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30.10.2022

Wort zum Wochenende

Die neue Christenheit

Christentum – das ist für viele von uns ein altes Kirchengebäude inmitten unserer Städte und Dörfer – mit Glockengeläut, bunten Glasfenstern und einer kleinen Handvoll Menschen, die es nutzen. Das sind Grabkreuze und solche an Halskettchen und Autos mit einem Fisch am Heck. Das sind die Taufe kleiner Kinder, Hochzeit in Weiß und dunkelernste Trauerfeiern. Das sind mahnende Verlautbarungen von Bischöfen und Päpsten, Sozialträger wie Diakonie und Caritas und Hilfsorganisationen wie Misereor und „Brot für die Welt“. Das sind vereinzelte Eiferer und die Menge unscheinbarer Mitglieder. Das sind Kirchensteuern und veraltet wirkende Weltbilder. Das Christentum, so hört man, hat seine Prägekraft und Zukunft längst verloren.

Doch: „Die Geschichte vom Niedergang des christlichen Glaubens ist ein Märchen. Wir leben in einer Zeit weltweiten Wandels von religionsgeschichtlichem Ausmaß.“ So schreibt Philip Jenkins, ein Religionswissenschaftler unserer Tage mit globalem Blick. Und er ist  mit dieser Einschätzung nicht allein. Wohl mag das Zeitalter eines westlich geprägten Christentums mit all seinen uns noch vertrauten Formen langsam zu Ende gehen - ein neues hat längst begonnen. „Die Zentren der weltweiten Christenheit sind nicht länger Genf, Rom, Athen, Paris, London oder New York, sondern Kinshasa, Buenos Aires, Addis Abeba und Manila.“ Ein typischer Christ von heute ist eine Frau in einem afrikanischen Dorf in Nigeria oder in einem Armenviertel Brasiliens. Ihre Gemeinde bietet ihr ein Netzwerk von solidarischen Menschen, die sich im Namen Christi gegenseitig helfen. Im Gottesdienst feiern sie zusammen den Gott, der sie nicht im Stich lässt, sondern mit menschlicher Würde und Mut für ihren schweren Alltag beglückt. Schon heute befinden sich die weltweit größten christlichen Gemeinden in Afrika und Lateinamerika. Die neue Christenheit hat Teil an der Bevölkerungsexplosion, und sie ist von einem uns unbekannten missionarischen Eifer erfüllt. Erstaunt registrieren die alten Kirchen Europas schon jetzt in ihren Ländern eine wachsende Anzahl fremdländischer Missionare und neue Formen von Gemeinde. Nicht immer passen sie in unser bisheriges Bild von Kirche. Werden Sie und ich auch Neues denken und leben können?

Ihr Pfarrer Andreas Möller aus Körner             

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