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30.07.2022

Wort zum Wochenende

Alltag mit Gott

Ich habe noch keinen Urlaub. (Sonst müsste ich jetzt zum Beispiel kein Wort zum Wochenende verfassen.) Ich stecke noch immer in meinem Alltag zwischen Laptop, Besprechungen und ungespültem Geschirr. Ich hänge noch immer in meiner vertrauten Umgebung zwischen Büro, Couch und den immer gleichen Straßen. So wie die meiste Zeit des Jahres über, denn der Großteil des Jahres besteht nun mal nicht aus Urlaub, sondern aus Alltag: Aus Staub, Krümeln, zu vielen Mails und zu wenig Zeit. Der Alltag ist der Ort, dem wir entfliehen wollen mit dem Urlaub oder den Ausflügen oder der Lieblingsserie. Ein Ort, wo nichts Besonderes zu erwarten ist, oder?

Wenn ich mich bei solchen Gedanken ertappe, versuche ich es manchmal bewusst anders zu machen. Ich versuche davon auszugehen, dass mein Alltag gar nicht so langweilig und nervig ist. Ich versuche, mitten in meinem Alltag das Besondere zu erwarten. Ich versuche sogar anzunehmen, dass das Besondere schon da ist. Mag es Wunder heißen oder Gott oder das Heilige. Ich stelle mich auf den krümeligen Küchenboden, setze mich mit der ellenlangen To-Do-Liste an den Schreibtisch oder laufe durch die Straße, die ich eigentlich schon gar nicht mehr sehen mag. Und dann schließe ich kurz die Augen und sage mir: „Ja, wirklich, Gott ist an diesem Ort anwesend, und ich wusste es nicht.“ (Das sagt auch einer in der Bibel. Nachzulesen hier: 1.Mose 28,16)

Dann öffne ich die Augen wieder und schaue mich um in der Küche, im Büro, auf der Straße. Ich stelle mir vor, dass Gott wirklich die ganze Zeit schon hier war und ich es einfach nicht wusste. Und dann kann ich gar nicht anders, als alles ein wenig anders zu sehen. Dann liegt plötzlich ein Glanz über dem Straßenzug und etwas Heiliges zieht durch die Küche. Das Besondere durchdringt den ganzen Alltag und vielleicht sitzt Gott, der ja die ganze Zeit schon da war, drüben auf dem Dach und lässt die Beine baumeln. Vielleicht wartet ein Wunder hinter der nächsten Ecke oder in der nächsten Mail. Vielleicht bin ich auch einfach wieder ein bisschen versöhnt mit meinem Alltag und mir. Immerhin ist ja Gott auch hier an meinem Alltagsort, in meinem Alltagstrott. Das Besondere, Heilige, Wunderbare ist schon da. Ich wusste es bloß nicht.

Pfarrerin Theresa Hauser, Pfarrbereich Greußen

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