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17.09.2022

Wort zum Wochenende

Wer unvorsichtig herausfährt mit Worten, sticht wie ein Schwert; aber die Zunge der Weisen bringt Heilung.

Sprüche 12,18

Ich habe eine Schwäche für Historienfilme. Einer meiner liebsten ist „Last Samurai“. Mit welcher Schnelligkeit und Präzision die Schwerter dort gezogen und verwendet werden, hat mich als Kind immer fasziniert. Blitzschnelle fährt das Schwert aus seiner Scheide und ist bereit zum Kampf. Ich muss an diese Filme denken, wenn ich die Losung aus dem Buch der Sprüche des Alten Testaments lese. Denn mit Worten ist es genauso. Ich kenne das von mir selbst, gerade wenn ich gestresst bin, müde, gereizt, verzweifelt. Dann kommen die Worte, wie eine Klinge aus mir heraus. Die schneidet und hackt. Eine Klinge die zerstört. Das passiert schnell. Und dann, wenn sich der Nebel legt, dann habe ich Dinge gesagt, die verletzt haben, manchmal ohne zu wissen, was ich eigentlich gesagt habe. Gerade jetzt wird mir das wichtig. Wir erleben eine Unsicherheit nacheinander. Der Druck wächst: gesellschaftlich, finanziell, existentiell. Da schnellen die Worte manchmal unkontrolliert heraus. Es kostet Kraft, Beherrschung, ein bisschen Abstand von den eigenen Gefühlen. Das ist gerade schwer, besonders weil der Winter und die haarsträubende Gasumlage, wie eine schwarze Wolke vor der Zukunft liegen. Und ja, da kann man wütend werden, gefrustet und zornig. Aber eben auch zerstörerisch. Mit seiner Familie, seinen Freunden, seiner Umwelt.

Aber ich habe auch Hoffnung. Denn der zweite Teil von Sprüche 12,18 spricht von einem anderen Umgang mit diesem mächtigen Werkzeug, dem Wort. Von einem weisen Umgang, ein Umgang der heilt, statt zu vernichten. Ich denke es ist selten so wichtig, wie gerade jetzt, zu warten, bevor ich meine Worte heraus schnellen lasse. In meiner Familie, bei meinen Freunden, im Netz. Damit sie heilen und nicht zerstören, damit sie nach Lösungen suchen, manchmal auch darum ringen. Das ist eine gigantische Herausforderung, denn manchmal liegen die Nerven einfach blank. Aber gerade deshalb sind weise Worte der Heilung und der Freundlichkeit so wichtig.

Um diese Weisheit bitte ich Gott für uns alle.

Martin Weber

Pfarrer in Allstedt/Wolferstedt

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