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05.05.2023

Lichtblick

„Macht doch euren Dräck alleene!“, soll der letzte sächsische König einst zu seiner Abdankung im breitesten Sächsisch gesagt haben. So wie ihm könnte es vielen aus tiefsten Herzen entfahren. Wer sich unverstanden fühlt, für andere einsetzt und erfährt, dass das nicht wertgeschätzt wird, wer sich am Ende als der Dumme fühlt, auf dem ja doch alles hängen bleibt, der würde am liebsten seinen Krempel hinwerfen und das Weite suchen. So geht es Menschen, die nicht auf ihre Arbeitszeit achten, sondern sich noch mehr Überstunden aufladen lassen, so geht es Politikern, die nur vorgehalten bekommen, was nicht klappt, Vereinsvorständen, die über mangelndes Engagement der Mitglieder klagen, auch der Mutter zu Hause, die allen ohne Ende nachräumt...

So hätte auch Jesus sprechen können angesichts der kläglichen Mannschaft, die nach seiner Kreuzigung und Ostern übriggeblieben ist: Menschen, die noch längst nicht alles kapiert hatten, die mehr mit sich beschäftigt waren als mit dem, was er ihnen beigebracht hatte, Leute, die versagt hatten, als es darauf ankam, oft ängstlich, kleinlaut, unerfahren, schrecklich fehlerhaft. Entweder andere oder ich lege mein Amt nieder, hätte er sagen können.

Dennoch ergeht gerade an diese der große Auftrag, der jeder Kirche und Gemeinde bis heute der einzige Grund ihrer Existenz ist: „Gott hat mir alle Vollmacht im Himmel und auf der Erde. Geht nun hin zu allen Völkern und ladet die Menschen ein, meine Jünger und Jüngerinnen zu werden: Tauft sie im Namen des Vaters und es Sohnes und des Heiligen Geistes! Und lehrt sie, alles zu tun, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt.“ So Jesus im Matthäusevangelium. Und so sind sie losgegangen – gerade solche, und eben solche bis heute. Und wer sich über diese Mannschaft nun ärgert, dem können wir nur beipflichten: Ja, so sind wir. Aber wenn Jesus dennoch was mit uns anfangen kann, wenn ihm so daran liegt, dass wir unseren Dreck auch in Zukunft nicht alleine machen, wenn er auf geheimnisvolle Weise mitgeht, hat das scheinbar dennoch seine Richtigkeit. Das kommende Fest der Himmelfahrt Christi hebt nicht die Bierflaschen oder die Männer in den Himmel, sondern Jesus. Weil Gott ihn so hoch zu Ehren gebracht hat – das heißt: bedeutungsvoll für alle Welt. Und weil er uns nicht uns selbst überlässt mit unserem Dreck. Eine schöne Feier, wenn’s soweit ist! Und haben Sie Geduld mit der Mannschaft, die Ihnen obliegt!

Ihr Pfarrer Andreas Möller aus Körner

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