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21.10.2022

Lichtblick

Liebe Leserinnen und Leser,

neben den Tageslosungen lese ich morgens auch immer einen kleinen Satz aus einem Sprüchebuch für jeden Tag.

Der heutige handelte von Meditation und stiller Beobachtung, mit der man die Spuren Gottes erkennt.

Ich muss zugeben, dass mir das gerade nicht leicht fällt. Viel hatte ich geplant und noch mehr steht für meine Arbeit an, aber dann hat mich eine uns inzwischen sehr geläufige Krankheit in meine vier Wände verdammt und alle Pläne müssen entweder verschoben werden oder stehen auf wackeligen Beinen. Vieles ist unklar und für manches habe ich gerade keine Gedanken frei. Kann ich Leuten versprochene Angebote liefern? Kann ich nötige Materialien irgendwann abholen? Das betrifft nicht nur meine Pläne, sondern auch die anderer. Und ich bin da ja gerade nicht der einzige.

Und dann sagt mir der Morgenspruch, man kann durch Ruhe Gottes Spuren finden.

Obwohl mir innerlich nicht danach ist, weiß ich wohl, dass der Satz stimmt. Denn die Erde dreht sich weiter. Die Blätter werden herbstlich golden. Nebel steigt auf. Die Vögel ziehen in Schwärmen über den Himmel und Krähen picken von den Feldern, was die Ernte übrig ließ. Wer einen Garten hat, wird vielleicht Igel in den Laubhaufen entdecken. Die Menschheit existiert offensichtlich auch noch. Mein Fehlen hat noch nicht die Apokalypse verursacht. Glück gehabt.

Aber obwohl das so ist, mach ich mir eben Sorgen. Oftmals ist es dann so, dass mir, wenn der Druck des Tages mich ermüdet hat und die Stille sich quasi von selbst einstellt, wieder Gedanken kommen, wie man Dinge doch noch anpacken kann- trotz unsicherer Lage. Dann schreiben sich Ideen von ganz alleine. Dann werfe ich bisherige Konzepte um und würfel die Komponenten nochmal neu zusammen. Ich habe ja doch schon Erfahrung in einigen Dingen. Oder man findet jemanden, der seine Erfahrung beisteuern kann. Es ist dann, als ob Gott einfach abgewartet hat und schließlich sagt: „Okay, bist du endlich aufnahmefähig? Gut, dann hör mal zu…“

Erzwingen kann ich solche Momente nicht. Auf Zwang Ruhe finden zu wollen, funktioniert nicht und entspricht auch nicht der Kernidee von Ruhe, die ja aus einem Gefühl innerer Freiheit entspringt. Viele Menschen haben aber Gewohnheiten entwickelt, die Ruhephasen wahrscheinlicher machen. Vielleicht kennen Sie welche. Oder sie kennen Menschen, die Ihnen welche beibringen können.  

Vielleicht hilft Matthäus, Kapitel 6, worin Jesus zu den Menschen spricht: „Schaut die Vögel, die sich nicht sorgen und doch von Gott genährt werden. Und wenn Gott schon einen Spatzen ernährt, warum macht ihr Menschen euch Sorgen?“. Und dann kann vielleicht jeder Vogel, der Ihnen an sorgenvollen Tagen in den Blick kommt, zum Botschafter der Ruhe werden. Eine Spur Gottes, die Sie erkannt haben, wenn Sie so wollen.

Auf welche Weise auch immer Sie Ruhepausen finden können: ich wünsche sie Ihnen und uns. Denn die Welt hört nicht auf, sich zu drehen, und höchstwahrscheinlich müssen wir noch öfter Pläne ändern. Gott hat uns dazu das Nötige gegeben. Davon bin ich überzeugt.

Eine schöne Woche wünscht Ihnen

Thomas Endter, Gemeindepädagoge im Kirchenkreis Bad Frankenhausen-Sondershausen

 

 

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