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12.08.2022

Lichtblick

Im Schatten deiner Flügel

Manchmal wünsche ich mir, ich hätte Flügel. Könnte mich aufschwingen zum Himmel und meinen Alltag von da oben als das sehen, was er ist: Nur ein kleiner Teil der weiten Welt. Ich würde den Wind spüren, der mich trägt. Ich bräuchte nur ein paar Flügelschläge, dann würde ich hoch über die Felder gleiten und noch ein paar Flügelschläge mehr und dann würde am Horizont schon das Meer glitzern. Manchmal wünsche ich mir, ich hätte Flügel. Und könnte mich jetzt in der Sommerzeit einfach aufschwingen in den Urlaub. Oder könnte mich, wenn alles zu viel wird, einfach aufschwingen und davon.

„Ich leihe dir meine Flügel“, meint einer. Ich glaube, es ist Gott. Ich wusste gar nicht, dass der Flügel hat. Verwundert probiere ich sie an. Sie passen wir angegossen und begeistert schwinge ich mich in die Lüfte. Ein Flügelschlag und ich gleite über all die vertrauten Ortschaften mit ihren Kirchtürmen. Mein Schatten, also der Schatten der Gottesflügel, zieht ruhig über die Welt unter mir hinweg. Mir ist, als würde er sanft darüberstreichen und alles, was er streift, würde ein wenig aufatmen. Da drüben wohnt doch die Familie, wo der Opa gerade ins Krankenhaus musste. Und auf dem Fußballplatz trainiert eine Mannschaft. Ein Flügelschlag und ich gleite weiter. Da hinten ächzen Bäume, während Rauchschwaden aus dem Wald aufsteigen. Und in dem See dort vorn erfrischen sich Urlauber auf ihrer Fahrradtour. Flügelschlag um Flügelschlag. Da sind so viele Geschöpfe:  Menschen, Tiere und Pflanzen. So viele Geschichten: Tieftraurige, und unfassbar komische und wunderschöne.

Nachdenklich kehre ich wieder zurück zu Gott. „Das mit den Flügeln habe ich mir anders vorgestellt“, meine ich, als ich sie ihm zurückgebe. „Ja, meine Flügel sind nicht zum Davonfliegen gemacht“, meint der. „Sondern zum Beschützen. Wie bei einem Vogel, der seine Flügel über seinem Nest ausbreitet.“

Manchmal wünsche ich mir, ich hätte Flügel und könnte auf und davon. Dann schaue ich nach oben und denke an den Einen mit seinen Flügeln. Und wenn ich die Augen schließe, spüre ich, wie sanft die Schatten von Gottes Flügeln über mich streichen. Ein Psalmvers kommt mir in den Sinn: Im Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht. (Ps 57,2) Und diese Zuflucht fühlt sich fast so an wie eine kleine Flucht aus dem Alltag. Ich atme auf fühle mich tatsächlich auf einmal irgendwie beflügelt.

Ich wünsche Ihnen, wann immer nötig, die Zuflucht unter dem Schatten von Gottes Flügeln.

Ihre Pfarrerin Theresa Hauser

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