er hat uns nicht aufgegeben. ER hat uns nicht gerichtet. Sondern ER hat sich am Kreuz richten und zerbrechen lassen – damit wir Frieden finden. Frieden in IHM, der sogar den Tod überwunden hat.

ER will nur eines von uns: „Vertraut mir!“. Wer JESUS vertraut, ist aufgehoben in einer Geborgenheit, die über den Tod hinausgeht.

Manfred Siebald hat dazu ein schönes Lied geschrieben:

Der Halm, den der Wind in den Straßenstaub drückt, und den achtlos das Rad überfährt, 

der Halm, den der eilige Fuß niederknickt, er soll nicht verzweifeln müssen,

er darf hoffen, er soll wissen: In Gottes Augen ist er etwas wert.

Die Flamme, die zitternd ihr Ende schon spürt und im Hunger nach Licht sich verzehrt

und sich doch schon beinah im Dunkeln verliert, sie soll nicht verzweifeln müssen,

sie darf hoffen, sie soll wissen:

In Gottes Augen ist sie etwas wert.

Wir sind wie die Halme vom Leben gebeugt, und das Licht unserer Hoffnung verglimmt, 

doch Gott hat sich zu uns zur Erde geneigt, heisst uns hoffen, lässt uns wissen, 

dass wir nicht verzweifeln müssen:

dass er uns in die Hände seiner Liebe nimmt.

© Text und Melodie: Manfred Siebald

Pfarrer Reinhard Süpke, Oldisleben

 

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