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25.05.2019

Wort zum Wochenende

"Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet."

                                                                                                                      Psalm 66,20

Liebe Leserinnen und Leser,

Ist es Selbstvergewisserung? Ist es aus der Zeit gefallenes Gemurmel? Ist es Gespräch? Oder Reflexion, über das was war und sein soll?

Eine schwierige Frage. Die Frage des Gebetes.

Für mich ist es irgendwie jedes dieser Dinge und doch viel mehr. Und ja, damit meine ich auch, das es manchmal Gemurmel ist, dass aus der Zeit in der ich lebe, herausfällt. Irgendwie nicht mehr richtig hinein passt. Es zieht mich heraus. Wenn ich durch meinen Alltag hindurch rausche. Wenn ich mich freue, plane, sorge, ärgere. Dann zieht es mich heraus. Dann ist Gebetszeit. Und manchmal kann ich nur vor mich hin stammeln. Finde die Worte nicht. Denn dann ist viel los, zu viel. Es gibt Momente, da spreche ich im Garten unter dem Vordach zum Hauseingang bei einer Zigarette im strömenden Regen einfach die Worte: „Ich finde gerade keine Worte. Aber du weißt schon was los ist.“

Es gibt Zeiten, da sage ich dies voll von Aufgaben im Beruf und im privaten Leben. Aber dennoch ruhig. Dann kommen alle die Gedanken, Träume und Sehnsüchte, die ich in meinen Gedanken vor Gott bringe. Und denke mir: „ Mach etwas daraus!“. 

Und manchmal sage ich es leise. Komme ohne Netz und doppelten Boden vor IHN. „Mach was draus!“.

Manchmal zornig und anklagend: „Ich habe gebeten und gehofft und du hast nicht gehört.“ 

Und da bin ich guter Gesellschaft. Die Beter aus den Psalmen loben nicht nur und freuen sich über alles, was sie mit Gott erlebt haben, sondern sie klagen auch und ärgern sich. Das Gebet zum Gott der Bibel ist nicht nur schönes Reden, wenn etwas gelingt. Es ist Konfrontation mit der Realität. Mit der Wahrheit meines Lebens. Doch selbst dann, wenn mein Gebet zornig ist, wenn ich es nicht mehr über die Lippen bringe, sind mir diese Worte aus den Psalmen gesagt. Worte die vom Leben mit Gott sprechen:

"Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet." 

Pfarrer Martin Weber, Allstedt

 

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