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10.09.2022

Wort zum Wochenende

Von beeindruckenden Spuren hinter offenen Türen

Inas Hand gleitet über den glatten Stein. Die Deckenlampen spiegeln sich in der Oberfläche. Früher, als man hier nur Kerzen benutzt hat, muss man an trüben Tagen kaum etwas gesehen haben können von der Schönheit des Raums. Das beeindruckende Deckenbild, die feine Ausmalung und die durchdachten Details! Es gab Zeiten, da lag das alles meist im Halbdunkel. Heute ist das anders. Jede Kleinigkeit ist im besten Licht zu sehen. Manchmal fragt sich Ina, ob das so gut ist. Die Beleuchtungsverhältnisse hindern die Betrachterin in keiner Weise. Nichts kann ihr entgehen; es sei denn, sie selbst ist unaufmerksam.

Wie viele Jahre und Generationen hier wohl schon durch die Zeit gegangen sind? Wie viele Namen und Worte hier schon gesagt worden sind? Wie viel Sehnsucht und Klage und Freude schon in diesen Mauern gewesen ist? Ina weiß es nicht. Sie hat keine genaue Idee davon, wie man dem auf die Spur kommen könnte. Aber als sie über den glatten Stein streicht, bekommt sie eine vage Ahnung davon.

Am Sonntag öffnen zum Tag des offenen Denkmals viele Türen. „Kulturspur. Ein Fall für den Denkmalschutz.“ so lautet in diesem Jahr das Thema. Auch viele Kirchen sind an diesem Sonntag geöffnet. Bei vielen gilt: nach dem Gottesdienst gehen die schweren Türen nicht zu, sondern bleiben offen. Gut so. Denn sonst stünden Ina und andere Menschen vor verschlossener Tür, könnten sich nicht auf die Spuren setzen lassen. Kulturspuren. Denkmalspuren. Spuren, die sie mit Interessen in den Räumen lesen. Und Spuren, die sie in sich selber wiederentdecken.

Kirchen sind Kulturräume. Erfreulich oft genug sind sie ein Fall für den Denkmalschutz. Sie werden mit all ihrem kulturellen Gut erhalten, gepflegt, behütet. Sie werden ins Licht gerückt und nicht versteckt. Gut so.

Kirchen sind Glaubensräume. Orte, an denen Menschen seit Generationen und Generationen die Gegenwart Gottes suchen und erleben. Sie sind jetzt und gestern und morgen und das Leben spielt eine Rolle. Denn Kirchen sind Orte, an denen Menschen ihr Leben mit Gott teilen und Gott mit ihnen. Und so werden sie erhalten, gepflegt, behütet, ins Licht gerückt und nicht versteckt. Gut so.

Ich wünsche Ihnen einen Sonntag, an dem etwas auf Sie wartet hinter den geöffneten Türen. Seien sie aufmerksam und lassen Sie sich beeindrucken davon!

Pfarrerin Nadine Greifenstein,

Ev.-Luth. Pfarrbereich Bad Frankenhausen

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