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15.10.2022

Wort zum Wochenende

Von Kreativität, Mut und unbeirrbarer Hoffnung

„Einfach mal machen, könnte ja gut werden.“ seit ihrem Geburtstag im Juni klemmt diese Spruchpostkarte am Spiegel in Lisas Flur. Ihre Freundin hat sie ihr geschenkt und hintendrauf dazu geschrieben: „Ich wünsche dir Mut für dein neues Lebensjahr… und dass du weniger mit deinen guten Entscheidungen haderst. Lieb‘ dich! Deine Kathi.“ Heute Morgen bleibt Lisas Blick wieder an dem Spruch hängen. Und dann fällt ihr ein, was auf der Rückseite der Karte steht.

Es war nicht leicht, als sie im September als Quereinsteigerin in ein anderes Berufsfeld gewechselt ist. Lange hatte sie überlegt und abgewogen. Lisa wusste: mit Kindern zu arbeiten, das lag ihr schon. Und die Schulen brauchten Lehrer. Eigentlich wollte Lisa nie wieder in dieses System ihrer eigenen Schulzeit zurück: Klingelzeichen, Hausordnung, Hierarchie. Aber letztlich hatte das eine das andere überwogen. Und ihre unbeirrbare Hoffnung, dass sich im Leben dadurch grundlegend etwas ändern könnte, war nie zur Ruhe gekommen.

Heute freut sich Lisa, wenn ihre Schüler ein Gespür für Stile entwickeln, wenn sie sie einordnen können und Wissen damit verknüpfen. Nicht selten ist sie überwältigt davon, welche Kreativität aus den Bildern ihrer Schüler spricht, mit wieviel Tiefgang die Kinder damit vom Leben erzählen und sich ausdrücken können.

Zu einem Gemälde gehört beides: Ein planvoller Entwurf und die schöpferische Kraft; nur in beidem kann sich die Idee dann entfalten. Das weiß Lisa. Und zu beidem braucht man Mut. Denn am Anfang ist nach der Idee da erst einmal das weiße Blatt auf dem Skizzenblock und die leere Leinwand.

„Einfach mal machen, könnte ja gut werden.“ Das steht auf Lisas Spruchkarte am Spiegel im Flur.

Der Herbst hat nicht unbedingt den Ruf, die beste Jahreszeit für Neuanfänge zu sein; aber manchmal wird es sogar im Herbst gut, wenn man einfach mal macht. Mit Kreativität, mit Mut und mit Leidenschaft.

In der Bibel wird davon erzählt wie vier Menschen einmal ein Dach abdecken, um ihren kranken Freund auf einer Trage in ein Haus hinab zu lassen, in dem Jesus sich gerade befindet. Sie tun das deshalb, weil sie durch den Eingang des Hauses nicht hineinkommen; denn eine Menschenmenge steht davor.

Die vier sind kreativ, sie haben Mut und zeigen Leidenschaft. Und sie haben die unbeirrbare Hoffnung, dass sich grundlegend etwas im Leben ändern kann.

„Einfach mal machen, könnte ja gut werden.“ – auch an einem Herbstwochenende.

Nadine Greifenstein, Pfarrerin im Pfarrbereich Bad Frankenhausen

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